AK zu Pendlerrechner (2): Die Änderungen im Überblick

Finanzministerium reagiert auf AK Forderungen - AK erreicht Verbesserungen für PendlerInnen

Wien (OTS) - Einmal Umweg und zurück? Die Probleme mit dem Pendlerrechner sollen bald ein Ende haben. Das hat das Finanzministerium auf Drängen der AK nun bestätigt. Binnen zwei Monaten sollen die angekündigten Verbesserungen laut Ministerium umgesetzt sein, die AK wird hier genau hinschauen. Die AK hat eine Reihe an Forderungen an das Finanzministerium gerichtet, damit der Pendlerrechner künftig vernünftige Ergebnisse liefert und die PendlerInnen nicht mehr um ihr Geld umfallen.

Für viele PendlerInnen ergibt sich derzeit beim Pendlerrechner ein geringeres Pendlerpauschale als ihnen laut gängigen Routenplanern zustehen würde. Denn: Der Rechner errechnet grundsätzlich die kürzeste Strecke, selbst wenn sie nicht die beste Verbindung ist. Damit ist die Strecke am Papier oft kürzer als die tatsächlich mögliche. Im Ergebnis haben viele plötzlich weniger oder gar keinen Anspruch mehr auf das Pauschale. Ob die Pendlerverordnung dahingehend geändert wird, ist von Seiten des Finanzministeriums noch offen. Die AK macht hier weiter Druck.

Das Pauschale im Überblick: Das kleine Pendlerpauschale steht jenen zu, bei denen der Arbeitsplatz mindestens 20 km von der Wohnung entfernt liegt, und die Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels möglich und zumutbar ist. Das große Pauschale steht zu, wenn der Arbeitsplatz zumindest 2 km von der Wohnung entfernt liegt und die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln überwiegend unzumutbar ist. In beiden Fällen steigt das Pauschale je nach Entfernung von Arbeitsplatz alle 20 km sprunghaft an.

Die angekündigten Verbesserungen im Überblick:

+ Die Autofahrzeiten sollen in Ballungszentren künftig realistischer angenommen werden. Bisher hat der Rechner zur Berechnung der Fahrtdauer eine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit angenommen - zu Stoßzeiten bei dichtem Verkehr entspricht das nicht annähernd der Realität. Auch das hat vielen PendlerInnen den Anspruch auf das Pau-schale verkürzt und soll nun korrigiert werden.

+ Viele PendlerInnen können den vollen Arbeitsweg mit Öffis zurücklegen. Wenn es laut Pendlerrechner nur unwesentlich schneller ist, einen Teil der Wegstrecke mit dem Auto zu fahren und dann in ein öffentliches Verkehrsmittel umzusteigen, dann zieht der Pendlerrechner künftig die reine (längere) Öffi-Variante für die Berechnung heran. Dadurch kann sich im Zweifel für die Betroffenen ein (höheres) Pauschale ergeben.

+ Fußwege gelten künftig nicht mehr als Öffi-Strecke. In Grenzfällen haben PendlerInnen dadurch Anspruch auf das große statt nur auf das kleine Pauschale. Der Grund: Bisher hat der Rechner Fußwege von und zum Öffi zur Öffi-Strecke hinzugezählt. Der Anteil an Öffi-Kilometern am Arbeitsweg wurde damit verlängert. In Grenzfällen wurde eine Strecke dadurch insgesamt als mit öffentlichen Verkehrsmitteln überwiegend zumutbar gewertet, wodurch manchen PendlerInnen plötzlich nur mehr das kleine anstatt das große Pauschale zustand.

+ Künftig soll beim Pendlerrechner die Autofahrt nur mehr 15 Prozent der gesamten Wegstrecke betragen. Kommt man innerhalb dieser 15 Prozent nicht zu einem öffentlichen Verkehrsmittel, steht das große Pendlerpauschale zu - die Wegstrecke wird als mit öffentlichen Verkehrsmitteln überwiegend unzumutbar gewertet. Eine Verbesserung, denn derzeit gibt es Fälle, bei denen PendlerInnen laut Rechner die Hälfte der Strecke mit dem Auto zurücklegen sollen, um dann in ein öffentliches Verkehrsmittel umzusteigen, obwohl schon früher eine Umsteigemöglichkeit vorhanden wäre. Diese Annahme ist weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll und findet deshalb in der Praxis nicht statt.

+ Wer im Job ein Gleitzeitmodell hat, kann künftig im Rechner die Uhrzeit angeben, zu der man tatsächlich überwiegend zu arbeiten beginnt und aufhört. Eine wesentliche Erleichterung und Verbesserung. Bisher mussten PendlerInnen alle Varianten ihres Ar-beitsbeginns und Arbeitsendes im Rechner durchprobieren und die für sie ungünstigste Variante annehmen, mit der ihr Anspruch auf das Pauschale am niedrigsten ausfallen würde.

Offen ist derzeit noch, ob die Pendlerverordnung noch in folgende Richtung geändert wird: Die AK fordert: Fahren PendlerInnen mit dem Auto, soll der Pendlerrechner künftig vernünftige Wegstrecken zur Berechnung des Anspruchs auf das Pendlerpauschale heranziehen. Feldwege, Schotterstraßen oder Routen quer durch die Innenstadt zur Stoßzeit haben vielen PendlerInnen am Papier die Wegstrecke künstlich "verkürzt", einige haben dadurch plötzlich weniger oder gar keinen Anspruch auf das Pauschale und fallen um viel Geld um. Im Alltag wählen sie vernünftige Routen, auch wenn sie mehr Kilometer zählen.

(Forts.)

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