Neues Volksblatt: "Herumschwindeln" von Markus EBERT

Ausgabe vom 29. März 2014

Linz (OTS) - Keine Frage: Datensicherheit ist ein wertvolles Gut, und natürlich ist gerade bei Leistungsüberprüfungen (Matura, Bildungsstandards, PISA) darauf zu achten, dass mit personenbezogenen Ergebnissen kein Missbrauch betrieben werden kann. Aber aus einem offensichtlichen Kriminalfall (Hackerangriff) ein Gefährdungsszenario zu entwickeln, das den monatelangen Stillstand für gewisse Aktivitäten bedeutet, scheint maßlos übertrieben. Noch dazu, wo es durchaus Wege gäbe, weder auf die Bildungsstandards noch auf die PISA-Testung (beziehungsweise Feldtestung) verzichten zu müssen. Womit die Unterrichtsministerin vor allem eines nicht wegbringt:
Nämlich den Eindruck, dass sie sich um die Leistungsfeststellung für die Bildungspolitik herumschwindeln will.
Genau das passiert derzeit in Wien: Mit der Begründung, "dass österreichweit in der ÖVP-Bildungspolitik wenig bis gar nichts weitergeht", führt die Wiener SPÖ nun Gratis-Nachhilfe für Pflichtschüler ein. Dass ÖVP-geführte Bundesländer wie OÖ, NÖ oder auch Tirol bei Bildungsstandard-Testungen überdurchschnittlich abschneiden, während Wien deutlich hinterherhinkt, lässt das Blockade-Argument freilich ziemlich alt aussehen. Wenn Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek der Wiener Aktion auch noch applaudiert ("wichtige Maßnahme"), ist das ein Herumschwindeln um die Systemschwächen im Wiener Pflichtschulwesen.

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