"Der seltsame Herr Gurlitt" im "Kulturmontag"

Weitere Themen: Karmasin und Schuh über Krimi-Boom und der österreichische Dokumentarfilm "Im Zweifel schuldig"

Wien (OTS) - Clarissa Stadler begrüßt am Montag, dem 24. März 2014, um 22.30 Uhr in ORF 2 zu einem "Kulturmontag" u. a. mit einer Doku über einen geheimnisvollen Mann mit einem faszinierenden Kunstschatz. "Der seltsame Herr Gurlitt" ist Mittelpunkt der spannenden und investigativen Spurensuche von Maurice Philip Remy. Weitere Themen des "Kulturmontag": Helene Karmasin und Autor Franz Schuh diskutieren im Studio über die Ursachen des anhaltenden Krimi-Booms in TV und Literatur, die vom ORF geförderte Doku "Im Zweifel schuldig" über das Schicksal des Marcus Wiggins, 150 Jahre Max und Moritz und das Musik-und Sozialprojekt El Sistema.

"Der seltsame Herr Gurlitt": Kulturdoku über den geheimnisvollen Mann mit dem einzigartigen Kunstschatz

Jahrzehntelang hütete Cornelius Gurlitt in seinem Salzburger Haus und in seiner Münchener Wohnung einen einzigartigen Kunstschatz, den sein Vater, ein Kunsthändler, unter zweifelhaften Umständen in der Nazi-Zeit zusammengetragen hatte. Regisseur Maurice Philip Remy begibt sich auf eine spannende, investigative Reise auf den Spuren von Herrn Gurlitt und seinen Kunstschätzen. Fragen von Besitz und Eigentum, Recht und Moral stehen im Zentrum der Dokumentation um den Fall Gurlitt, der seit Monaten die internationalen Medien beschäftigt. In dieser packenden, investigativ angelegten Dokumentation stehen führende Experten und Beteiligte - Cornelius Gurlitt kommt selbst zu Wort - Rede und Antwort. Anhand von teilweise unveröffentlichtem Material wird die Geschichte des "seltsamen Herr Gurlitt" erzählt, die auch die Grenzen von Recht und Moral aufzeigt.

Themen des Magazins:

Mörder-Stimmung: Der Boom des Kriminalromans
Motiv-Forscherin Helene Karmasin und Autor Franz Schuh im Studio

Ob Kriminalromane, Krimiserien, Krimi-Dinner, Krimifestival, Krimitage: Das Genre boomt. Am Büchermarkt macht der Anteil an mörderischen Geschichten schon mehr als 25 Prozent des Gesamtumsatzes aus - und dies seit Jahren relativ konstant. Im TV-Programm ist der Anteil an Krimis noch höher: In fast einem Drittel aller Fernsehproduktionen begeben sich Kommissare, Detektive, Hausfrauen, Pfarrer oder Forensiker auf Verbrecherjagd. Im "Kulturmontag"-Studio diskutieren die Motivforscherin Helene Karmasin und Philosoph Franz Schuh über die Ursachen des Krimi-Booms und analysieren die jüngsten Entwicklungen des Genres. Die Sehnsucht nach Rätseln, die gelöst werden müssen, ist offenbar so groß wie noch nie und in Zeiten der Globalisierung und Beschleunigung steigt der Wunsch nach Erdung in der Heimat. Selbst der Suhrkamp Verlag setzt seit 2009 auf den Kaufanreiz von Bluttaten, Drogen und Leichen: Im April erscheint der erste Kriminalroman der Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff. Worin besteht der literarische Reiz von Krimis? Wie erzeugen Autorinnen und Autoren Spannung, Grauen und Sogwirkung? Der "Kulturmontag" befragt dazu Kultautor Simon Beckett; Sibylle Lewitscharoff und den deutschen Shootingstar Sebastian Fitzek.

Justiz-Skandal: Die verlorenen Jahre des Marcus Wiggins
Der österreichische Dokumentarfilm "Im Zweifel schuldig"

Seit 14 Jahren sitzt Marcus Wiggins im US-Bundesstaat Illinois im Gefängnis für einen Mord, den er nicht begangen hat. Seine letzte Hoffnung sind eine Handvoll Studenten der elitären Northwestern University: Die angehenden Anwälte setzen alles daran, damit dieser Justizirrtum aufgeklärt wird. Was wie der Plot eines Gerichtsthrillers von Tom Clancy klingt, ist bittere Realität und Thema des österreichischen Dokumentarfilms "Im Zweifel schuldig" von Regisseur Axel Breuer. Monatelang hat Breuer die Studenten bei ihrer juristischen Knochenarbeit begleitet und legt in seinem Film, der mit einem Finanzierungsbeitrag des ORF entstand (Film/Fernseh-Abkommen) kaum vorstellbare Missstände im amerikanischen Polizei- und Justizsystem frei. Zur Premiere am 26. März kommen die Protagonisten des Films nach Wien und berichten, wie es zu derart haarsträubenden Fehlurteilen kommen kann und welche Rolle dabei struktureller Rassismus spielt.

Lach-Salven: 150 Jahre Max und Moritz
Der Buchklassiker auf der Bühne des Wiener Rabenhoftheaters

"Ach, was muss man oft von bösen Kindern hören oder lesen!" So beginnt die Chronique scandaleuse zweier von aller Welt geliebter Übeltäter: der Lausbuben Max und Moritz. Wilhelm Busch hat die Streiche der beiden Rabauken vor 150 Jahren erfunden und zu Papier gebracht - doch mit einem derartigen Erfolg der illustrierten Rachefeldzüge gegen die Welt der Erwachsenen hat wohl nicht einmal Busch selbst gerechnet. Der schmale Band eroberte binnen weniger Jahrzehnte die Kontinente und wurde in mehr als 200 Sprachen übersetzt. Rechtzeitig zum runden Jubiläum bringt das Wiener Rabenhof-Theater den rabenschwarzen Klassiker in einer Bearbeitung von Autor Berhard Studlar auf die Bühne. Und eine Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover feiert die Lausbubengeschichten als Vorläufer moderner Comics. Der "Kulturmontag" war bei den Proben zur Theateraufführung und hat nicht nur die Ausstellung, sondern auch die legendäre Wirkungsstätte von Max und Moritz besucht: das kleine Dorf Erbgötzen in Deutschland.

Stimm-Kapital: Die Superstars von Superar
Österreichs Antwort auf das Musik- und Sozialprojekt El Sistema

Rund tausend Kinder in ganz Österreich sind bereits mit dabei -Nachfrage steigend: Das österreichische Musik- und Sozialprojekt Superar ist ein durchschlagender Erfolg. Mit kostenlosem Musikunterricht an Volksschulen und in Nachbarschaftszentren ermöglicht das Sozialprojekt auch jenen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Musik, die ihn normalerweise nicht haben - ganz nach Vorbild des venezolanischen Sozialprogramms El Sistema mit Dirigent Gustavo Dudamel an der Spitze. Acht Stunden pro Woche investieren die Kinder in den Unterricht und gehen dabei nicht nur auf Tuchfühlung mit Mozart und Beethoven. Gegründet von Caritas, Konzerthaus und den Wiener Sängerknaben geht es bei Superar vor allem um Integration und Motivation. Der "Kulturmontag" hat einige der Kinder besucht und war live vor Ort, als vergangenes Wochenende 700 Kinder das Wiener Konzerthaus in ein Tollhaus verwandelt haben: für den ersten großen Auftritt vor Publikum. "Sing, Dance, Succeed" lautet das Motto von Superar. Ihrem Namen, der vom lateinischen "emportragen" kommt, ist die Initiative schon nach sehr kurzer Zeit gerecht geworden.

Der "Kulturmontag" ist als Live-Stream und nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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