Greenpeace: Verzögerung bei Klima- und Energiedebatte verlängert Importabhängigkeit Europas

Kanzler legt sich auf drei verbindliche Klima- und Energieziele fest

Wien/Brüssel (OTS) - Beim heute zu Ende gegangenen Europäischen Rat haben die Staats- und Regierungschefs dringend notwendige Entscheidungen zum Klima- und Energierahmen bis 2030 um Monate nach hinten verschoben. Ein neues Paket würde die teuren und unsicheren Energieimporte Europas reduzieren, ist Greenpeace überzeugt. Allein Österreich zahlt 1,3 Milliarden Euro jährlich an Russland für den Import von Gas, die gesamte EU hat im Jahr 2012 mehr als 545 Milliarden Euro für Energieimporte aufgewendet. Greenpeace begrüßt daher, dass Bundeskanzler Werner Faymann heute ein Machtwort gesprochen und sich für drei verbindliche Klima- und Energieziele ausgesprochen hat. Aufgrund von Differenzen zwischen dem Wirtschafts-und dem Umweltminister hat es bisher keine klare Positionierung Österreichs gegeben.

Die Spitzen der EU-Mitgliedsländer haben zwar die Notwendigkeit der Energieunabhängigkeit beim Gipfel anerkannt und die Europäische Kommission mit einer entsprechenden Studie beauftragt, haben es aber verabsäumt, konkrete Maßnahmen zu setzen. So konnten sich die Regierungschefs nicht über neue Ziele zur Reduktion von CO2, zum Ausbau von erneuerbaren Energiequellen und zur Steigerung der Energieeffizienz bis 2030 einigen: "Die Politiker müssen sich für den Ausbau erneuerbarer Energiequellen und Energieeffizienz einsetzen, damit Europa unabhängig von russischen Energieimporten wird. Ein sauberes Energiesystem ist die beste Option Europas für Klimaschutz, Energieunabhängigkeit, Versorgungssicherheit und leistbare Energiepreise", kritisiert Kerschbaumsteiner, Energiesprecherin von Greenpeace, die Kurzsichtigkeit der Spitzenpolitiker.

Anstatt ein ambitioniertes Klima- und Energiepaket für die Zeit bis 2030 zu schnüren, haben die Regierungschefs einen Zeitplan aufgestellt, der eine Einigung über die Ziele bis Oktober vorsieht. "Die Politiker hätten jetzt die Möglichkeit gehabt, dringend notwendige Weichen für die Energieunabhängigkeit zu stellen. Die Ergebnisse des Rates sind für ein Vorantreiben der Energiewende eindeutig zu wenig", so die Energiesprecherin weiter.

Die Staats- und Regierungschefs müssen dringend die nächsten Treffen nutzen, um ein ambitioniertes und verbindliches Klima- und Energiepaket für 2030 zu erarbeiten. Greenpeace fordert, dass die Staatschefs dann einen Rahmen beschließen, der die Reduktion von CO2 um 55 Prozent, den Ausbau von erneuerbaren Energieträgern um 45 Prozent und eine Steigerung der Energieeffizienz um 40 Prozent bis 2030 vorsieht.

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Florian Schweitzer, Pressesprecher Greenpeace, Tel.: +43 (0)664 612 6718

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