"Wir bauen unsere Brunnen selbst!": Sauberes Wasser für 26.000 Menschen

Wien (OTS) - Menschen für Menschen zum Weltwassertag: Die Bevölkerung Ginde Berets im äthiopischen Hochland hat in den vergangenen drei Jahren Großartiges geleistet. Gemeinsam mit Mitarbeitern der Organisation Menschen für Menschen hat sie 60 Brunnen in dem vom österreichischen Verein finanzierten Projektgebiet errichtet und so die Versorgung mit sauberem Trinkwasser für über 26.000 Menschen gesichert.

768 Millionen Menschen der Weltbevölkerung, also rund 11 Prozent, haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Besonders Kinder unter fünf Jahren sind von den Folgen der katastrophalen Wasserversorgung betroffen - jede Stunde sterben über 80 Kinder an Durchfallerkrankungen, die durch verschmutztes Wasser und fehlende sanitäre Einrichtungen verursacht werden. 1)

2011: Drei Viertel der Bevölkerung ohne sauberes Wasser

In den ländlichen Regionen Äthiopiens ist die Lage meist noch verheerender. Im Menschen für Menschen-Projektgebiet Ginde Beret hatten zu Beginn der Arbeit knapp 80 Prozent der Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Der überwiegende Teil der Bevölkerung schöpfte Wasser aus ungeschützten, verschmutzten Quellen. Seit 2011 ist die Organisation in der Region tätig und setzt Maßnahmen aus verschiedenen Bereichen um. Das Engagement der Bevölkerung ist dabei besonders gefragt.

2014: Zugang zu sauberem Wasser verdoppelt

In der nun abgeschlossenen ersten Projektphase wurden insgesamt 60 Brunnen und Quellfassungen mit Unterstützung der Bevölkerung errichtet. Über die Hälfte der Menschen in Ginde Beret hat heute, nach drei Jahren Projektarbeit, bereits Zugang zu sauberem Trinkwasser. Ziel ist es, langfristig die Versorgung mit sauberem Trinkwasser für über 130.000 Menschen in der Region zu sichern.

Bleibende Erfolge durch Partizipation

Quellfassungen und Brunnen werden möglichst in der Nähe der Dörfer errichtet. Unter Anweisung eines entsprechend ausgebildeten Mitarbeiters von Menschen für Menschen werden die für die Errichtung von Quellfassungen und Brunnen notwendigen Arbeiten von der Bevölkerung selbst durchgeführt. Dies umfasst zum Beispiel die nötigen Grabungsarbeiten zur Freilegung einer Quelle, die Errichtung der Quellfassung oder das Gießen der verwendeten Brunnenringe. "Die Unterstützung der Bevölkerung hilft uns natürlich dabei, den Einsatz der finanziellen Mittel möglichst gering zu halten", so Berhanu Bedassa, Projektleiter des österreichischen Projektgebietes, "dadurch können wir mit den vorhandenen Mitteln viel mehr bewirken. Außerdem lernt die Bevölkerung, wie Brunnen und Quellfassungen gebaut werden und welchen Zweck eine gesicherte Wasserversorgung für die Entwicklung ihrer Region hat. Schließlich tragen die Menschen auch selbst die Verantwortung für den weiteren Bestand des Projekts."

Sobald ein Brunnenprojekt umgesetzt wird, wählt die Dorfgemeinschaft ein mehrköpfiges Wasserkomitee. Die Mitglieder dieses Komitees werden von Menschen für Menschen darin geschult, die Anlage in Zukunft zu säubern, zu warten und gegebenenfalls zu reparieren. Zu diesem Zweck erhält das Komitee auch ein adäquates Werkzeugset. Die Quellfassungen und Brunnen sind prinzipiell eingezäunt, um Tiere fernzuhalten und damit eine Verunreinigung des Wassers zu vermeiden. Ein Brunnenwart aus dem Dorf, der vom Komitee bestellt wird, kümmert sich um die tägliche Wartung und Pflege der Wasserstellen. Diese Aufgabe fällt oft älteren Mitgliedern der Dorfgemeinschaft zu, die dadurch die Möglichkeit haben ein Einkommen zu erhalten. Für die Nutzung der Brunnen bezahlt die Dorfgemeinschaft Abgaben. Die Höhe wird von der Bevölkerung selbst festgelegt, dadurch ist auch die Anschaffung allfälliger Ersatzteile, zum Beispiel von Dichtungsringen, abgedeckt.

Gesicherte Wasserversorgung - mehr als nur trinkbarer Erfolg

Der gesicherte Zugang zu sauberem Wasser hat weitreichende Auswirkungen auf das Leben der Menschen und die Entwicklung ihrer Heimat. Unmittelbar verbessert sich durch sauberes Trinkwasser die Gesundheit der Menschen. So gehören Durchfallerkrankungen in Ginde Beret nach der ersten Projektphase nicht mehr zu den drei am häufigsten auftretenden Krankheiten. Auch Trachom - eine heimtückische Augeninfektion, die unbehandelt zur unheilbaren Erblindung führen kann - wird unter anderem durch verbesserte Hygienebedingungen und sauberes Wasser eingedämmt.

Frauen und Mädchen - die täglich viele Stunden damit verbringen, Wasser von weit entfernten Quellen zu holen - werden durch den Bau von Brunnen und Quellfassungen in der Nähe der Dörfer entlastet. Sie haben nun mehr Zeit, die Mädchen können zur Schule gehen und die Frauen Weiterbildungskurse besuchen oder an einem Kleinkreditprogramm teilnehmen. Auf diese Weise wird auch die Stellung der Frauen gestärkt, denn sie haben nun mehr Möglichkeiten, am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Der verbesserte Zugang zu Wasser wirkt sich auch positiv auf den landwirtschaftlichen Ertrag aus, auf den der Großteil der Menschen im ländlichen Äthiopien angewiesen ist. Durch die Vermittlung von geeigneten Bewässerungstechniken, zusammen mit der Einführung ertragreicherer Obst-, Getreide- und Gemüsesorten, können die Kleinstbauern ihren Ertrag vervielfachen und ihre Familien das ganze Jahr über ausreichend und ausgewogen ernähren.

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser verbessert die Gesundheit der Menschen, schenkt Frauen wertvolle Zeit und sichert die Ernährung ganzer Regionen. Schon 10 Euro sichern einem Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser. Helfen Sie mit - als Mensch für Menschen.

1) Quellen: WHO/UNICEF JMP; WHO / Fact Sheet No 330

Rückfragen & Kontakt:

Verein Menschen für Menschen
Martina Hollauf, m.hollauf@mfm.at, Tel.: +43 1 5866950-16

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