Jank zu Jugendbeschäftigung: Frühzeitig ansetzen statt nachher mühsam reparieren

WKW begrüßt Bekenntnis, Jugendliche besser auszubilden - Grundstein in Kindergarten legen - Unternehmer nehmen soziale Aufgabe wahr: derzeit mehr als 2300 offene Lehrstellen in Wien

Wien (OTS) - 26.3.2014 - Die heutige Ankündigung von Sozialminister Rudolf Hundstorfer, die Ausbildung der Jugendlichen stärker in den politischen Fokus rücken zu wollen, stößt bei WK Wien-Präsidentin Brigitte Jank auf Zustimmung: "Unsere wichtigste Ressource ist das Know how der jungen Generation. Es ist daher wichtig, schon im Kindergartenalter den Grundstein für eine erfolgreiche, erfüllende Berufskarriere zu legen anstatt im Nachhinein aufwändige und teure Reparaturmaßnahmen zu setzen. Zusätzlich können die Unternehmer nicht nachholen, was die Schule verabsäumt hat. Die derzeit mehr als 2300 offenen Lehrstellen in Wien sprechen eine deutliche Sprache. Nach wie vor können viele Betriebe wegen mangelnder Qualifizierung der jungen Bewerber den Bedarf an Nachwuchsfachkräften nicht besetzen."

Neben einer fundierten schulischen Ausbildung fordert Jank eine verpflichtende Berufsorientierung. Dass wie heute vom Sozialminister vorgerechnet jährlich 35.000 Jugendliche ihren Ausbildungsweg ändern, zeigt deutlich dass die Berufs- und Bildungswegsorientierung im Pflichtschulalter dringend verbessert werden muss. "Es beginnen viel zu viele Jugendliche Ausbildungen, die für sie nicht passen, weil sie ihre Stärken und Interessen zu wenig kennen. Nach wie vor gilt die Lehre in der Gesellschaft als Restausbildung." Völlig zu Unrecht:
Während 76 Prozent der Absolventen einer Lehrausbildung nach 18 Monaten erwerbstätig sind, trifft dies nur auf 36 Prozent der BMS-Absolventen zu.

Kritisch äußert sich Jank auch zur vom Sozialminister angedachten Ausbildungsverpflichtung samt Strafdrohungen. Während der Vorschlag eine Pflicht für alle Jugendlichen vorsieht, spricht sich Jank dafür aus, Maßnahmen auf jene Jugendlichen zu beschränken, die weder in Ausbildung noch erwerbstätig sind. Wer erwerbstätig ist, sollte zwar beim Nachholen eines Bildungsabschlusses unterstützt werden; eine Erwerbstätigkeit in jungen Jahren bringt jedoch wertvolle Erfahrungen und sollte keinesfalls verboten werden. Anstatt Jugendliche unabhängig von ihrer individuellen Lebenssituation in eine Fortbildung zu zwingen, sollte man lieber auf Anreize setzen, so Jank. "Jeder weiß, dass man mit Drohungen und Zwang bei jungen Menschen nichts erreicht. Vielmehr gilt es, sie über das breite Angebot an Fortbildungsmaßnahmen zu informieren und sie entsprechend zu motivieren." Vorbild könnten die TalenteChecks sein, die gemeinsam von WK Wien und Wiener Stadtschulrat entwickelt wurden und allen Schülern der 8. Schulstufe einen Überblick über ihre Stärken und Schwächen geben.

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