ORF-DialogForum: Zur Qualität von TV-Unterhaltung

Internationale Fachrunden zum Thema "Unterhaltung mit Haltung"

Wien (OTS) - Die neue Public-Value-Jahresstudie zum Thema "Unterhaltung als öffentlich-rechtlicher Auftrag" stand am Donnerstag, dem 27. März 2014, im Mittelpunkt des ORF-DialogForums. Die Studienautorin Gabriele Siegert, Professorin an der Universität Zürich, Louis Bosshart, emeritierter Professor der Universität Freiburg, Petra Herczeg, Senior Lecturer an der Universität Wien, und Jo Groebel, Direktor des Deutschen Digital Instituts, setzten sich unter dem Titel "Ansprüche: Qualität muss sein." mit den Erwartungen an TV-Unterhaltung auseinander. In einer zweiten Diskussionsrunde widmeten sich der Kabarettist Florian Scheuba, ZDF-Unterhaltungschef Oliver Fuchs, BR-Unterhaltungschefin Annette Siebenbürger und ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm der Frage: "Reality Check: Was leisten Öffentlich-Rechtliche?" Moderiert wurde die Veranstaltung von Klaus Unterberger, Leiter des ORF-Public-Value-Kompetenzzentrums.

Im ersten Panel stand die Frage im Mittelpunkt, was Unterhaltung für das Fernsehen und seine Informationsqualität bedeutet. Dazu Gabriele Siegert: "Unterhaltung und Information sind in allen Medien untrennbar. Sie zahlen ein in alle Funktionen, die Medien für die Gesellschaft haben. Deshalb müssen wir uns die Qualität in der Unterhaltung erhalten. Dabei geht es um die Frage, welche Rolle der öffentlich-rechtliche Rundfunk bei der Unterhaltung, aber auch welche Rolle die Unterhaltung beim den Öffentlich-Rechtlichen spielt." Dazu ergänzte Louis Bosshart, "dass die Qualität stets von den Rezipienten definiert wird und dabei sehr variantenreich ist. Wichtig ist die 'Stimulation' des Publikums, es will lachen und weinen, sich freuen, fürchten und staunen."

"Von immenser Bedeutung ist, dass die Vielfalt im Auge behalten wird. Die Formate der kommerziellen Medien, die im Moment gespielt werden, bringen mehr vom Ähnlichen. Qualität bedeutet auch inhaltliche Vielfalt", analysierte Petra Herczeg. Jo Groebel betonte abschließend die Wichtigkeit der crossmedialen Entwicklung in der Unterhaltung. "Entertainment begleitet die Menschen durch den Alltag. Hier gibt es viel Potenzial für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Inhalte redaktionsübergreifender aufzubereiten."

Die zweite Diskussionsrunde des DialogForums startete mit der Gegenüberstellung von Qualität und Quote. Florian Scheuba: "Bei den Öffentlich-Rechtlichen ist Qualität wichtiger als Quote. Denn bei ausreichender Qualität wird verziehen, wenn die Quote gering ist. Wenn jedoch die Qualität gering ist und die Quote hoch, fehlt dem öffentlich-rechtlichen Sender die Berechtigungsgrundlage." Edgar Böhm ergänzte, "dass der ORF kein Programm macht, um Geld zu bekommen, sondern Geld braucht, um Programm zu machen". Und daher immer die Qualität über der Quote stehe.

Annette Siebenbürger fügte hinzu, dass für die Öffentlich-Rechtlichen nicht das Ziel ist umzusetzen, was den Programmchefs gefällt, "es gilt die Bedürfnisse unserer Zuseher wahrzunehmen". Oliver Fuchs forderte mehr Mut bei der Programmplanung, Neues zu senden. Auch in der Primetime. "Die Aufgaben, die an die klassische Unterhaltung gestellt werden, sind vielfältiger geworden. Der Trend geht dahin, sich anzusehen, was man will, und das, wann man will."

"Der ORF liefert Kultur, er liefert Qualität und er liefert Identität. Wir brauchen mehr Selbstbewusstsein gegenüber der Politik und ganz wichtig, wir brauchen das Geld, um qualitative Programme gestalten zu können", betonte Scheuba abschließend.

Das DialogForum ist eine Initiative des ORF, das Gespräch mit seinem Publikum, den österreichischen Institutionen, den Organisationen und Gruppen der Gesellschaft zu beleben.

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