Handelsverband kontert: Preisvergleichsdebatte fehlgeleitet

Wien (OTS) - "Die Preisvergleichspolemik der Arbeiterkammer klammert die eklatanten Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland einfach aus. Das ist eine Gleichmacherei, die die Fakten verzerrt", kontert Stephan Mayer-Heinisch, Präsident des Handelsverbands, heute auf die neuerliche Preisvergleichsmeldung der Arbeiterkammer.

"Der Handel beschäftigt mehr als 500.000 Österreicherinnen und Österreicher und ist somit der zweitgrößte Arbeitgeber im Land. Wir warnen davor, in einer wirtschaftlich nicht gerade einfachen Zeit eine ganze Branche schlecht zu reden. Man schadet damit nämlich nicht nur den Unternehmen, sondern auch deren Angestellten", fügt Mayer-Heinisch hinzu.

Handelsverband zweifelt an Aussagekraft der AK-Untersuchungen

Die Arbeiterkammer behauptet, die Produkte im österreichischen Lebensmittel- und Drogeriehandel wären willkürlich teurer als in Deutschland. Dass die Studien der AK Preisunterschiede von bis zu 15 Prozent ergeben, ist jedoch die Folge einer verzerrenden Betrachtungsweise. Wien wird mit der europaweit einzigartigen Niedrigpreisstadt Berlin verglichen. Auch die Produktauswahl ist willkürlich. Aktionen, mit denen der österreichische Handel den Konsumenten laufend bis zu 50%-ige Rabatte bietet, werden nicht mit einbezogen. Vor allem aber werden die gravierenden Unterschiede zwischen den Rahmenbedingungen komplett beiseite gelassen.

Österreich und Deutschland - zwei völlig unterschiedliche Märkte

Faktum ist: Der Vergleich zwischen Österreich und Deutschland hat wenig Aussagekraft, da die beiden Märkte gerade den Handel betreffend völlig unterschiedlich sind:

  • Österreich ist ein viel kleinerer Markt, daher gibt es im Großhandel weniger Mengenrabatte
  • Die Produktion in Österreich ist kleiner strukturiert
  • Topografie als Herausforderung: Die Belieferung durch die landschaftliche Struktur (Berge) in Österreich ist aufwendiger als in Deutschland
  • Die Handelsinfrastruktur in Österreich ist kleinteiliger: Mehr, dafür kleinere Geschäfte. Dadurch sind auch die Umsatz-Quadratmeter-Leistungen im Handel unterschiedlich.
  • Die Umsatzsteuersätze in Österreich sind höher.
  • In Österreich ist der Prozentsatz der Handelsangestellten, die nach dem Kollektivvertrag bezahlt werden, eklatant höher.
  • Die Nahrungsmittelqualität in Österreich ist besser als in Deutschland (durch hohe Umwelt- und Tierschutzstandards)

"Bedenkt man all diese Charakteristika, liegt es auf der Hand, dass das Angebot in Österreich stimmt. Denn qualitativ hochwertige Lebensmittel können nicht zu Dumpingpreisen angeboten werden. Es darf nicht sein, dass der österreichische Handel diesen ungerechtfertigten Anschuldigungen ausgesetzt ist. Österreich und Deutschland sind zwei völlig unterschiedliche Märkte mit unterschiedlichen Gegebenheiten -das ist zu akzeptieren. Der österreichische Handel bietet seinen Kunden beste Qualität zu fairen Preisen", so Mayer-Heinisch abschließend.

Der Handelsverband ist die freiwillige Interessenvertretung von aktuell etwa 100 österreichischen Mittel- und Großbetrieben des Handels. Für seine Mitglieder setzt der Verband politische und wirtschaftliche Interessen durch; zu diesem Zweck engagiert er sich aktiv im Fachdialog mit der öffentlichen Verwaltung, der Zivilgesellschaft und anderen Wirtschaftszweigen. Darüber hinaus ist der Verband ein zentraler Informationsdienstleister, der mit Studien, einem Branchenmagazin und zahlreichen Fachveranstaltungen wichtigen Input liefert. Mit Richtlinien, Kennzeichen und Gütesiegeln setzt der Handelsverband Standards und fördert das Qualitätsbewusstsein und Vertrauen der KonsumentInnen zum Handel.

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