EANS-Adhoc: Lenzing AG / Umsatz- und Ergebnisrückgang 2013 - Gegensteuerungsmaßnahmen voll angelaufen

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Jahresergebnis/Jahresgeschäftsbericht
21.03.2014

-Anhaltend gute Mengennachfrage, neue Rekordverkaufsmenge -Unbefriedigende Ertragslage aufgrund sehr schwacher Faserpreise -Erste Effekte aus Kostenoptimierungen greifen bereits im ersten Halbjahr 2014

Der Geschäftsverlauf der Lenzing Gruppe war 2013 von einer anhaltend guten Mengennachfrage, Rekordverkaufsmengen und Vollauslastung bei allerdings äußerst schwachen Faserpreisen gekennzeichnet. Lenzing steuerte mit umfassenden Kostenoptimierungen, einer Marktoffensive bei Spezialfasern, der Anpassung der Unternehmensstrategie zur Risikominimierung sowie einer optimierten Konzernstruktur entgegen.

Der Konzernumsatz[1]sank im Geschäftsjahr 2013 um 8,7% von EUR 2,09 Mrd auf EUR 1,91 Mrd Ursachen dafür waren die gegenüber 2012 um 13% auf 1,70 EUR je Kilogramm gesunkenen Faserdurchschnittspreise und der Verkauf der Business Unit Plastics. Hinzu kam der Wegfall von Zellstoff-Verkäufen in Höhe von EUR 61,8 Mio, da das Zellstoffwerk Paskov 2013 zur Gänze von Papier- auf Faserzellstoff umgestellt wurde, der innerhalb des Konzerns verarbeitet wurde.

Das Konzern-EBITDA[2](Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf immaterielle Anlagen und Sachanlagen unter Berücksichtigung der Auflösung von Investitionszuschüssen) lag mit EUR 225,4 Mio (nach EUR 352,4 Mio angepasst[3]) innerhalb der zuletzt veröffentlichten Guidance. Die EBITDA-Marge betrug 11,8% (nach 16,9% angepasst im Jahr zuvor). Das Konzern-Betriebsergebnis[4](EBIT) für das Geschäftsjahr 2013 belief sich auf EUR 86,4 Mio nach EUR 231,5 Mio im Vorjahr (angepasst). Die EBIT-Marge lag bei 4,5% (nach 11,1% angepasst im Jahr 2012).

Umfassende Gegensteuerungsmaßnahmen
,,Wir gehen davon aus, dass das schwierige Marktumfeld 2014 und womöglich auch noch weit bis ins Jahr 2015 anhält. Wir haben deshalb rechtzeitig und umfassend Gegensteuerungsmaßnahmen implementiert", erläutert Lenzing Vorstandsvorsitzender Peter Untersperger. ,,Wir reduzieren einerseits massiv Kosten, setzen aber andererseits mit der Forcierung unserer Spezialfasern TENCEL® und Lenzing Modal® am Markt neue Akzente. Unsere Markt- und Qualitätsoffensive wird durch die
seit Jahresbeginn in Kraft gesetzte funktionale Konzernorganisation unterstützt. Gleichzeitig orientiert sich unsere Wachstumsstrategie im Sinne einer konsequenten Risikoanpassung an der aktuellen Marktlage", so Untersperger weiter. ,,Die ungebrochen starke Mengennachfrage nach Lenzing Fasern zeigt, dass wir zwar in einem schwierigen Umfeld, aber mit den richtigen Produkten, auf einem langfristig attraktiven Wachstumsmarkt präsent sind. Wir arbeiten intensiv und konsequent an der Optimierung unserer Wettbewerbsstärke."

Kostenoptimierungsprogramme voll in Umsetzung
Bereits zu Jahresbeginn 2013 wurde das erste Kostenoptimierungsprogramm excelLENZ 1.0 gestartet. Damit konnten Einsparungen in Höhe von rund EUR 40 Mio realisiert werden. Im November 2013 folgte das excelLENZ 2.0 Programm, das bereits voll in Umsetzung ist. Bei allen Kostenmodulen an allen Konzernstandorten wurden Kosteneinsparungen von insgesamt EUR 120 Mio ab den Geschäftsjahren 2015/2016 identifiziert. Im Geschäftsjahr 2014 sind aus diesem Programm Kosteneinsparungen von rund EUR 60 Mio budgetiert. Die Maßnahmen bestehen zu rund zwei Drittel aus Einsparungen bei Materialkosten, einer massiven Reduktion des Sachaufwandes, im Overheadbereich und Effizienzsteigerungen. Rund ein Drittel entfällt auf Personalkosten. Zur Abfederung dieser Maßnahmen wurde zu Jahresende 2013 ein umfassender Sozialplan ausgearbeitet, für den im Jahresabschluss 2013 EUR 19,7 Mio rückgestellt wurden.

Die Adaptierung der Lenzing Strategie stellt angesichts der aktuellen Marktgegebenheiten die Risikooptimierung und die weitere Forcierung von ertragsstarken Spezialfasern in den Vordergrund. Der Bau der TENCEL® Anlage am Standort Lenzing ist das einzige laufende Kapazitätsausbauprojekt. Vorerst werden keine Viscosefaser-Wachstumsinvestitionen realisiert. Der Bau eines Viscosefaserwerkes in Indien wurde aufgeschoben.

Absatzsteigerungen bei Spezialfasern
Im Fokus steht nun die Ausweitung des Spezialitätenanteiles. ,,Unsere Spezialfasern Lenzing Modal® und TENCEL® konnten 2013 bei guter Mengennachfrage unverändert attraktive Preisprämien von über 50% gegenüber Standard-Viscosefasern erzielen", berichtet Faserproduktionsvorstand Friedrich Weninger. ,,Wir haben zudem in Vorbereitung auf die Inbetriebnahme des neuen TENCEL® Werkes
in Lenzing neue Absatzmärkte und Regionen für TENCEL® erschlossen und unsere Innovationspipeline weiter aufgefüllt." Allerdings konnte Lenzing der schwachen Preisentwicklung bei Viscose-Standardfasern durch eine höhere Absatzmenge bei Spezialfasern nur bedingt entgegensteuern. Insgesamt wurde die Faserverkaufsmenge jedenfalls auf einen neuen Rekord von rund 890.000 Tonnen im Jahr 2013 angehoben (+10% gegenüber 810.000 Tonnen 2012).

Anhaltend hohe Eigenkapitalquote, Investitionen reduziert
Die Bilanzsumme der Lenzing Gruppe konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr von EUR 2,63 Mrd auf EUR 2,44 Mrd per Ende 2013 deutlich reduziert werden. Dafür war vor allem der planmäßige Abbau der Zahlungsmittelbestände im Zuge der Fertigstellung der laufenden Investitionsvorhaben verantwortlich. Die bereinigte Eigenkapitalquote stieg von 43,8% auf 45,5% der Bilanzsumme. Die Nettofinanzverschuldung lag zu Jahresende 2013 bei EUR 504,7 Mio (nach EUR 346,3 Mio).

Die ausgabenrelevante CAPEX (Investitionen in immaterielle Anlagen und Sachanlagen sowie in weitere Anteile von beherrschten Unternehmen)[5]wurde im Geschäftsjahr 2013 deutlich auf EUR 252,2 Mio (nach EUR 346,2 Mio) reduziert. Schwerpunkt waren der Bau der neuen TENCEL® Anlage, unaufschiebbare Infrastruktur-Investitionen am Standort Lenzing sowie der Abschluss der Umbauarbeiten am Zellstoff-Standort Paskov.

Ausblick 2014
Die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Lenzing Gruppe haben sich in den ersten Wochen 2014 gegenüber dem vierten Quartal 2013 kaum verändert. Am globalen Fasermarkt ist keine durchgreifende Verbesserung auf der Preisseite in Sicht. Gründe dafür sind vor allem die historisch hohen Baumwolllager, hohe Baumwollproduktionen und Überkapazitäten bei industriell hergestellten Cellulosefasern in China.

Die mengenmäßige Nachfrage nach Fasern war zu Jahreswechsel 2013/14 weiterhin stark.

Die Lenzing Gruppe steuert 2014 durch die zügige Umsetzung des Kosteneinsparungs- und Effizienzsteigerungsprogrammes excelLENZ 2.0 entgegen. Im Konzernabschluss 2013 wurden alle notwendigen Vorsorgen für die Einmalkosten von excelLENZ 2.0 eingestellt. Bereits 2014 wird mit ergebniswirksamen Effekten von mehr als EUR 60 Mio gerechnet.

Dieses Programm, sowie die mit Jahresbeginn 2014 in Kraft getretene neue Konzernstruktur, sind ein wesentlicher Beitrag zur Wiedererlangung der globalen Wettbewerbsfähigkeit der Lenzing Gruppe.

Wichtige Kennzahlen nach
IFRS, auf Konzernbasis

(in EUR Mio) 1-12/2013 1-12/2012(1) Konzernumsatz 1.908,9 2.090,4 EBITDA 225,4 352,4 EBITDA-Marge in % 11,8 16,9 Betriebsergebnis EBIT 86,4 231,5 EBIT-Marge in % 4,5 11,1 Periodengewinn 50,0 180,9 CAPEX (inkl. BU Plastics) 252,2 346,2

31.12.2013 31.12.2012 Bereinigte 45,5 43,8 Eigenkapitalquote(2)in % Mitarbeiter zum 6.675 7.033 Periodenende

1) Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund von Ausweisänderungen angepasst (siehe dazu im Detail Note 2 im Konzernabschluss per 31. Dezember 2013)
2) Eigenkapital inkl. Investitionszuschüsse abzgl. anteilige latente Steuern

-------------------------------------------------------------------------------- [1] Alle Werte inklusive aufgegebener Geschäftsbereiche, außer wo explizit angegeben
[2] Das Konzern-EBITDA vor Umstrukturierungen beträgt EUR 219,4 Mio (Vorjahr:
EUR 358,7 Mio)
[3] Die Vorjahreszahlen wurden nachfolgend tlw. angepasst (siehe dazu im Detail Note 2 im Konzernabschluss per 31. Dezember 2013)
[4] Das Konzern-Betriebsergebnis (EBIT) vor Umstrukturierungen beträgt EUR 106,5 Mio (Vorjahr: EUR 255,0 Mio)
[5] Inkl. Business Unit Plastics

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