Korun und Walser: Modernes Islamgesetz muss an Lebensrealitäten des 21. Jahrhunderts anknüpfen

Einbindung der vielfältigen Glaubensströmungen sinnvoll

Wien (OTS) - "Wir begrüßen das Vorhaben der Regierung, das bereits über 100 Jahre alte Islamgesetz zu novellieren. Denn es bestand aus nur wenigen Paragraphen und hatte bereits Anpassungsbedarf an das 21. Jahrhundert." betonen Alev Korun, Menschenrechtssprecherin der Grünen und Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen. "Zentral wird es sein, ein Islamgesetz zu schaffen, das an die Lebensrealität der Muslime in Österreich im 21. Jahrhundert anknüpft. Um das zu schaffen, muss aber auch schon im Beratungsprozess rund um das Islamgesetz berücksichtigt werden, dass es sich bei den MuslimInnen in Österreich um eine sehr heterogene Gruppe handelt. Die "eine" islamische Glaubensgemeinschaft gibt es nicht, sondern vielmehr mehrere unterschiedliche Strömungen, wie zB die AlevitInnen, SchiitInnen uvm. Wichtig ist, diese Vielfalt bei der Entstehung des Gesetzesentwurfs mitzudenken, um einen Interessensausgleich der unterschiedlichen Strömungen zu schaffen" betont Korun.

Wenig Freude hat Walser mit dem Hinweis des Außenministers auf den islamischen Religionsunterricht: "Natürlich ist der Religionsunterricht ein zentrales Thema, dass der Lehrstoff aber nicht im Widerspruch zur staatsbürgerlichen Erziehung stehen darf, ist eine Selbstverständlichkeit, dafür braucht es kein neues Islamgesetz. Gleiches müsste ansonsten auch in Gesetze und Verträge mit sämtlichen anderen Religionen und Religionsgemeinschaften."

"Das Vorhaben, dass österreichische Imame in Österreich eine Ausbildung erhalten sollen ist sinnvoll, gerade wenn es darum geht an den Lebensrealitäten der hier lebenden MuslimInnen anzuknüpfen. Auch hinsichtlich der im Religionsunterricht verwendeten Lehrmaterialen ist eine solche Aktualisierung an das heutige Leben notwendig - in den letzten Jahren gab es hier immer wieder Beschwerdefälle." so Korun und Walser. "Die zuständigen Ministerien sollten die Chance, die sich nun durch die Novellierung des Islamgesetzes ergibt, nutzen, um mit den unterschiedlichen Strömungen in Kontakt zu treten, sie einzubinden und damit einen für die Gesamtgesellschaft und die Gläubigen befriedigenden Konsens zu finden."

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