GLOBAL 2000-Appell: Handeln, bevor es zu spät ist!

Weltklimarat präsentiert Klimabericht am Montag. Auch Europa und Österreich massiv von den Folgen des Klimawandels betroffen.

Wien (OTS) - Derzeit tagt der Weltklimarat in Japan und arbeitet an der Endversion des zweiten Teils des "fünften Sachstandberichts" zum Kenntnisstand über den Klimawandel. Im zweiten Teil geht es um die Folgen und Auswirkungen der globalen Erwärmung. "Der Klimawandel ist das größte Experiment mit dem Planeten in der Geschichte der Menschheit. Wir drohen, unsere eigenen Lebensgrundlagen und die der kommenden Generationen dauerhaft zu zerstören", warnt Johannes Wahlmüller, Klimasprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. "Zunehmende Extremwetterereignisse, Dürren, Hochwasser, die Überflutung ganzer Regionen und die Gefahr von abruptem unkontrollierbarem Klimawandel dürfen die Politik nicht länger kalt lassen. Wir müssen eingreifen, bevor es zu spät ist!"

Bereits der Bericht über die wissenschaftlichen Grundlagen im vergangenen September machte klar, wie stark der Mensch bereits in die Atmosphäre eingegriffen hat. Die Klimaforschung bestätigte, dass kein Zweifel am vom Menschen verursachten Klimawandel besteht. Die durch die Verbrennung fossiler Energie entstehenden CO2-Emissionen haben bereits dazu geführt, dass die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre ein Niveau erreicht hat, dass es vermutlich seit 800.000 Jahren nicht gegeben hat, der Meeresspiegel steigt, die Eismassen an den Polkappen schmelzen, die Klimamodelle machen klar, dass die Temperatur in den letzten 30 Jahren die wärmste seit etwa 1.400 Jahren war. "Wir können den Klimawandel nicht mehr aufhalten, aber sehr wohl noch eindämmen, um zumindest die schlimmsten Folgen zu vermeiden. Je später wir handeln, desto schwieriger wird es, die drohende Katastrophe noch abzuwenden. Wir fordern die österreichische Politik daher auf, für eine ambitionierte EU-Klima- und Energiepolitik einzustehen", so Wahlmüller weiter.

Kommenden Montag wird sich der Weltklimarat zu den Auswirkungen des Klimawandels äußern, die bereits im Vorfeld veröffentlichten Studien verheißen nichts Gutes. Auch Europa und Österreich sind massiv betroffen: So zeigte eine Studie von Jongmann et al (2014), die im Fachmagazin "Nature Climate Change" veröffentlicht wurde, dass sich das Risiko von schweren Hochwasser-Ereignissen bis 2050 verdoppeln würde. Jahrhunderthochwasser, wie jenes in Österreich 2013, könnten dann alle zehn Jahre auftreten. Statt einem Schadensvolumen von derzeit 4,9 Milliarden Euro sind in Zukunft Schäden von 23,4 Milliarden Euro zu erwarten. In Österreich war das Jahrhunderthochwasser 2013 bereits das zweite in zehn Jahren. "Natürlich können einzelne Extremwetterereignisse nicht dem Klimawandel zugeschrieben werden. Aber die Zunahme von Stärke und Häufigkeit entspricht den Erwartungen der Klimaforscher", erklärt Wahlmüller.

In den so genannten Entwicklungsländern können die Schäden sogar noch drastischer ausfallen. So war der Taifun Haynan, der letztes Jahr auf die Philippinen traf, einer der stärksten tropischen Wirbelstürme der je gemessen wurde. Dabei starben tausende Menschen, fast 10 Millionen Menschen waren betroffen, eine halbe Million Menschen wurde obdachlos. Bis Mitte des Jahrhunderts wird erwartet, dass durch den Klimawandel 250 Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen werden - mehr als es derzeit insgesamt auf der Welt an MigrantInnen gibt. Laut der Klimaforschung steigt das Risiko von unkontrollierbarem Klimawandel ab einer Erwärmung von zwei Grad drastisch an, eine wirksame Anpassung an die dann eintretenden Folgen ist dann nicht mehr möglich.

"Wir müssen dieses Experiment mit dem Planeten beenden und die letzten roten Ampeln nicht überfahren. Wir fordern die Politik daher auf, jetzt zu handeln! Ein ambitioniertes EU-Klima- und Energiepaket mit dem Ziel, die Treibhausgase um 60 Prozent bis 2030 zu reduzieren, den Anteil erneuerbarer Energie auf 45 Prozent zu heben und die Effizienz um 50 Prozent zu steigern, sowie stabile Förderbedingungen für erneuerbare Energie müssen dabei im Zentrum unserer Bemühungen stehen", so Wahlmüller abschließend.

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