WIFO und IHS Prognose: Wachstum schwächer als in vergangenen Aufschwungphasen

WKÖ-Präsident Leitl: Mehr Wachstum darf nicht bedeuten weniger Reformen

Wien (OTS/PWK203) - Anlässlich der gestern, Donnerstag, vom Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO und dem Institut für Höhere Studien (IHS) veröffentlichten Konjunkturprognosen zeigt sich Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl verhalten optimistisch "die Prognosen bestätigen eine langsame Konjunkturerholung. Schon jetzt sagen die Prognosen keine wesentliche Steigerung des Wachstums im Folgejahr voraus. Das zeigt deutlich, dass trotz der notwendigen Budgetkonsolidierung weitere Anstrengungen für mehr Wachstum notwendig sind".

Die Institute erwarten für das Jahr 2014 jeweils ein BIP-Wachstum für Österreich von 1,7 %. Damit liegt das Wachstum deutlich unter den Aufschwungphasen der Vergangenheit. Für 2015 erwartet das WIFO wiederum ein Wachstum um 1,7 %, während das IHS mit einem stärkeren Anziehen der Konjunktur auf 2,0 % rechnet. Über den Jahresverlauf sollten alle Wachstumskomponenten - Exporte, Investitionen und Konsum - an Dynamik gewinnen. Der Aufschwung geht aus von den Exporten, denen nach einer Phase der Investitionszurückhaltung auch die Investitionen folgen sollten. Die Institute prognostizieren einen Anstieg der Bruttoanlageinvestitionen um knapp 3 % für das Jahr 2014. Für 2015 erwartet das WIFO eine leichte Abschwächung auf rund 2 %.

"Das Investitionsniveau ist nach wie vor deutlich geringer als in Aufschwungphasen der Vergangenheit. Die Investitionen sind ein Aufholeffekt und überwiegend Ersatzinvestitionen. Dies zeigt, wie wichtig das Vertrauen der Betriebe in stabile Rahmenbedingungen und die Geschäftsentwicklung ist", so Leitl.
Positiv hebt der WKÖ-Präsident den anhaltenden Anstieg bei der Beschäftigung hervor. "Trotz des nur moderaten Wachstums haben die österreichischen Unternehmen die Beschäftigung in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Zusätzliche Impulse sollten vom Handwerkerbonus ausgehen, der endlich umgesetzt wird." Als spürbare Entlastung wertet Leitl die beschlossenen Arbeitszeitflexibilisierung und Entbürokratisierung in Unternehmen für Österreichs Wirtschaft. Ebenso die standortverträgliche Lösung bei Grunderwerbssteuer im Sinne der KMU.

"Etwas mehr Wachstum darf nicht ein Nachlassen bei Reformen bedeuten. Für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit und Sicherung des langfristigen Wachstumspotenzials sind Zukunftsinvestitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung sowie Innovation unabdingbar. Gleichzeitig muss das Wachstum der Ausgaben in den Bereichen Verwaltung, Pensionen und Gesundheit gesenkt werden", so Leitl abschließend. (BS)

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