- 24.03.2014, 14:01:28
- /
- OTS0169 OTW0169
Muttonen: Atomgipfel ist auf einem Auge blind
Wien (OTS/SK) - In Den Haag findet zurzeit der 3. internationale
Gipfel über Atomsicherheit statt. Die außenpolitische Sprecherin der
SPÖ und Ko-Präsidentin des Internationalen Parlamentarischen
Netzwerks für nukleare Abrüstung und Nichtverbreitung, Christine
Muttonen, zeigte sich heute enttäuscht von der einseitigen Agenda des
Gipfels: "Die Agenda umfasst einzig den Kampf gegen möglichen
Nuklearterrorismus. Die Gefahren, die von den über 17.000 Atombomben
der neun Atomwaffenstaaten ausgehen, werden leider vollständig
ausgeblendet." ****
Selbstverständlich sei die Gefahr sehr ernst zu nehmen, die von
nuklearem Material in den Händen terroristischer Gruppierungen
ausgehen kann. Zu verhindern, dass hochradioaktive Materialien unter
nichtstaatlichen Akteuren weiterverbreitet werden, sei daher eine
Notwendigkeit, eine enge Kooperation der Staatengemeinschaft in
dieser Frage daher auch sehr zu begrüßen, erklärte Muttonen.
Warum aber, so Muttonen, solle man nicht mit ähnlicher Konsequenz an
einem generellen Verbot von Atomwaffen und an der Vernichtung der
vorhandenen Atombomben arbeiten? "Die Gefahr, dass eine Atombombe aus
den staatlichen Arsenalen detoniert, ob beabsichtigt oder
ausversehen, ist wenigstens so real, wie die Gefahr, dass Terroristen
in den Besitz einer Atombombe gelangen könnten", ist Muttonen
überzeugt. Dennoch kämen die Atomwaffenstaaten nicht ihren
Verpflichtungen nach, ihre Bestände abzubauen. Im Gegenteil, die
meisten Atomwaffenstaaten arbeiteten zurzeit daran, ihre Arsenale zu
modernisieren.
Muttonen forderte zudem, dass auch die zivile Nutzung radioaktiver
Materialien durch Kernkraftwerke angesprochen werde. Kernkraftwerke
benötigen und produzieren hochradioaktives Material. Die zivile
Nutzung der Kernenergie trägt damit zum Handel und zur Verbreitung
von nuklearen Stoffen bei, die auch für Bomben verwendet werden
können. "Von einem Gipfel zur nuklearen Sicherheit erwarte ich mir
daher, dass auch die erheblichen Sicherheitsrisiken des weltweiten
Baus neuer Kernkraftwerke, ausreichend und kritisch thematisiert
werden", so Muttonen abschließend. (Schluss)
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NSK






