"Von der Schule in den Beruf - den Übergang schaffen"

Wien (OTS) - Mit der Schule fertig und keine Lehrstelle? Oder sogar die Schule geschmissen? Was für viele Jugendliche im ersten Moment als ausweglose Situation erscheint, gehört zum täglichen Geschäft von Monika Mrugowska. wien.at sprach mit der Beraterin der Kümmer-Nummer für Lehre und Beruf, über Ausbildungsangebote der Stadt, institutionenübergreifende Zusammenarbeit und die Wichtigkeit, junge Menschen zu motivieren.

wien.at: Was macht der waff für Jugendliche? Welche Angebote gibt es speziell für junge Leute?

Monika Mrugowska: Der waff betreibt mit der Kümmer-Nummer die Hotline für alle Fragen rund um Lehre und Beruf. Jugendliche, Eltern, Angehörige oder auch Lehrerinnen und Lehrer kommen telefonisch unter 0800 20 20 22 rasch und einfach zu den Infos, die sie brauchen. Das Team der Kümmer-Nummer ist auch auf Facebebook erreichbar.

wien.at: Was ist wichtig bei der Beratung von Jugendlichen? Worauf muss man achten und wo sind die Hauptprobleme?

Mrugowska: Die meisten wenden sich an uns, weil sie nach einer Lehrstelle oder einem Ausbildungsplatz suchen. Jugendliche, die schon in der Lehre sind, kontaktieren uns vor allem dann, wenn es Probleme zum Beispiel mit Kolleginnen oder Kollegen, der Chefin beziehungsweise dem Chef oder auch in der Berufsschule gibt. Manchmal gefällt ihnen auch schlicht und einfach der Lehrberuf nicht mehr und sie möchten wechseln. Aber auch Jugendliche, die in der Schule sind und zum Beispiel die Schule schmeißen wollen oder auch schon abgebrochen haben, holen sich bei uns Rat.

Das Wichtigste ist, sich Zeit zu lassen, auf die Jugendlichen einzugehen, mit ihnen gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten und sie vor allem zu motivieren. Es gibt immer eine Perspektive oder Alternative. Wir kennen das gesamte Unterstützungsangebot in Wien und verweisen dann auch an die richtige Adresse weiter, wo Jugendliche andocken können. Die Beratung bei der Kümmer-Nummer ist anonym.

wien.at: Gibt es noch etwas Anderes außer der Kümmer-Nummer?

Mrugowska: Die Kümmer-Nummer ist eine Initiative im Rahmen der Wiener Ausbildungsgarantie. Dafür arbeiten alle zentralen Bildungs-und Arbeitsmarkteinrichtungen vom Stadtschulrat bis hin zu waff und AMS Wien zusammen. Die Ausbildungsgarantie stellt sicher, dass die Jugendlichen den Übergang von der Schule in den Beruf gut schaffen. Sie trägt dafür Sorge, dass Jugendliche, die keine reguläre Lehrstelle in einem Betrieb finden, einen sicheren Ausbildungsplatz bekommen. Und sie unterstützt Jugendliche, die es besonders schwer haben, im Berufsleben überhaupt Fuß zu fassen.

wien.at: Wohin können sich Jugendliche sonst noch wenden?

Mrugowska: Alle Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen und keine finden, sollen sich unbedingt beim AMS melden. Es gibt ja durch die Wiener Ausbildungsgarantie die Möglichkeit der überbetrieblichen Lehrausbildung. Sie wird in rund 30 verschiedenen Lehrberufen angeboten. Dazu gehören traditionelle Berufe ebenso wie spezialisierte Berufe, etwa Mechatronikerin beziehungsweise Mechatroniker oder EDV-Systemtechnikerin beziehungsweise -techniker.

Jugendliche, die noch nicht so weit sind, überhaupt in eine Ausbildung einzusteigen, die aber auch nicht mehr in der Schule sind, sind bei spacelab Produktionsschule Wien richtig. Jugendliche können dort Schritt für Schritt erproben, wo ihre Stärken und Interessen liegen. Profis helfen bei der Planung der Zukunft. Infotag ist jeden Dienstag um 13 Uhr ohne Voranmeldung.

Unterstützung und Hilfe für Jugendliche rund um Ausbildung, Lehre und Berufsorientierung bieten auch Einrichtungen wie zum Beispiel der Verein Sprungbrett, und zwar speziell für Mädchen, oder Technopool. Auch die Volkshochschulen haben spezielle Angebote für Jugendliche, zum Beispiel wenn es um das Nachholen des Hauptschulabschlusses geht.

wien.at: Gibt es Veranstaltungen für Jugendliche?

Mrugowska: Der waff organisiert zum Beispiel in unterschiedlichen Wiener Bezirken in Zusammenarbeit mit den Schulen, den Berufsschulen und Unternehmen Berufsinformationstage für Schülerinnen und Schüler der 8. Schulstufe. Die Schülerinnen und Schüler können dort in verschiedene Berufe hineinschnuppern, um sich so gute Anregungen für die richtige Berufswahl zu holen. Darüber hinaus gibt es noch jede Menge weitere Veranstaltungen, wie jeweils im Oktober den Tag der Lehre im MAK, die L 14 der Arbeiterkammer, die Wochen für Beruf und Weiterbildung des waff, die heuer in drei Bezirken stattfinden.

Weitere Informationen:
www.kuemmer-nummer.at/
www.waff.at
www.wien.at

(Schluss) red

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