Schieder präsentierte "Lebensbilder" von Fred Sinowatz im Parlament

Ehemalige Weggefährten und Abgeordnete erinnern an den Ausnahmepolitiker

Wien (OTS/SK) - "Fred Sinowatz würde heuer seinen 85. Geburtstag feiern", so SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder, der im Rahmen der Buchpräsentation des Fotobuchs "Lebensbilder" an den Ausnahmepolitiker Fred Sinowatz erinnerte und sein politisches Werk als Unterrichts- und Kulturminister und Bundeskanzler würdigte. "Bilder sind eine gute Gelegenheit, politische Stationen aufzuzeigen - im Fall von Fred Sinowatz zeigen sie Bilder eines sehr lebendigen, klugen und unkonventionellen Politikers", so der SPÖ-Klubobmann, der insbesondere auf die Leistungen von Fred Sinowatz als Unterrichtsminister verwies. "Gratis-Schulbücher, die Schülerfreifahrten, der Ausbau der Schulen im ländlichen Raum waren nur einige der Errungenschaften von Sinowatz, für den der Zugang zur Bildung im Vordergrund stand", so Schieder in seiner Begrüßungsrede. ****

Schieder schilderte auch seine persönlichen Erinnerungen an Fred Sinowatz und den durchaus kritischen Zugang der Jugendorganisationen zum damaligen Bundeskanzler rund um Hainburg. "Fred Sinowatz hat es trotz der schwierigen Umbruchphasen geschafft, die Parteijugend zu versöhnen", so Schieder. Diese Umbruchphase war nicht nur von ökologischen Themen geprägt, sondern vor allem von einem beginnenden kritischen Umgang mit der Vergangenheit Österreichs. "Die SPÖ war -allen voran mit dem Historiker Sinowatz - immer auf der Seite der Kritischen. Die politische Moral verlangt es, Vergangenheit zu diskutieren und zu hinterfragen - so wie es Sinowatz im Fall von Waldheim getan hat", so Schieder.

Der SPÖ-Klubobmann erinnerte aber auch an den politischen Austausch, den Sinowatz wie kein anderer gepflegt hat. Die Buchpräsentation, die vom SPÖ-Parlamentsklub im Abgeordnetensprechzimmer veranstaltet wurde und zu der auch ehemalige politische Weggefährten von Fred Sinowatz gekommen waren, sei laut Schieder vor allem als ein Dankeschön für jene zu sehen, die, so wie Sinowatz dieser Partei gedient haben. "Wir stehen auf den Schultern unserer Vorgänger. Dieses Buch ist ein politisches Dokument für einen gesellschaftspolitischen Wechsel und Umbruch in diesem Land", so Schieder.

Neben den politischen Weggefährten nannte SPÖ-Kultursprecherin Elisabeth Hakel im Rahmen der Podiumsdiskussion Fred Sinowatz ein Vorbild für innovative Kulturpolitik. "Außerdem baute er wie kein anderer Barrieren in Kunst und Kultur ab", so Hakel. Heute müsste Kulturpolitik vor allem auf anderen Ebenen Barrieren abbauen. Hakel nannte in diesem Zusammenhang das Internet als besondere Herausforderung. "Das Internet schafft einen neuen Zugang zu Medien und Wissen, dieser Zugang muss barrierefrei gestaltet werden", so Hakel, die an einen Ausspruch von Sinowatz erinnerte: "Kunst ist ein Lebensmittel und Lebensmittel brauchen alle."

Charly Blecha als politischer Weggefährte erinnerte an Fred Sinowatz als eine der größten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, die wir in der österreichischen Geschichte hatten. "Sinowatz wurde vielfach verkannt, dabei war er groß in seiner Bescheidenheit, groß weil er immer für die Schwachen eingetreten ist, authentisch und durchsetzungskräftig, entscheidungsfreudig und zielbewusst im Einklang mit den Menschen", so Blecha im Rahmen der Podiumsdiskussion. Neben den Leistungen als Bildungs- und Kulturpolitiker hob Blecha insbesondere die "erste Epoche des politischen Lebens von Fred Sinowatz" hervor. "Wir feiern heuer nicht nur den 85. Geburtstag von Fred Sinowatz, sondern auch 50 Jahre rotes Burgenland", so Blecha, der daran erinnerte, dass es Sinowatz war, der 1964 den Umschwung im Burgenland eingeleitet hatte. "Sinowatz hat es geschafft, den Heimatbegriff in der Sozialdemokratie neu zu definieren und Einigkeit trotz sprachlicher Unterschiede herzustellen", betonte der Präsident des Pensionistenverbandes. Außerdem war es Sinowatz, der bereits als Kulturlandesrat 1966 die KünsterInnen aus ganz Österreich ins Burgenland geholt hatte und den "pannonischen Kulturbegriff" prägte.

Neben Blecha erinnerte sich Rudolf Scholten als ehemaliger Weggefährte an den Bildungspolitiker Fred Sinowatz. "Er war ein sehr kluger, nachdenklicher und bedächtiger Mensch mit der besonderen Fähigkeit zur Analyse. Zu seinen besonderen bildungspolitischen Leistungen gehört der Abbau der Zugangshürden zur Bildung", so Scholten. Insbesondere hervorgehoben wurde von Scholten die Gratis-Buchaktionen, die Schülerfreifahrten, der immense Ausbau von unterschiedlichen Schultypen besonders im ländlichen Raum. "Sinowatz war nie ein Mensch der schnellen saloppen Antwort, sondern ein Mann der Analyse", so Scholten.

Georg Pehm, der gemeinsam mit der Historikerin Evelyn Fertl das Fotobuch geschrieben hat, erinnerte an die zahlreichen persönlichen Begegnungen mit Sinowatz und die Motivation für dieses Buch. "Heute herrscht zu viel Pragmatismus in der Politik; der damals gelebte gesellschaftspolitische Anspruch muss heute wieder praktiziert werden", so Pehm. (Schluss) up/rm/mp

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