KV-Finanzbereich: Mehr als 1.000 Bankangestellte kämpfen in Wien für einen fairen Gehaltabschluss

Heute und morgen weitere Aktionen in Bundesländern - nächste Verhandlung am 31. März

Wien (OTS/ÖGB) - Mehr als 1.000 Bankangestellte und BetriebsrätInnen aus 18 Kreditinstituten forderten heute am Graben in der Wiener Innenstadt einen fairen Gehaltsabschluss für die rund 80.000 Beschäftigen des Finanzbereichs. Weitere Aktionen finden heute Nachmittag und morgen in den Bundesländern statt. Die nächste Verhandlungsrunde ist am 31. März. ++++

"Das derzeitige Angebot der Arbeitgeber bedeutet einen Reallohnverlust für einen großen Teil der Beschäftigten und ist für uns nicht akzeptabel. Wir fordern einen Reallohnzuwachs für alle Beschäftigten. Der Arbeitsdruck in unserer Branche steigt bereits seit Jahren. Die Beschäftigten haben wesentlich dazu beigetragen, die Wirtschafts- und Finanzkrise im Unternehmen zu bewältigen. Dafür muss es einen finanziellen Ausgleich geben", erklärt Adolf Lehner, Betriebsratsvorsitzender der Bank Austria und Mitglied des Verhandlungsteams der ArbeitnehmerInnen bei der heutigen Kundgebung am Wiener Graben: "Denn eines muss klar sein, die strukturellen Probleme einer Branche können nicht bei den Kollektivvertragsverhandlungen gelöst werden."

Dazu heißt es in der einstimmig beschlossen Resolution der heutigen Versammlung: "Branchenspezifische Strukturkrisen werden nicht durch einen "niedrigen" Kollektivvertragsabschluss gelöst, sondern es braucht konkrete Maßnahmen, die eine nachhaltige Neuausrichtung der gesamten Branche sichern."

"Durch Personalkürzungen und Ausgliederungen ins Ausland gehen in Österreich Arbeitsplätze verloren. Gleichzeitig steigt der Arbeitsdruck für die Beschäftigten, weil durch die Ausgliederungen nicht immer die erhofften Effizienzsteigerungen erzielt werden. Wir fordern von den Arbeitgebern ein Bekenntnis zur Absicherung und für den Erhalt der Arbeitsplätze in Österreich", fordert Ingrid Streibl-Zarfl, Zentralbetriebsratsvorsitzende der BAWAG-PSK.

Die bisherigen drei Verhandlungsrunden für die etwa 80.000 Beschäftigten des Finanzbereiches brachten keine Einigung. Die Arbeitgeber legten zuletzt ein Angebot von 1,85 Prozent plus 4 Euro, versehen mit einer Deckelung von max. 88 Euro vor, was einen Reallohnverlust bedeuten würde. Die ArbeitnehmerInnen fordern eine Gehaltserhöhung über der Inflationsrate ohne Deckelung. Die Gehälter bis 3.000 Euro sollen um 2,5 Prozent erhöht werden, darüber liegende Gehaltsbestandteile um 1,9 Prozent.

Sollte es bei der vierten Verhandlungsrunde am Montag, 31. März, zu keinem Abschluss kommen, sind weitere Protestmaßnahmen geplant. "Anfang der Woche wurden bereits in ganz Österreich gemeinsam mit den Betriebsrätinnen und Betriebsräten die nötigen Vorbereitungen für weitere Aktionen bis hin zum Streik getroffen", so Helga Fichtinger, stv. Geschäftsbereichsleiterin der GPA-djp.

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