Pernkopf und Schultes: Neue Schwerpunkte in Ländlicher Entwicklung fixiert

Trotz knappem Budget offensive Maßnahmen für NÖ Bauern durchgesetzt

St. Pölten (OTS) - Die neue Periode des EU-Programms für die Ländliche Entwicklung (LE) und dessen Auswirkungen auf die bäuerlichen Betriebe in Niederösterreich standen heute im Mittelpunkt eines Pressegespräches von Landesrat Stephan Pernkopf und Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes in St. Pölten. "Gestern Abend wurde im Rahmen der Landesagrarreferenten-Konferenz der nationale Konsens zwischen Bund und den Ländern in dieser Frage fixiert. Eindeutiges Verhandlungsziel war es aus unserer Sicht, die Zukunft für eine wettbewerbsfähige, nachhaltige und flächendeckende Landwirtschaft zu sichern", berichteten Pernkopf und Schultes. Aufgrund des neuen budgetären Rahmens und der aktuellen Finanzknappheit hätten die Verhandler eine noch klarere Prioritätenreihung, insbesondere bei den flächenbezogenen Maßnahmen beziehungsweise beim Umweltprogramm (ÖPUL) und der Ausgleichszulage (AZ) vornehmen müssen.

"Die Karten für dieses Programm wurden völlig neu gemischt. Der vorgelegte Entwurf des Bundes sah zunächst massive Veränderungen und Einschnitte vor. Das letztendliche Ergebnis ist kein Grund zum Jubeln, den Bäuerinnen und Bauern wird auch in Zukunft nichts geschenkt. Wir haben aber das Bestmögliche für unsere Betriebe im Ringen um eine notwendige österreichweite Lösung herausgeholt. Große Härten konnten abgefedert und neue Offensivmaßnahmen fixiert werden", stellten Pernkopf und Schultes fest. Insgesamt würden im Schnitt um etwa 10 bis 20% weniger Mittel in der Fläche ankommen, durch Schwerpunktsetzungen könne am Ende für den einzelnen Betrieb aber auch ein Plus stehen. Für Investitionen und Jungübernehmer stünden in den nächsten Jahren um 25% mehr zur Verfügung, informierten die beiden Agrarpolitiker.

Investitionsförderung hat Schlüsselfunktion

"Die Investitionsförderung ist ein zentraler Schlüssel, um die angespannten budgetären Rahmenbedingungen abzufedern und gleichzeitig zu garantieren, dass sich der Agrarsektor gut entwickeln kann. Das Motto lautet 'Weniger Gießkanne, mehr Treffsicherheit' - es geht nun darum, aus knappen Mitteln mit intelligenten Maßnahmen mehr zu machen", unterstrichen Pernkopf und Schultes.

Besonderen Wert legen Niederösterreichs Agrarier auf die Stärkung der Möglichkeiten am Markt, die den Landwirten Chancen für eine nachhaltige Einkommensentwicklung eröffnen sollen. "Die Bäuerinnen und Bauern sichern mit dem neuen Programm nicht nur ihr eigenes Einkommen, sondern sind zentraler Wertschöpfungsmotor im ländlichen Raum und liefern Impulse für die gesamte Regionalwirtschaft", erläuterte Pernkopf.

Entwicklungsmöglichkeiten für biologische und konventionelle Landwirtschaft

"Die neue LE legt auch einen speziellen Akzent auf Qualitätsprogramme und die kräftigere Positionierung von Vermarktungseinrichtungen sowie Verbänden und Genossenschaften. Insbesondere soll auch über Forschungsprojekte gewährleistet werden, dass Österreichs Landwirtschaft in Bezug auf Ökologisierung und Qualitätssicherung weiterhin im europäischen Spitzenfeld liegt. Zudem geht es um den Ausbau der Grundlagen für anspruchsvolle Sonderkulturen, damit die inländische Eiweißversorgung verbessert und die GVO-Freiheit in der Fütterung gestärkt wird", erläuterte Schultes.

Aufgrund der Vorgaben auf EU-Ebene wie verpflichtende Greening-Maßnahmen und höhere gesetzliche Standards wurde auf Bundesebene beschlossen, im neuen ÖPUL keine bundesländerspezifischen Programme mehr anzubieten. "Dies betrifft auch das niederösterreichische Ökopunkteprogramm - es ist allerdings gelungen, wichtige Komponenten dieses Programms in das neue, bundesweit einheitliche ÖPUL aufzunehmen und ein Bündel von begleitenden Maßnahmen seitens des Landes Niederösterreich anzubieten", ergänzte Pernkopf.

"Uns ist außerdem der gemeinsame Ausbau der Wertschöpfungsmöglichkeiten in der biologischen und in der konventionellen Landwirtschaft ein besonderes Anliegen. Nur so können wir eine Differenzierung am Markt erzielen, die auch von den Konsumenten wertgeschätzt wird", zeigten sich Schultes und Pernkopf einig.

Konsumenten profitieren stark von der Gemeinsamen Agrarpolitik

Die Ländliche Entwicklung sei auch von großer Bedeutung für die Sicherstellung der Versorgung mit hochwertigen, heimischen Produkten. Daraus resultiere eine abwechslungsreiche Angebotspalette, die den Konsumenten die Wahlfreiheit sichere. Die Bereitstellung öffentlicher Gelder gewährleiste den Fortbestand einer bäuerlich organisierten und strukturierten Landwirtschaft und liefere nicht zuletzt Antworten auf den Klimawandel. So fördere das Programm den Naturschutz, die Artenvielfalt und schütze natürliche Ressourcen.

"Das Land und die LK NÖ setzen alles daran, eine positive Entwicklung der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes zu beschleunigen. Wir reden Klartext mit unseren Bäuerinnen und Bauern und setzen nicht auf Frohbotschaften. Die Politik in Niederösterreich bleibt ein verantwortungsvoller Partner der Landwirte - jeder Euro, den Brüssel und der Bund für die Bauern zur Verfügung stellen, wird vom Land kofinanziert. Und wenn wir schon weniger öffentliche Gelder zur Verfügung haben, muss es in der Bürokratie Entlastungen geben. Dazu gibt es eine klare Forderung unsererseits", betonten der Landesrat und der LK-Präsident.
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