AK Unternehmensmonitor: Ansehnliche Renditen für Firmeneigentümer

Fast 40 Prozent der Löhne und Gehälter werden ausgeschüttet - Steuerquote weiter gering

Wien (OTS) - Der das vierte Jahr in Folge erhobene AK Unternehmensmonitor zeigt: Österreichs mittelgroße und große Kapitalgesellschaften stehen wirtschaftlich auf guten Beinen. Sie zeichnen sich durch eine hohe Ertragskraft und gesunde Finanzierungsstrukturen aus. Die EigentümerInnen profitieren von hohen Renditen. Weniger erfreulich aus Sicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Fast 40 Prozent der Löhne und Gehälter werden an die AktionärInnen ausgeschüttet. Auch die Steuerquote liegt deutlich unter dem Körperschaftsteuersatz. "An dieser soliden und gesunden Basis haben die ArbeitnehmerInnen einen wesentlichen Anteil. Nun müssen sie auch ihren Lohn dafür erhalten", sagt AK Präsident Rudi Kaske.

Ertragslage, betriebliche Verteilung, finanzielle Stabilität, Standortsicherung und gesellschaftliche Verantwortung: Nach diesen fünf Schwerpunkten analysiert der AK Unternehmensmonitor jährlich die Bilanzen von rund 1.500 mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften. Fazit der aktuellen Bewertung der 2012er Abschlüsse: Die Unternehmen stehen finanziell gut da.

So erzielten die untersuchten Betriebe gute 4,1 Prozent Gewinn allein aus dem Kerngeschäft, mehr als ein Viertel kam sogar auf eine EBIT-Quote von mehr als sechs Prozent. Zudem besonders erfreulich:
Die Liquidität erreichte 2012 mit 115,1 Prozent (Prozentsatz, zu dem das kurzfristige Umlaufvermögen das kurzfristige Fremdkapital deckt) einen neuen Spitzenwert. "Sollte es zu finanziellen Engpässen kommen, sind die Kapitalgesellschaften gut gerüstet und verfügen über ausreichend liquide Mittel, um mögliche Zahlungsschwierigkeiten kurzfristig zu überbrücken", sagt AK Experte und Studienautor Markus Oberrauter. Die finanzielle Stabilität wird zudem durch die Eigenkapital-Ausstattung untermauert: Sie lag 2012 bei 45,4 Prozent -und damit um 2,3 Prozentpunkte höher als 2011.

Dass es sich auszahlt, Kapital in österreichische Firmen zu investieren, zeigen folgende Zahlen: Die Eigenkapitalrentabilität lag bei 12,9 Prozent. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Rendite österreichischer Anleihen (Staatsanleihen und Corporate Bonds) betrug im vergleichbaren Zeitraum 1,5 Prozent. Freuen dürfen sich aber auch die Aktionärinnen und Aktionäre. Denn fast 40 (!) Prozent der Löhne und Gehälter wurden an die Anteilseigner ausgeschüttet. "Das ist zwar im Vergleich zur vorigen Erhebung ein begrüßenswerter Rückgang, die EigentümerInnen profitieren jedoch in einem höheren Ausmaß von der guten Ertragslage als die ArbeitnehmerInnen in Form von höheren Löhnen und Gehältern", sagt Oberrauter.

Zumindest wurde etwas mehr in Sachgüter investiert als ausgeschüttet, in den beiden Jahren davor war es umgekehrt. Dennoch wurde ein großer Teil der erwirtschafteten Gewinne damit nicht in Investitionen für die Zukunft gesteckt, wobei ausreichend Kapital dafür zur Verfügung stehen würde. Und was noch zu wünschen übrig lässt: die Steuerquote. Auch 2012 blieb die Steuerleistung mit 19 Prozent deutlich vom nominellen Steuersatz in Höhe von 25 Prozent entfernt. Dazu Oberrauter: "Es bleibt abzuwarten, wie sich die geplanten Änderungen bei der Gruppenbesteuerung durch das Abgabenänderungsgesetz auswirken werden und ob dadurch eine Annäherung an den Körperschaftsteuersatz erfolgt."

"Von diesem Erfolg müssen auch die ArbeitnehmerInnen stärker profitieren", fasst AK Präsident Kaske die Ergebnisse des AK Unternehmensmonitors zusammen. Und weiter: "Das muss honoriert werden - in Form von fairen Abschlüssen bei den Kollektivvertragsverhandlungen, in Form von weniger Überstunden, anstelle derer Arbeitsplätze geschaffen werden können, in Form von guten und altersgerechten Jobs und in Form von mehr Respekt gegenüber den Beschäftigten." Zudem fordert Kaske die Unternehmen auf, ihre Ausschüttungen an Aktionäre weiter zu reduzieren und stattdessen Investitionen in die Zukunft und damit in den Erhalt von wichtigen Arbeitsplätzen zu tätigen.

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