Steinbichler: "Solides Jahresergebnis 2013"

Kommunalkredit Austria veröffentlicht Jahresergebnis 2013

Wien (OTS) -

  • IFRS-Jahresergebnis positiv mit EUR 20,4 Mio. vor Steuern bzw. EUR 5,1 Mio. nach Steuern
  • Solide Kapitalausstattung: Eigenmittelquote 21,8 %, Kernkapitalquote 15,3 % gemäß Basel III
  • Hohe Portfolio-Qualität; Non-Performing-Loan (NPL)-Ratio von 0,0 %
  • Keinerlei liquiditäts- oder kapitalunterstützende Maßnahmen des Eigentümers

Die Kommunalkredit Austria (KA) hat heute ein solides Ergebnis für das Jahr 2013 vorgelegt. Die KA weist per 31. Dezember 2013 ein über Budget liegendes IFRS-Jahresergebnis von EUR 20,4 Mio. vor Steuern bzw. EUR 5,1 Mio. nach Steuern auf. Damit konnte das aufgrund von Einmaleffekten negative Halbjahresergebnis von EUR -16,8 Mio. nach Steuern zum 30. Juni 2013 kompensiert werden. Das Geschäftsjahr war wesentlich durch die Abänderungsentscheidung von dem von der Europäischen Kommission (EK) zum 19. Juli 2013 genehmigten Restrukturierungsplan geprägt.

Die KA verfügt über eine stabile Kapitalbasis. Gemäß den seit 1. Jänner 2014 geltenden Basel III-Regeln betragen die Eigenmittel EUR 361,0 Mio. oder 21,8 % mit einem Kernkapital von EUR 252,9 Mio. und einer Tier 1-Ratio von 15,3 %. Die Qualität des Kreditportfolios bleibt weiterhin hoch. Es gab im Geschäftsjahr keine Kreditausfälle. Das Non-Performing-Loan (NPL)-Ratio beträgt 0,0 %. Die PwC Wirtschaftsprüfung GmbH hat den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Geschäftsverlauf 2013

Der Geschäftsverlauf 2013 war wesentlich von der Abänderungsentscheidung der Europäischen Kommission (EK) vom 19. Juli 2013 zur Restrukturierungsgenehmigung der EK vom 31. März 2011 geprägt. Ausgangspunkt für diese Abänderungsentscheidung war der im Mai 2013 abgebrochene Privatisierungsprozess der KA; eine für die Aktionäre, i. e. schlussendlich die Steuerzahler, wertwahrende Veräußerung war aufgrund der vorherrschenden Marktgegebenheiten nicht möglich. Um von der Bestellung eines Verwertungstreuhänders absehen zu können, hat die Republik Österreich am 16. Mai 2013 bei der EK beantragt, das Kreditneugeschäft der KA einzustellen. Die Bestellung eines Verwertungstreuhänders war grundsätzlich aus der Restrukturierungsentscheidung der EK vom 31. März 2011 möglich; dieser hätte die Veräußerung der Bank ohne weiteren Einfluss der Republik Österreich vorzunehmen, was weder im Interesse der Eigentümer noch der Bank lag. Am 19. Juli 2013 hat die EK im Sinne des Ersuchens der Republik Österreich im Rahmen der obigen Parameter entschieden. Zu betonen ist, dass die Ursache der Abänderungsentscheidung auf dem Privatisierungszeitpunkt der EK in der Entscheidung vom 31. März 2011 beruht und nicht im Geschäftsgang der Bank lag; die KA hat, mit Ausnahme der Privatisierung, sämtliche Auflagen der EK aus dem Restrukturierungsprogramm ausnahmslos ohne jeglichen Einwand der EK erfüllt. Die KA agierte seit der Restrukturierung im Jahr 2009 ohne öffentliche Unterstützung und war unabhängig auf dem freien Markt aktiv.

Auf Basis der Abänderungsentscheidung wird die Bank das bestehende Kreditportfolio weiterhin unbeeinträchtigt betreuen sowie offene Kreditzusagen vollständig bedienen. Ebenso wird das Beratungsgeschäft weitergeführt sowie die Refinanzierung der Bank, wie bisher, am freien Markt, ohne öffentliche Unterstützung, erfolgen.

Auf dieser Basis betreut die KA ein Kreditportfolio im kommunalen und infrastrukturellen Bereich von insgesamt EUR 10,5 Mrd. Davon betreffen 63,7 % oder EUR 6,7 Mrd. Kreditnehmer in Österreich. Gemäß Abänderungsentscheidung der EK vom 19. Juli 2013 werden, wie im Halbjahresbericht 2013 dargelegt, keine neuen Finanzierungen gebucht. Jedoch werden bestehende Kreditzusagen und kommittierte Transaktionen vollumfänglich bedient. Unter diesen Prämissen wurden im Jahr 2013 insgesamt EUR 134,9 Mio. an Kreditauszahlungen getätigt; weitere EUR 165,5 Mio. sind für die folgenden Jahre kommittiert. Des Weiteren werden Beratungsdienstleistungen in der Strukturierung und Beschaffung sowie Errichtung von Infrastrukturprojekten erbracht.

Die 90%ige Tochtergesellschaft Kommunalkredit Public Consulting (KPC) managt Förderungsprogramme, insbesondere im Umwelt-, Wasserwirtschafts- und Energiebereich. Im Geschäftsjahr wurden 46.300 Projekte genehmigt; dies ist ein Anstieg von 8 % gegenüber dem Vorjahr. Die damit verbundenen Förderungsvolumina betrugen EUR 471,3 Mio.; es konnten damit Investitionen in Höhe von EUR 2,9 Mrd. unterstützt werden. Die Fördermittel werden insbesondere vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie bereitgestellt. Ebenso wurde die KPC mit der Abwicklung von Förderungsprogrammen einiger Bundesländer betraut.

Die Kommunalnet E-Government Solutions GmbH (Kommunalnet), die 50%ige Tochtergesellschaft, ist das führende Arbeits- und Informationsportal für österreichische Kommunen. Mit Ende Dezember 2013 hatte Kommunalnet 12.342 registrierte Nutzer aus 2.241 österreichischen Gemeinden und Gemeindeverbänden. Mit einer resultierenden Marktdurchdringung von 93,7 % verfügt Kommunalnet über eine einzigartige Stellung im österreichischen Markt.

Bilanzstruktur

Die IFRS-Bilanzsumme der KA-Gruppe zum 31. Dezember 2013 beträgt EUR 12,3 Mrd. Die Reduktion um EUR 3,5 Mrd. bzw. 22,2 % gegenüber dem Vorjahr resultiert zum einen aus einem Einmaleffekt von EUR 1,1 Mrd. aus der Tilgung der Besserungsscheinforderung, wie im Halbjahr zum 30. Juni 2013 berichtet, sowie aus Maßnahmen zur Verbesserung der Bilanzstruktur. Insbesondere wurden EUR 383,7 Mio. niedrig-margige Aktiva veräußert bzw. vorzeitig getilgt; ebenso wurden Marktvolatilitäten genutzt, um EUR 104,3 Mio. Eigenemissionen mit Kursgewinn vorzeitig zu tilgen. Mit diesen Maßnahmen konnte die langfristige Ertragsstruktur verbessert werden; ebenso hat sich die Fristentransformation auf Basis der kapitalgewichteten Durchschnittslaufzeit der Aktiva und Passiva verbessert.

Die Konzerneigenmittel betragen zum Stichtag EUR 391,6 Mio. (31.12.2012: EUR 397,6 Mio.); das Konzernkernkapital EUR 282,9 Mio. (31.12.2012: EUR 281,8 Mio.). Bei einem Bestand von risikogewichteten Aktiva (Kreditrisiko) von EUR 1.360,2 Mio. (31.12.2012: EUR 2.164,1 Mio.) ergeben sich eine Eigenmittelquote von 25,8 % (31.12.2012: 17,4 %) und eine Tier-1-Ratio von 18,6 % (31.12.2012: 12,3 %); die KA konnte somit die solide Kapitalausstattung erfreulich verbessern. Die Kapitalausstattung gemäß 1. Jänner 2014 geltenden Bestimmungen von Basel III zeigt Eigenmittel von EUR 361,0 Mio. oder 21,8 % sowie ein Kernkapital von EUR 252,9 Mio. oder 15,3 %.

Die Liquiditätssituation konnte auch im Geschäftsjahr 2013 ohne öffentliche Unterstützung stabil gehalten werden. Eine im Zusammenhang mit der Besserungsscheinstruktur begebene Anleihe über EUR 1,0 Mrd. wurde im Juli 2013 plangemäß getilgt; ebenso wurden Covered-Bond-Emissionen über EUR 1,0 Mrd. im September 2013 sowie EUR 860 Mio. bzw. CHF 490 Mio. im Februar 2014 plangemäß zurückgezahlt. Gleichzeitig konnte die Bank neue Covered-Bond-Anleihen über jeweils EUR 500 Mio. im September 2013 sowie im Februar 2014 mit fünf- und siebenjähriger Laufzeit bei großer internationaler Nachfrage erfolgreich begeben. Senior Unsecured Funding-Vereinbarungen wurden über ein Nominale von insgesamt
EUR 311 Mio. abgeschlossen. Ebenso besteht weiterhin ein signifikantes Volumen von Einlagen institutioneller Kunden im Bereich von EUR 1,0 Mrd.

Die Qualität des Kreditportfolios von EUR 10,5 Mrd. reflektiert eine sehr gute und diversifizierte Schuldnerbasis; EUR 9,9 Mrd. oder 94,7 % sind Investmengrade-geratet, 65,7 % im AAA/AA-Bereich. Das Non-Performing-Loan (NPL)-Ratio beträgt unverändert 0,0 %. EUR 6,7 Mrd. oder 63,7 % des Portfolios beziehen sich auf österreichische Schuldner; EUR 2,0 Mrd. oder 19,5 % auf den Euro-Raum (ohne Österreich) und EUR 160 Mio. oder 1,5 % betreffen Euro-Länder unter EU-Unterstützungsmaßnahmen; davon werden EUR 29,0 Mio. oder 18,1 % im Jahr 2014 fällig.

Ertragslage

Das IFRS-Konzernjahresergebnis vor Steuern für das Geschäftsjahr 2013 beträgt EUR 20,4 Mio. (2012: EUR 18,4 Mio.); nach Steuern EUR 5,1 Mio. (2012: EUR 18,2 Mio.). Negative, einmalige Sondereffekte von EUR -29,2 Mio. im ersten Halbjahr wurden im Wesentlichen durch Maßnahmen zur Verbesserung der Bilanzstruktur und Werterholungen im Fair-Value-Bestand kompensiert.

Der Zinsüberschuss betrug EUR 3,2 Mio. (2012: EUR 43,9 Mio.). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus den bereits zum Halbjahr berichteten einmaligen Sondereffekten von EUR 20,6 Mio.

Das Provisionsergebnis betrug EUR 15,8 Mio. (2012: EUR 15,0 Mio.). Der wesentlichste Beitrag stammt aus den Bruttoumsatzerlösen des Förderungs- und Beratungsmanagements.

Im Handels- und Bewertungsergebnis des Geschäftsjahres 2013 von EUR 41,4 Mio. (2012: EUR 12,0 Mio.) sind EUR 10,2 Mio. realisierte Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren und Darlehen zur Verbesserung der Bilanzstruktur enthalten; ebenso EUR 10,0 Mio. realisierte Gewinne aus der vorzeitigen Tilgung von Eigenemissionen; weitere EUR 16,6 Mio. resultieren aus der positiven Bewertung von Wertpapieren und Darlehen im Fair-Value-Bestand. Die Bank tätigt, basierend auf den Auflagen der EK, kein eigenes Handelsgeschäft.

Die im "Sonstigen betrieblichen Aufwand" ausgewiesene Stabilitätsabgabe an die Republik Österreich ("Bankensteuer") betrug 2013 EUR 4,6 Mio. (2012: EUR 9,2 Mio.). In Summe wurden seit Einführung der Stabilitätsabgabe EUR 21,3 Mio. an die Republik Österreich geleistet.

Der Steueraufwand von EUR -15,3 Mio. (2012: EUR -0,3 Mio.) inkludiert die Abschreibung von in Vorjahren aktivierten Verlustvorträgen in Höhe von EUR -8,6 Mio. infolge der EK-Abänderungsentscheidung vom 19. Juli 2013; ebenso waren Abgrenzungen für latente Steuern gemäß IFRS aus dem positiven Vorsteuerergebnis in Höhe von EUR -6,7 Mio. zu bilden.

UGB/BWG

Das UGB/BWG-Ergebnis war wie in den Vorjahren 2013 ausgeglichen. Dabei konnte nach UGB/BWG in der zweiten Jahreshälfte eine allgemeine Risikovorsorge nach § 57 Abs. 1 BWG von EUR 6,0 Mio. dotiert werden, nach einer Auflösung von EUR 13,2 Mio. im ersten Halbjahr; damit besteht zum 31. Dezember 2013 eine allgemeine Risikovorsorge von EUR 35,6 Mio. (31.12.2012: EUR 42,7 Mio.).

Ausblick

Die KA wird das Management des bestehenden Portfolios verbunden mit problemlösungsorientierter Betreuung ihrer vielfältigen Kundenbeziehungen auch 2014 konsequent fortsetzen. Der Fokus liegt auf projektmäßig strukturierten Lösungen für kommunale und öffentlichkeitsnahe Infrastrukturprojekte. Auf dieser Basis und auf Basis der Abänderungsentscheidung der EK vom 19. Juli 2013 ergeben sich für die KA bei stabilen Marktverhältnissen jährliche Nettogewinnprognosen im Bereich von EUR 7 Mio. bis EUR 8 Mio. bei erwarteten Eigenmittelquoten von 15 % bis 22 % bzw. Kernkapitalquoten von 11 % bis 15 %. Negative Marktentwicklungen sowie beschleunigte Portfolioreduktionen könnten negativ auf diese Planwerte wirken.

Die KA hat bisher, neben der Gründungskapitalisierung im Jahr 2009 über EUR 250 Mio., keinerlei öffentliche Unterstützung bezogen und erwartet auch weiterhin keine liquiditäts- oder kapitalunterstützende Maßnahmen des Eigentümers, der Republik Österreich. Zu betonen ist, dass derartige Maßnahmen gemäß Abänderungsentscheidung der EK im Bedarfsfall möglich wären.

Die Abänderungsentscheidung der EK vom Juli 2013 enthält ebenso die Ermächtigung, die Bank zu veräußern, im Ausmaß von bis zu 50 % der UGB-Bilanzsumme per 19. Juli 2013 von EUR 11,7 Mrd. Dies ermöglicht der KA die Wertwahrung für die Eigentümer als Kompetenzzentrum für kommunalnahe und infrastrukturelle Projektlösungen.

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