NÖ Bauernbund: Lebensmittel sind zum Wegwerfen viel zu wertvoll

Tanner: Sorgsamer Umgang senkt Kosten und Inflation

St. Pölten (OTS) - "Unsere Lebensmittel sind viel zu wertvoll und sollten nicht einfach weggeworfen werden, wie dies leider tagtäglich in großem Ausmaß passiert. Ein sorgsamerer Umgang mit Nahrungsmitteln würde massive Kosteneinsparungen für die Konsumenten bedeuten", erklärt NÖ Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner in Bezug auf die derzeit in den Medien geführten Diskussionen und Darstellungen über Lebensmittel als Hauptpreistreiber für steigende Lebenshaltungskosten. Dies könne angesichts der aktuellen Preisdebatten auch einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung der Inflation darstellen

"Dabei ist der Lebensmitteleinkauf noch nie so günstig wie heute gewesen. Im Durchschnitt gibt ein österreichischer Haushalt derzeit nur noch 9,6% seines verfügbaren Budgets für Nahrungsmittel aus. Einschließlich Getränke sind es rund 12%. Zum Vergleich: Rund 24% der Haushaltsausgaben entfallen auf den Bereich 'Wohnen und Energie'. An zweiter Stelle steht der Bereich 'Verkehr' (15%) gefolgt von den Verbrauchsausgaben für 'Freizeit, Sport und Hobby' mit 12,8%", stellte Tanner dar.

"Gleichzeitig landen so viele Lebensmittel im Restmüll wie nie zuvor - pro Jahr werden in Österreich nämlich 157.000 t (!) genießbare Lebensmittel weggeworfen. Pro Kopf und Nase vom Säugling bis zum Pensionisten entspricht diese Menge etwa 12 kg in der Alpenrepublik. Durch die Aktionsmentalität sind Lebensmittel zum Wegwerfartikel geworden. Ein Zeichen des Wohlstands, das uns gerade angesichts der aktuellen Preisdiskussionen nachdenklich stimmen muss", so die NÖ Bauernbunddirektorin.

Fairer Produktpreis für die Bauern

"Für die Bauern bleibt allerdings zu wenig - die Ertragskraft der bäuerlichen Betriebe aus dem Verkauf ihrer qualitätsvollen Rohstoffe sinkt weiter", so Tanner. "Wenn man also schon von hohen Lebensmittelpreisen spricht, dann muss man auch vom fairen Anteil am Produktpreis reden."

Tanner belegt dies mit folgenden Beispielen: "Für 1 kg Schweinefleisch bekommt der Bauer heute etwa denselben Preis wie vor 15 Jahren (EUR 1,78 je kg). Demgegenüber sind die Konsumentenpreise für Karree, Schnitzel oder Bauchfleisch um mehrere Prozentpunkte gestiegen. Für 1 kg Brotgetreide erhalten die Bauern um etwa 8 Cent weniger als vor 20 Jahren. Im Geschäft kostet Brot aber um bis zu EUR 1,- mehr."

Preistreiber sind nicht die Bauern

Als die wahren Ursachen für die aktuellen Preisanstiege bei Nahrungsmitteln ortet sie vor allem die Lohn- und Energiekosten sowie die Spanne der Lebensmittelketten. "Jeder Cent, den unsere bäuerlichen Betriebe für ihre qualitätsvollen Produkte erlösen, ist hart erarbeitet und wirklich verdient. Die Preistreiber und Profiteure sitzen anderswo", stellt die Bauernbunddirektorin klar. Speziell in Hinsicht auf die weniger werdenden öffentlichen Mittel für die Landwirtschaft komme dem Produktpreis - den die Bäuerinnen und Bauern erlösen können - mehr Bedeutung zu. "Nur so können die Landwirte weiterhin regionale und hochqualitativ-wertvolle Lebensmittel erzeugen", ist sie überzeugt.

"Ebenso wichtig ist die gesellschaftliche und politische Akzeptanz der für die Bauern notwendigen Ausgleichszahlungen", unterstreicht Tanner einmal mehr die Bedeutung des Programms zur Ländlichen Entwicklung für die neue Förderperiode der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik.
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