Steinbichler: "Signifikante Risikoreduktion im Geschäftsjahr 2013"

KA Finanz veröffentlicht Jahresergebnis 2013

Wien (OTS) -

  • EUR 5,1 Mrd. Risikoreduktion im Geschäftsjahr 2013 auf EUR 7,2 Mrd. Restrisiko
  • CDS-Risiko Ende 2013 / Anfang 2014 eliminiert
  • Restportfolio mit 83,5 % Investmentgrade, davon 28,5 % AAA/AA
  • Ausgeglichenes Jahresergebnis 2013

Die KA Finanz AG (KF) hat heute das Jahresergebnis 2013 vorgelegt. Das Gesamtportfolio wurde im Geschäftsjahr 2013 um EUR 5,1 Mrd. oder 35,5 % auf EUR 8,8 Mrd. reduziert. Durch weitere Abbaumaßnahmen im ersten Quartal hat sich das Gesamtexposure weiter auf derzeit EUR 7,2 Mrd. verringert. Dies entspricht einer Reduktion von 73,3 % des Ausgangsportfolios von EUR 30 Mrd. bei Beginn der Restrukturierung Ende 2008. Durch den Portfolioabbau sowie in Folge von Marktverbesserungen haben sich die stillen Lasten im Geschäftsjahr um 46,1 % von EUR -1,7 Mrd. auf EUR -920,5 Mio. reduziert. Das UGB/BWG-Jahresergebnis nach Steuern war im Geschäftsjahr 2013 ausgeglichen (2012: EUR -70,7 Mio.). Die Bilanzsumme hat sich zum 31. Dezember 2013 um 25,3 % von EUR 11 Mrd. auf EUR 8,2 Mrd. reduziert. Die PwC Wirtschaftsprüfung GmbH hat den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Die aus dem Portfolioabbau resultierenden Aufwendungen sowie die erhöhten Kapitalerfordernisse für Basel III wurden durch zwei Gesellschafterzuschüsse über EUR 200 Mio. im August (bereits im Halbjahresabschluss berichtet) sowie EUR 150 Mio. im Dezember gedeckt. Die Netto-Belastung der Republik aus diesen Zuschüssen betrug EUR 273,3 Mio., nach Berücksichtigung von EUR 35,2 Mio. Reduktion von Kapitalgarantien ohne Beanspruchung infolge von Wertaufholungen, sowie EUR 39,0 Mio. während des Jahres von der KF geleisteter Haftungsentgelte. Dies liegt nahe dem Budgetwert von EUR 250 Mio., welcher im Bundesbudget 2013 alleine für Basel III-Erfordernisse geplant war; jedoch wurden dadurch sowie durch erfolgreiche Work-out-Maßnahmen in Summe wesentlich über Budget liegende Risikoreduktionen möglich.

Die erforderliche Kapitalausstattung der KF gemäß Basel III ist damit ebenso sichergestellt. Gemäß per 1. Jänner 2014 geltenden Basel III-Bestimmungen betragen die Eigenmittel
EUR 605,7 Mio. (Eigenmittelquote 16,3 %) und das Kernkapital EUR 403,6 Mio. bei einer Tier 1-Ratio von 10,8 %. Insgesamt wurden bis Ende 2013 seitens der Republik Österreich Eigenmittelzuschüsse in Höhe von EUR 2,18 Mrd. geleistet, nach Abzug von EUR 662,3 Mio. insgesamt geleisteter Haftungsgebühren.

Portfolioabbau

Im Risikoabbau 2013 von EUR 5,1 Mrd. ist der Abbau von EUR 4,1 Mrd. CDS-Obligo enthalten. Damit betrug das CDS-Exposure zum 31. Dezember 2013 EUR 2,0 Mrd. Im Laufe des ersten Quartals 2014 konnte durch weitere Abbaumaßnahmen das CDS-Risiko, mit Ausnahme von
EUR 471 Mio. Staatsrisiko Österreich und EUR 13 Mio. an eine italienische Provinz, vollständig eliminiert werden. Zudem wurde das Wertpapierportfolio im Geschäftsjahr 2013 um
EUR 1,0 Mrd. reduziert.

Portfolio-/Risikostruktur

Das Risikoportfolio der KF zum 31. Dezember 2013 betrug EUR 8,8 Mrd.; davon waren EUR 5,5 Mrd. Wertpapiere, EUR 0,8 Mrd. Darlehen sowie, zum Stichtag bestehende, EUR 2,0 Mrd. CDS/Haftungen; EUR 7,4 Mrd. bzw. 83,5 % des Gesamtportfolios waren im Investmentgrade-Bereich (BBB- oder besser, davon EUR 2,5 Mrd. bzw. 28,5 % im AAA/AA-Bereich). Die Non-Performing-Loan-Ratio liegt bei niedrigen 1,7 %.

Mit dem Portfolioabbau 2013 konnte das Konzentrationsrisiko im Portfolio wesentlich reduziert werden. Zum Ende des ersten Quartals bestehen außerhalb Österreichs keine souveränen Einzelrisken über EUR 500 Mio., was eine wesentliche Verbesserung gegenüber den Vorjahren darstellt.

Von den zehn größten Risikogruppen aus souveränem Obligo, Gebietskörperschaften und staatsgarantierten Positionen von EUR 3,7 Mrd. entfallen EUR 2,4 Mrd. oder 64,5 % auf die Euro-Zone. Darin enthalten ist ein Obligo von EUR 1,2 Mrd. oder 13,2 % des Gesamtportfolios an Staaten unter europäischen Stützungsmaßnahmen. Dieser Wert hat sich im ersten Quartal um 42,4 % auf EUR 0,7 Mrd. oder 9,3 % des Gesamtportfolios reduziert.

Die KF hat in Ländern unter EU-Stützungsmaßnahmen kein signifikantes Bankenobligo. Dieses beträgt nach einer Tilgung von EUR 30,5 Mio. im ersten Quartal derzeit EUR 11,7 Mio.

Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme der KF zum 31. Dezember 2013 hat sich um EUR 2,8 Mrd. oder 25,3 % auf EUR 8,2 Mrd. (31.12.2012: EUR 11,0 Mrd.) reduziert. Dieser Rückgang resultiert vor allem aus den bilanzwirksamen Portfolioreduktionen sowie niedrigeren Collateralerfordernissen nach Portfolioabbau und Marktverbesserungen.

Eigenmittel

Zum 31. Dezember 2013 betrugen die Eigenmittel der KF EUR 622,9 Mio. (31.12.2012: EUR 639,6 Mio.); das Kernkapital belief sich auf EUR 403,6 Mio. (31.12.2012: EUR 403,6 Mio.). Auf Basis der risikogewichteten Aktiva von EUR 3,3 Mrd. (31.12.2012: EUR 4,9 Mrd.) ergab sich eine Eigenmittelquote von 19,1 % (31.12.2012: 13,1 %) und eine Tier 1-Ratio von 12,4 % (31.12.2012: 8,3 %). Gemäß per 1. Jänner 2014 geltenden Basel III-Bestimmungen beträgt die Eigenmittelquote 16,3 % und die Tier 1-Ratio 10,8 %.

Kapitalmaßnahmen der Republik Österreich seit Verstaatlichung

Unter Berücksichtigung aller getroffenen Maßnahmen wurden seitens der Republik Österreich bis 31. Dezember 2013 netto EUR 2,18 Mrd. an kapitalwirksamen Unterstützungsmaßnahmen geleistet.

Haftungsentgelte

Im Geschäftsjahr 2013 hat die KF EUR 39,0 Mio. Haftungsentgelte für die Kapitalunterstützung sowie Liquiditätsgarantien der Republik Österreich geleistet. Insgesamt resultieren bisher EUR 662,3 Mio. Brutto-Haftungsentgelte. Nach Abzug der von der Republik Österreich bis Ende 2011 geleisteten Restrukturierungsbeiträge in Summe von EUR 210,0 Mio. ergeben sich Netto-Haftungsentgelte von EUR 452,3 Mio.

Liquidität

Die Liquiditätssituation der KF hat sich im Geschäftsjahr wesentlich verbessert. Dies resultiert vor allem aus stark reduzierten Collateralerfordernissen sowie verbesserter Marktlage infolge der von der Europäischen Zentralbank (EZB) 2012 getroffenen Maßnahmen (LTRO/Longer-Term Refinancing Operations und OMT/Outright Monetary Transactions). Zum 31. Dezember 2013 verfügte die KF über ein Refinanzierungsvolumen (ohne Eigenmittel) von insgesamt EUR 7,0 Mrd. (31.12.2012: EUR 9,5 Mrd.). Dabei wurden EUR 3,8 Mrd. (31.12.2012: EUR 4,6 Mrd.) bzw. 55 % (31.12.2012: 49 %) unabhängig von staatlichen Unterstützungsmaßnahmen aufgebracht. Der Eigenbeitrag der KF zur Refinanzierung konnte somit deutlich erhöht werden.

Der ausstehende Rahmen für Liquiditätsgarantien der Republik Österreich beträgt zum Jahresultimo EUR 4,25 Mrd. und zum Zeitpunkt der Berichtslegung EUR 3,2 Mrd. Davon betreffen EUR 3,0 Mrd. eine Garantiefazilität der Republik Österreich für ein Commercial-Paper-Programm, welches der KF den Zugang zu dieser kostengünstigen Refinanzierungsquelle sichert; dieses Programm wurde im Jahr 2013 im Schnitt mit EUR 2,1 Mrd. genutzt. Im Geschäftsjahr 2013 wurden EUR 1,1 Mrd. staatsgarantierte Anleihen, welche unter dem Interbankmarktstärkungsgesetz (IBSG) begeben wurden, ohne Garantiebeanspruchung getilgt; ebenso wurde eine derartige Anleihe über 1,0 Mrd. am 24. März 2014 ohne Beanspruchung zurückgezahlt. Damit haben sich die aushaftenden Liquiditätsgarantien im ersten Quartal 2014 auf EUR 3,2 Mrd. reduziert. Weitere EUR 246,2 Mio. werden ohne Garantiebeanspruchung im Juni getilgt. Alle im Laufe der Restrukturierung beanspruchten Liquiditätsgarantien wurden bei Fälligkeit ohne Beanspruchung zurückgegeben.

Ertragslage

Das UGB/BWG-Jahresergebnis nach Steuern war im Geschäftsjahr 2013 ausgeglichen (2012: EUR -70,7 Mio.). Das Betriebsergebnis verbesserte sich dabei um EUR 106,0 Mio. auf EUR -67,6 Mio. (2012: -173,6 Mio.); darin sind geleistete Haftungsentgelte an die Republik Österreich in Höhe von EUR 39,0 Mio. (2012: EUR 83,3 Mio.) enthalten. Das Jahresergebnis nach Steuern ist die Grundlage für Ausschüttungen an Inhaber gewinnabhängiger Instrumente; aufgrund des ausgeglichenen Jahresergebnisses werden für das abgelaufene Geschäftsjahr im Jahr 2014 keine derartigen Zahlungen erfolgen.

Ausblick

Die KF konnte im Geschäftsjahr 2013, in Abstimmung mit der Republik Österreich und der FIMBAG, die verbesserte Marktlage nutzen und Risikopositionen signifikant reduzieren. Bis zum Ende des ersten Quartals 2014 konnte das CDS-Exposure (mit Ausnahme von österreichischen Obligi und einem EUR 13 Mio.-Obligo einer italienischen Provinz) eliminiert werden. Ebenso konnte das Konzentrationsrisiko durch die Reduktion souveräner Einzelrisken unter EUR 500 Mio. signifikant reduziert werden, sodass sich die Risikolage der KF insgesamt wesentlich verbessert hat.

Auch in Folge der verbesserten Refinanzierungssituation erwartet die KF im Jahr 2014 erstmals seit 2008 im Wesentlichen ein ausgeglichenes Zinsergebnis. Insgesamt wird, unter Berücksichtigung der gut kontrollierten operativen Kosten, aber nach weiterhin anfallenden Haftungsgebühren an die Republik Österreich in budgetierter Höhe von EUR 27 Mio., ein negatives operatives Jahresergebnis für 2014 erwartet. Daher werden auch in Zukunft keine Ausschüttungen an bestehende Genussrechte erfolgen; dies entspricht der Ad-hoc-Meldung der KF vom 17. November 2009 gemäß § 48d Börsegesetz; diese Meldung ist nach wie vor aufrecht.

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