Bischöfe: Friedensprojekt Europa ist bleibend aktuell

Bischofskonferenz ruft zur Beteiligung an Europawahl auf - Unterstützung für Bürgerinitiative "Fakten helfen" zur Einführung einer bundesweiten Statistik und regelmäßiger Motiven-Erforschungen über Schwangerschaftsabbrüche

Wien, 28.03.14 (KAP) Österreichs Bischöfe rufen zur Beteiligung an den Europawahlen vom 22. bis 25. Mai auf. Die Europäische Union, die "maßgeblich von christlich motivierten Politikern gegründet" worden sei, brauche "die demokratische Mitwirkung der Bevölkerung und das Engagement von Christen", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung der Bischofskonferenz im Anschluss an ihre Frühjahrsvollversammlung im Stift Admont. Zugleich unterstreichen die Bischöfe, dass die Bedeutung der Europäischen Integration als Friedensprojekt "ungebrochen aktuell" sei. Die Krim-Krise und auch der anhaltende Krieg in Syrien hätten deutlich gemacht, "dass der Friede in Europa keine Selbstverständlichkeit, sondern eine bleibende Aufgabe ist".

Besondere Aufmerksamkeit der Politik müsse der Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Europa wie auch der Frage von Asyl und Migration gelten; die Verantwortung für das Leben von Flüchtlingen müsse innerhalb Europas fair verteilt werden, unterstreichen die Bischöfe: "Europa wird noch mehr Solidarität und Entschlossenheit brauchen, um weitere menschliche Tragödien wie jene vor Lampedusa zu verhindern."

In einer weiteren Erklärung unterstützen die Bischöfe die Forderung der Bürgerinitiative "Fakten helfen" nach einer bundesweiten, jährlichen und anonymen Statistik und regelmäßigen Motiven-Erforschungen über Schwangerschaftsabbrüche. Die Initiative ist vom überkonfessionellen Verein "Aktion Leben" getragen und will die vielfältigen Notlagen von Frauen erheben, öffentlich zur Sprache bringen und die Grundlagen für konkrete Hilfe verbessern. Die Bischöfe ersuchen alle Freunde des Lebens diese Initiative zu unterstützen - "zum Wohl der ungeborenen Kinder, der schwangeren Frauen und der ganzen Gesellschaft", wie sie betonen.

"Die katholische Kirche weiß sich dem Widerstand gegen Abtreibung und sogenannte aktive Sterbehilfe aber auch dem Schutz von Embryonen unverzichtbar verpflichtet", halten die Bischöfe wörtlich fest. Eindringlich und klar habe Papst Franziskus in seinem Lehrschreiben "Evangelii Gaudium" festgehalten, dass die Kirche auf Seite der ungeborenen Kinder steht. Sie seien "die Schutzlosesten und Unschuldigsten von allen, denen man heute die Menschenwürde absprechen will, um mit ihnen machen zu können, was man will", zitieren die Bischöfe den Papst.

"Krieg ist kein Schicksal"

Als "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" bezeichneten die Bischöfe den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. "In Wahrhaftigkeit und Scham" müsse man auch heute noch die massive Verstrickung in die Ideologie des Krieges auch seitens der Kirchen und Religionsgemeinschaften eingestehen, heißt es in einer weiteren Erklärung der Bischofskonferenz.

Für den 27. Juli, den Tag vor dem 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges laden die Bischöfe Pfarrgemeinden, kirchliche Gemeinschaften und Gruppen ein, an diesen Orten der Toten zu gedenken, "für den Frieden zu beten und darum, selbst Werkzeug des Friedens und der Versöhnung zu sein". Bereits am 18. Juni gedenken die Bischöfe bei ihrer nächsten Vollversammlung in Mariazell in einem Gottesdienst der Ereignisse vor 100 Jahren.

Kampf gegen Steueroasen

Angesichts von "Österreichs Verantwortung in der Welt" (so der Titel einer weiteren Erklärung) fordern die Bischöfe zusätzliche Mittel für die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit, eine Aufstockung des Auslandskatastrophenfonds, den Einsatz gegen die globale Steuerflucht, die Austrocknung der Steueroasen, die Einführung einer Finanztransaktionssteuer und die rasche Erfüllung der bereits 2013 gemachten Aufnahmezusage für Syrien-Flüchtlinge.

Pfarrgemeinderatskongress in Mariazell

Schließlich laden die österreichischen Bischöfe Pfarrgemeinderäte aus ganz Österreich zu einem Kongress im Mai in Mariazell ein. Rund 600 Frauen und Männer werden zum Treffen vom 29. bis 31. Mai 2014 erwartet. Es handelt sich um die zweite derartige Zusammenkunft nach 2010, bestehend aus Wallfahrt und Kongress. Aus jedem der 300 Dekanate in den Diözesen Österreichs werde zumindest eine Person vertreten sein, heißt es in der Erklärung zu diesem Großereignis.

Inhaltlich geht es diesmal um die Eigenverantwortung und das Engagement der Gläubigen für Kirche und Welt aufgrund von ihrer Taufe und Firmung. Es sollen - so die Bischöfe "Ermutigungen -Spannungsfelder - Zukunftsspuren" in den Blick genommen werden, wichtiges Element werde der Austausch über sechzig ausgewählte Praxisbeispiele sein.

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