Mückstein: Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz muss dringend geändert werden

Grüne: 25 Stunden durchgehende Arbeitszeit für ÄrtzInnen sind genug

Wien (OTS) - Wie im heutigen Morgenjournal berichtet wurde, droht die EU-Kommission Österreich mit einer Klage, sollte die Arbeitszeitrichtlinie im Bereich der Krankenanstalten nicht umgesetzt werden. Seit Jahren setzen sich die Grünen bereits dafür ein, die Arbeitszeit für SpitalsärztInnen besser zu regeln.

"Die Arbeitszeiten der SpitalsärztInnen sind nach wie vor viel zu lang und stellen eine Gefahr sowohl für PatientInnen als auch für die ÄrztInnen selbst dar. Vor allem die langen Dienstzeiten am Stück führen nachweislich zu erhöhter Herzfrequenz und Bluthochdruck", sagt die Gesundheitssprecherin der Grünen, Eva Mückstein.

Eine Studie der Universität Innsbruck hat ergeben, dass ÄrztInnen, die länger als 24 Stunden im Dienst sind, eine verlangsamte Reaktionszeit haben, ganz so, als hätten sie 0,8 Promille Alkohol im Blut. Nach einer Grazer Studie ist das Burnout Risiko für SpitalsärztInnen extrem hoch und liegt bei 50 bis 60 Prozent.

Das Krankenanstalten Arbeitszeitgesetz erlaubt derzeit bis zu 32 Stunden lange Dienste, an Wochenenden sind sogar bis zu 49 Stunden am Stück erlaubt.
"Das halte ich für grob fahrlässig. Ich fordere eine Begrenzung der durchgehenden Arbeitszeit für SpitalsärztInnen auf 25 Stunden im Gesetz für alle Spitäler in Österreich. Ebenso natürlich die Umsetzung der EU-Arbeitszeitrichtlinie, die eine Begrenzung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von maximal 48 Stunden vorschreibt."

Vor allem die ÄrztInnen in Ausbildung sind von diesen überlangen Diensten betroffen und leiden darunter. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance ist unter diesen Umständen
nicht möglich. Bereits jetzt gibt es in Österreich einen TurnusärztInnen-Mangel, da die Arbeitsbedingungen im Ausland wesentlich besser sind.
Die Grünen bringen im heutigen Gesundheitsausschuss einen Entschließungsantrag ein, der die Begrenzung der durchgehenden zulässigen Arbeitszeit auf 25 Stunden fordert.

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