Eisbären in Schönbrunn: Inzucht oder Platzverschwendung

EndZOO Österreich kritisiert Schratters Eisbärenpläne

Wien (OTS) - Die Pläne des Tiergartens Schönbrunn, zwei miteinander verwandte Eisbären nach Wien zu holen, stößt auf scharfe Kritik der Tierschutzorganisation "EndZOO Österreich". Die Organisation spricht von "fragwürdiger Inzucht" oder einer "unerhörten Platzverschwendung".

Denn würde Wien mit den beiden Jungbären trotz Inzuchtgefahr züchten, würde man gegen die Vorgaben der europäischen Zoogemeinschaft verstoßen. Diese spricht sich nämlich vehement für eine "Inzuchtvermeidung" und für den "Erhalt der genetischen Vielfalt" aus. Aber auch ein reines "Zwischenparken" der zweijährigen Bären LYNN und RENZO verstoße gegen die eigenen Vorgaben. Denn mit dem Ausbleiben einer Zucht würden die Bären den dringend benötigten Platz einer angeblich wichtigen Erhaltungszucht wegnehmen. Anfang Februar wurde die gesunde Giraffe MARIUS im Kopenhagener Zoo wegen angeblicher Inzuchtgefahr und dem Argument der Platzverschwendung getötet. Dasselbe Prinzip würde das reine "Parken" dieser Jungbären in Wien darstellen. "Diese Gefangenschaftshaltung wäre dann ebenso die reinste Platzverschwendung!", so EndZOO.

EndZOO fordert Wien nun auf, doch lieber den ehemaligen Schönbrunner Eisbären OLINKA und ERIC ihren wohlverdienten Altersruhesitz zu schaffen. Immerhin habe ihre und die unrechtmäßige Zurschaustellung ihrer Nachkommen der Wiener Zoo-Gefangenschaft enorm viel Geld eingebracht. Auch können sich die Tierschützer gut vorstellen, dass die etwas größere Neuanlage in Wien anderen Eisbären als eine etwas leidmindernde Haltung zugutekommen könnte. Viele Eisbären, zudem Einzelgänger, vegetieren in Europa auf engsten Raum dahin und benötigen dringend mehr Freiräume. Grundsätzlich sollte, nach Ansicht von EndZOO, jede Großbärenhaltung in Europa als ein Relikt der brutalsten Tierquälerei schnellstmöglich auslaufen. Fast alle Eisbären in europäischer Gefangenschaft zeigen extremste Verhaltensstörungen, die nachweislich als Leiden gelten.

"Ganz offensichtlich hat auch die Haltung von Eisbären in europäischer Zoo-Gefangenschaft den Überschussstatus erreicht. Denn wir können nicht glauben, dass sich Schönbrunn nur zum Zwischenparken zur Verfügung stellt und auf eine schnellstmögliche Zucht verzichten will. Uns kommt das Vorhaben von Frau Schratter wie ein verfrühter Aprilscherz vor!, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht abschließend.

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Wir setzen uns für ein Ende aller Zoo-Gefangenschaften ein. Wir fordern zudem weitestgehend bessere Haltungsbedingungen für die Tiere in den Gefangenschaften und treten für Schutz und Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.

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