ÖGB-Bundesvorstand: Arbeitslosigkeit alarmierend hoch

In Österreich und der EU mehr für Arbeit und Wachstum tun

Wien (OTS/ÖGB) - "Die Arbeitsmarktsituation in Österreich ist bemerkenswert: Einerseits sind wir Europameister bei der niedrigen Arbeitslosigkeit, andererseits haben wir die höchste Arbeitslosenrate der Zweiten Republik", sagte ÖGB-Präsident Erich Foglar im ÖGB-Bundesvorstand, der sich in seiner heutigen Sitzung eingehend mit der Arbeitsmarktlage in Österreich befasste. Gastredner AMS-Vorstand Herbert Buchinger teilte diese Einschätzung, die Arbeitslosenzahlen seien auf einem historischem Höchststand.

"Die Arbeitslosenzahlen sind auf historischem Höchststand, wie wir das in Österreich eigentlich nicht gewohnt sind", sagte Buchinger. "Im EU-Vergleich haben wir allerdings die niedrigste Arbeitslosenrate, und auch bei der Jugendarbeitslosigkeit ist Österreich hinter Deutschland mit 10,5 Prozent Jugendarbeitslosigkeit unter den Ländern mit den niedrigsten Raten." Am anderen Ende würden, wie bei der gesamten Arbeitslosigkeit, Spanien und Griechenland mit bereits weit über 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit liegen. "Diese Vergleiche sind aber nur eine Relativierung, das Problem in Österreich wird dadurch nicht kleiner."

"Wir haben einerseits einen Zuwachs an Arbeitsplätzen, andererseits steigt die Arbeitslosigkeit in Höhen, die äußerst unerfreuliche Alarmsignale sind", sagte der ÖGB-Präsident. "Es gab einige Änderungen am Arbeitsmarkt mit dem Ziel, dass die Menschen länger arbeiten sollen. Das ist ein ambitioniertes Ziel, das derzeit allerdings auf ein gegenteiliges Verhalten bei den Unternehmen stößt. Denn viel zu wenig Ältere werden beschäftigt, viel zu oft werden Ältere aus dem Arbeitsmarkt gedrängt." Um die Arbeitsmarktsituation generell zu verbessern, werde man auch weitere Maßnahmen einleiten müssen, unter anderem die rasche Einführung des vorgesehenen Bonus-Malus zur Beschäftigung Älterer oder die bessere Verteilung der vorhandenen Arbeit durch Arbeitszeitverkürzung.

Sechste Urlaubswoche ist auch gesundheitspolitisch wichtig

Weiteres Thema im Bundesvorstand waren die laufenden Verhandlungen von Sozialpartnern und Regierung über Veränderungen im Arbeitsrecht. "Die im Koalitionsprogramm vorgesehenen Änderungen im Arbeitsrecht müssen einiges an Verbesserungen für die ArbeitnehmerInnen bringen", so Foglar. Das betreffe das Ende für unfaire Vertragsklauseln, Verbesserungen im Urlaubsrecht und bessere Instrumente zur Bekämpfung von Lohn- und Sozialdumping. Foglar: "Der ÖGB hat bei seinem Kongress 2013 die leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche gefordert, die nun geplanten Änderungen müssen in diese Richtung gehen. Wir wollen die Anrechnung aller Vordienstzeiten, egal bei welchem Arbeitgeber. Zwischen 400.000 und 500.000 Menschen mehr würden damit in den Genuss einer sechsten Urlaubswoche kommen. Das wäre ein deutlicher Schritt in Richtung Arbeitszeitverkürzung und damit Erhaltung der Arbeitsfähigkeit bei älteren ArbeitnehmerInnen."

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