SP-Klubtagung - Experte Himpele: Wien wächst und wird älter und jünger

"Wien steht bei allen Herausforderungen sehr gut da"

Rust (OTS/SPW-K) - "Wien wächst - und wird dabei älter und jünger", führte Diplom-Volkswirt Klemens Himpele bei seinem Vortrag bei der SP-Klubklausur in Rust aus: In den kommenden Jahren wird sowohl die Zahl der unter 15-Jährigen als auch die der über 65-Jährigen wachsen. "Die Herausforderungen sind enorm, muss doch Wien gleichzeitig Kindergärten bauen und für Menschen in Pension sorgen."

Wien habe bisher die Herausforderungen der Vergangenheit gut gemeistert, so der Experte. Laut Mercer-Studie wurde Wien zum fünften Mal in Folge lebenswerteste Stadt, 97 Prozent der Wienerinnen und Wiener leben laut einer Befragung gerne oder sehr gerne in Wien -eine Quote, die seit 1995 kontinuierlich ansteigt.

In Wien werden bis zum Jahr 2033 wieder über zwei Millionen Menschen leben. Bis zum Jahr 1987 war Wien eine schrumpfende Stadt - in diesem Jahr hatte Wien nur 1,48 Millionen Einwohner. Seit dem Jahr 2000 ist Wien wieder um 200.000 Menschen gewachsen, bis zum Jahr 2033 kommen weitere 250.000 dazu. "Im Zeitraum von 2000 bis 2033 wird Wien damit um die Bevölkerungsanzahl von Linz und Graz wachsen", so Himpele.

Als weitere Herausforderung neben dem Wachstum nannte Himpele nannte Himpele die Wirtschaftskrise, die bei Einbruch des Welthandels im Jahr 2009 auch Wien erfasste. Durch konjunkturpolitische öffentliche Maßnahmen habe Wien erfolgreich gegengesteuert, man befinde sich aber immer noch in einer schwierigen konjunkturellen Situation. Dies bedeute für Wien auch sinkende Maßnahmen: In den letzten Jahren habe Wien dadurch eine Milliarde an Einnahmen verloren.

Auch der Arbeitsmarkt stehe vor großen Herausforderungen, aber auch Chancen: "Das Bevölkerungswachstum versetzt Wien in die Lage, auch künftig gut qualifiziertes Personal zu haben." Bei steigender Arbeitslosigkeit sei es aber umso wichtiger, die Qualifikation der Menschen voranzutreiben, da qualifiziertes Menschen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Mit dem Qualifikationsplan und der Wiener Ausbildungsgarantie habe Wien hier bereits Maßnahmen gesetzt.

Der steigende Bedarf an Wohnraum sei von der Stadt erkannt worden, so Himpele. Als Zeichen dafür nannte er die aktuellen großen Projekte wie Hauptbahnhof und Seestadt Aspern. Gleichzeitig müsse sich Wien auf neue Lebensformen einstellen: Inzwischen ist bereits jeder zweite Haushalt ein Einpersonenhaushalt.

Gute Noten gab Himpele auch dem Öffentlichen Verkehr: So betrage der Anteil des Öffentlichen Verkehrs hohe 39 Prozent, 83 Prozent der Wienerinnen und Wiener bewerten den Öffentlichen Verkehr mit gut oder sehr gut. Bei der Verlängerung der U2 wurden 1,4 Milliarden investiert und dadurch wirtschaftliche Effekte von 3,8 Milliarden angestoßen.

Die Attraktivität Wiens zieht auch vermehrt Menschen aus Österreich und dem Ausland an. Die Zusammensetzung habe sich verändert: Seit 2006 dominieren hier EU-Bürger. Auch der Bildungsstand der in Wien lebenden Ausländer hat sich verändert: Hatten 1971 noch fast 70 Prozent nur Pflichtschulabschluss, so sind es heute nur noch 27 Prozent.

Dem steigenden Bedarf an Kindergärten trage Wien mit einem Plus von 187 Kindergärten seit 1991 bereits Rechnung. In den kommenden Jahren wird die Zahl der Kinder im Kindergartenalter um 20 Prozent steigen. Bis 2033 benötige Wien zudem 560 Volksschulklassen, 300 Hauptschulklassen, 350 AHS-Unterstufenklassen und 180 AHS-Oberstufenklassen zusätzlich. Mit dem Geriatriekonzept habe Wien bereits auf den steigenden Bedarf an Einrichtungen für ältere Menschen reagiert.

Zur Frage der Finanzierung meinte Himpele: "Der Schuldenstand Wiens ist mit 5,5 Prozent des BRP nicht dramatisch." Die Verschärfung der Staatsschuldenregelungen auf europäischer Ebene habe dazu geführt, dass Kommunen keine neuen Schulden für Investitionen mehr aufnehmen können und dadurch den Handlungsspielraum reduziert. Dadurch müsse man neue Finanzierungsmöglichkeiten für die notwendigen Investitionen suchen, etwa Formen der Öffentlich-Privaten-Partnerschaft. Ökonomisch betrachtet sei es sinnvoll, sich für Investitionen verschulden zu können. Die Herausnahme von Investitionen in Bildung und Forschung aus dem Stabilitätspakt, wie auf einer von Vizebürgermeisterin Renate Brauner initiierten Enquete gefordert, "diese Golden Rule" begrüße er sehr.

Eine Stadt wie Wien funktioniere nur als Qualitätsanbieter, nicht in Konkurrenz mit Niedriglohnländern, so Himpele am Ende seines Vortrags: "Bei allen Herausforderungen, die bestehen, sollte nicht verschwiegen werden, dass Wien sehr gut dasteht."

Livestream und Programm der Klubklausur unter:
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