ÖAMTC: Autofahren ist keine Nebensache

Handytelefonieren als einzige Ablenkung zu sehen, greift nicht weit genug

Wien (OTS) - "Jegliche Tätigkeit, die vom Verkehrsgeschehen ablenkt, geht zu Lasten wertvoller Reaktionszeit", stellt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger fest. "Autofahren darf daher nicht zur Nebensache werden." Zahlreiche Studien belegen, dass die Ablenkungen vielfältig sind, wie etwa Radiosender einstellen, Kinder betreuen, nach Gegenständen suchen oder Alltaghandlungen wie Essen, Trinken oder Rauchen. Handytelefonieren ist in vielen Studien nicht die Ablenkungsquelle Nummer eins. "In einem aktuellen Ranking der Universität Duisburg wird etwa ein Streitgespräch mit dem Beifahrer als deutlich störender gewertet, als andere Tätigkeiten", zeigt Seidenberger auf.

Schon eine Sekunde der Unachtsamkeit kann im Straßenverkehr gefährliche Konsequenzen haben. "Gerade vertraute Routinestrecken verleiten oft zu ablenkenden Tätigkeiten, da man sich in falscher Sicherheit wiegt", erklärt Seidenberger. "Es ist unumstritten, dass viele Unfälle vermeidbar wären, wenn man sowohl Blick als auch Gedanken uneingeschränkt der Verkehrssituation widmen würde." Im eigenen Interesse sollte daher der Grundsatz gelten, Ablenkungen im Auto so weit wie möglich zu vermeiden. Denn jegliche Nebentätigkeit lenkt von der eigentlichen Aufgabe - das Fahrzeug sicher zu steuern -ab.

Aber auch bei anderen Verkehrsteilnehmern wie etwa Radfahrern oder Fußgängern können diverse Ablenkungen zu einer verminderten Aufmerksamkeit in Bezug auf das Verkehrsgeschehen führen. "Leider ist es keine Seltenheit, dass in ein Telefongespräch vertiefte Fußgänger, ohne nach links und rechts zu schauen, die Fahrbahn überqueren", schildert die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Die Unfallzahlen des Jahres 2012 zeigen auch, dass mehr als ein Drittel der getöteten Fußgänger und mehr als die Hälfte der getöteten Radfahrer auf Eigenverschulden zurückzuführen sind (Quelle Statistik Austria)

AKVÖ-Symposium zum Thema "Ablenkung" am 2. April 2014 in Wien

Mit "Ablenkung und Unaufmerksamkeit hinter dem Lenkrad" setzt sich das bevorstehende Symposium der Ärztlichen Kraftfahrvereinigung Österreichs (ÄKVÖ) und des ÖAMTC auseinander. Die Referenten widmen sich Fragen wie: Was sehen wir und nehmen es trotzdem nicht wahr? Wie viel Ablenkung verzeiht uns die Straße? Wodurch kann unsere Aufmerksamkeit gesteigert werden? Abgehalten wird das Symposium am 2. April im Wiener Radiokulturhaus.

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