Lebenszyklusmodelle mit privater Beteiligung als attraktive Finanzierungsalternative für Österreichs Gemeinden

Zukunftsorientiert und nachhaltig investieren

Wien (OTS) - Trotz knapper finanzieller Mittel müssen öffentliche Gebäude neu errichtet oder saniert und laufend veränderten Nutzungsbedingungen angepasst werden. Mit welchen Herausforderungen dies verbunden ist und welche Finanzierungslösungen besonders erfolgversprechend sind, wurde im Rahmen des vierten KommunalWirtschaftsForum (KWF) am 20. und 21. März 2014 von Raiffeisen-Leasing, PORR, Siemens, Vasko+Partner sowie Deloitte Österreich diskutiert.

Basis der Diskussion bildeten die Ergebnisse einer Online-Befragung, die im Vorfeld des KommunalWirtschaftsForum vom Marktforschungsunternehmen Pitters(R) Trendexpert in Kooperation mit dem Fachmagazin "Kommunal" durchgeführt wurde. Rund 500 Entscheidungsträger waren eingeladen, zum Thema "Investitionen in den Gemeinden 2014" Auskunft zur finanziellen Situation ihrer Gemeinden und ihre Einschätzung potenzieller Investitionstätigkeiten zu geben.

Die Ergebnisse der Umfrage im Überblick

91 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sich die Lebensqualität in ihrer Gemeinde in den vergangenen zehn Jahren erhöht hat. Gleichzeitig glauben jedoch 86 Prozent, dass die derzeitige Situation der öffentlichen Finanzen in Österreich neue Investitionen erschwere. Auf Gemeindeebene sind zwei Drittel überzeugt, dass sich angesichts ihrer finanziellen Lage kaum neue Investitionen durchführen lassen. 13 Prozent glauben an eine Verbesserung in den Jahren 2014 und 2015, 26 Prozent gehen von einer Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahr aus. Rund 60 Prozent rechnen damit, dass ihre finanzielle Lage unverändert bleibt.

Die wichtigsten Investitionsziele und -ausgaben

Während die Ausgaben in den letzten Jahren vor allem im Sozialbereich (Pflege und Betreuung älterer bzw. kranker Menschen) gestiegen sind, werden in diesem Bereich von den Gemeinden nur noch zu 29 Prozent Projekte geplant oder beschlossen. Am häufigsten (92 Prozent) werden Infrastrukturprojekte zum Erhalt bzw. Bau von Straßen und öffentlichen Plätzen sowie zur Verkehrssicherheit geplant oder beschlossen. Auf den weiteren Plätzen folgen Vorhaben in den Bereichen EDV (Computer/IT, E-Government, Hard- und Software), Energie und Personal.

Die nominal höchsten Mittel werden für den Erhalt bzw. Bau von neuen Bildungseinrichtungen veranschlagt. Österreichs Gemeinden planen, mit rund 2,1 Milliarden Euro in Projekte zum Erhalt und Bau von Bildungseinrichtungen zu investieren. An zweiter Stelle stehen Projekte im Zusammenhang mit Wasser/Abwasser und Abfallwirtschaft. Hier sind Investitionen in der Höhe zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro vorgesehen.

Neue Möglichkeiten der Finanzierung

Zur Umsetzung der geplanten Projekte ist den Befragten die interkommunale Zusammenarbeit am wichtigsten (56 Prozent), gefolgt von strategischem Beschaffungsmanagement (35 Prozent). Weniger bekannt - und daher mit hohem Entwicklungspotenzial verbunden - sind Lösungen über Betreibergesellschaften (24 Prozent), Lebenszyklusmodelle (22 Prozent) und Contracting-Modelle (20 Prozent).

Vor allem Lebenszyklusmodellen soll nach Einschätzung der Diskussionsteilnehmer künftig besondere Bedeutung zukommen. Diese gesamthaften Modelle haben nicht die bloße Finanzierung der Anschaffungskosten im Fokus, sondern berücksichtigen auch die laufenden Betriebskosten über die Dauer der tatsächlichen Nutzung, die Kosten für mögliche nachfolgende Um- und Erweiterungsbauten, Anpassungen und Sanierungen sowie eine etwaige Änderung der Nutzung zu einem späteren Zeitpunkt. Wesentlich ist außerdem das Zusammenwirken von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft.

Raiffeisen-Leasing hat den Bedarf von Städten und Gemeinden an alternativen Finanzierungsmodellen wie dem Lebenszyklusmodell frühzeitig erkannt und realisiert sie - ganz im Sinne partnerschaftlicher Modelle - mit erfahrenen Kooperationspartnern wie Siemens Österreich und PORR.

Die Diskussionspartner des KommunalWirtschaftsForum im O-Ton:

Alexander Schmidecker, CEO der Raiffeisen-Leasing GmbH: "Die anhaltend angespannte wirtschaftliche Situation der Gemeinden trägt dazu bei, dass Kooperationen mit privaten Spezialisten für die öffentliche Hand nicht nur attraktiver, sondern ganz einfach notwendig werden. Das gilt vor allem für Lösungen im Rahmen von Lebenszyklusmodellen. In den vergangenen Jahren wurde bereits eine Reihe solcher Projekte sehr erfolgreich umgesetzt. Für die Zukunft sehe ich noch erhebliches weiteres Potenzial. Hier kann effizient und effektiv mit dem Know-how privater Partner ein wesentlicher Beitrag dazu geleistet werden, um den Gemeinden das Leben einfacher und ein gutes Stück lebenswerter zu machen."

Claus Stadler, Geschäftsführer bei Strauss & Partner Development GmbH (ein Tochterunternehmen der PORR-Gruppe): "Seit mehreren Jahren entwickeln und betreiben wir erfolgreich Public-Private-Partnership-Modelle und sind stolz darauf, eine Produktvielfalt aus einer Hand anbieten zu können. Die PORR AG ist aufgrund ihrer weitreichenden Erfahrung und ihres breiten Leistungsspektrums ein attraktiver Partner für Kooperationsmodelle mit der öffentlichen Hand. Als Full-Service-Provider decken wir mit Strauss & Partner Development GmbH die Projektenwicklung, Planung und Finanzierung ab, die bauliche Umsetzung übernimmt die PORR BAU GmbH als Generalunternehmer. Die Betriebsführung sowie das Bestandsmanagement erfolgen über die PORREAL Immobilien Management GmbH."

Arnulf Wolfram, Leiter des Sektors Infrastructure & Cities CEE bei Siemens AG Österreich: "Die Kommunen stehen unter Kostendruck. In einer Gemeinde sicherzustellen, dass Kindergärten, Schulen und Gesundheitseinrichtungen in kostengünstiger und energieeffizienter Weise gebaut und betrieben werden, ist eine der großen Herausforderungen, der sich jeder Kommunalpolitiker stellen muss. Einrichtungen die einen Mehrwert erzeugen, Abwanderungen verringern und den Standort der Kommunen aufwerten, sind auch in unserem Fokus. Wesentlich bei diesen Projekten ist die erfolgreiche Umsetzung unter Berücksichtigung der Lebenszykluskosten. Lebenszyklus-Modelle bedeuten, das nicht nur in der Phase der Errichtung auf Wirtschaftlichkeit geachtet wird, sondern die Gesamtkosten für Errichtung und Betrieb über die Lebensdauer eines Objekts optimiert werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf möglichst geringem Energieverbrauch. Dazu setzen wir auf Innovation und moderne Technik zu optimierten Kosten."

Thomas Wetzstein, Geschäftsführer bei Vasko+Partner Ingenieure GmbH: "Für eine nachhaltige, langfristig orientierte Planung ist entscheidend, bereits beim Entwurf einer Immobilie weit über deren Lebenszyklus hinaus und vor allem ganzheitlich zu denken. Genau das entspricht auch unserer Philosophie als Generalkonsulent. Für uns gehört nicht nur ein ausgeklügeltes Energiekonzept zur 'richtigen' Planung. Wir berücksichtigen von vorne herein etwaige Veränderungen, die sich im Laufe der Zeit ergeben können. Immobilien sind nur dann nachhaltig, wenn sie flexibel an wechselnde Lebens- und Nutzungssituationen angepasst werden können."

Alexander Hohendanner, Partner bei Deloitte Österreich: "Der Lebenswandel in vielen Gemeinden benötigt neue Antworten auf Fragen wie 'Was bedeuten neue Arbeitswelten für meine Gemeinde?', 'Wie kann ich durch neue Mobilitätsformen meine Infrastruktur verbessern?', 'Wo macht die Zusammenarbeit mit anderen aus Kostengründen Sinn?' oder 'Wie können sich Investitionen demografisch rechnen?'. Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, benötigen wir Public Leader, die mit einem Kompass durch Schlüsselkompetenzen wie Gemeindeperformance, Gemeindebilanz, Gemeindesteuern und klassische ergebnisorientierte Führungsarbeit navigieren. Dafür steht Deloitte mit regionaler Gemeindeberatung vor Ort und vernetzt die Akteure in Österreich -insbesondere bei neuen Finanzierungsformen: interkommunaler Zusammenarbeit und Lebenszyklusmodellen."

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