Nationalrat - Keck: Hohe Preise für Blindenführhunde belasten Sehbehinderte schwer

Sozialministerium bietet mit Zuweisung von Mitteln für Blindenführhunde Unterstützung

Wien (OTS/SK) - SPÖ-Nationalratsabgeordneter Dietmar Keck weist in seiner Rede zum Nationalrat heute, Mittwoch, den Vorwurf mangelnder Zuschüsse für Blindenführhunde zurück und korrigiert: "Das Problem liegt nicht bei den Zuschüssen des Staates, sondern bei den Kosten für einen Blindenführhund selbst. Ein ausgebildeter Hund kostet zwischen 33.000 und 40.000 Euro. Das ist eine gewaltige Summe, wenn man bedenkt, dass die Ausbildungsdauer nur etwa sechs bis acht Monate beträgt. Dabei kann pro Tag nur zwei Stunden mit den Hunden gearbeitet und trainiert werden." Meist werden, so Keck, Hunde aus der eigenen Zucht genommen, so sparen die Schulen Kosten. Finanzieller Aufwand entsteht nur durch Inanspruchnahme von TierärztInnen oder durch die Partnerfamilie, wo der Hund die ersten zwölf Monate zur Eingewöhnung verbringt. "Die hohen Preise für diese Hunde sind angesichts dessen purer Betrug auf dem Rücken von blinden und sehbehinderten Mitmenschen!" ****

In Deutschland haben aufgrund der gesetzlichen Vorgaben nur ein bis zwei Prozent der Blinden und stark Sehbehinderten einen Blindenhund, in der Schweiz ist ein solcher gar nur für Berufstätige vorgesehen. Österreich bietet mit der Zuweisung von Mitteln für die Blindenführhunde deutlich mehr Unterstützung, denn hier gibt es Mittel von Seiten des BMASK für Personen, die sich in Ausbildung, im Berufsleben oder in der Pension befinden. Pro Jahr gibt es für etwa zehn Hunde einen Zuschuss.

Keck betont, dass es allerdings nicht nur in Sachen Blindenführhunde und deren Ausbildungskosten, sondern auch bei Signal- und Servicehunden einiges zu tun gibt. Auch hier kostet die Ausbildung laut Keck zwischen 16.000 und 25.000 Euro. "Von Seiten des BMASK wird hier eine neue Verordnung kommen, die in den nächsten Tagen in Begutachtung geht. Es gibt hier noch viel zu tun, doch ich freue mich über den heutigen Entschließungsantrag, der ein erster wichtiger Schritt ist. Denn er ermöglicht den Zutritt aller Assistenzhunde von Menschen mit Beeinträchtigung in öffentliche Gebäude, auch in Restaurants und andere Einrichtungen. Das ist ein wichtiger Erfolg", hält Keck abschließend fest. (Schluss) kg

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