AK 2: Mehr Sicherheit für Konsumenten bei Crowdfunding-Plattformen

Wien (OTS) - Die AnlegerInnen brauchen klare Informationen auf den Homepages der Crowdfunding-Anbieter: festgelegte Informationsstandards; verpflichtende und deutliche Risikohinweise; gesicherte Konzessionspflichten der Plattform-Betreiber.

Die AK Analyse der 18 Crowdfunding-Plattformen zeigt: Zum einen gibt es eine große Anzahl an Crowdfunding-Begriffen. Sie klingen gut, sind aber nicht selbsterklärend. Zum anderen gibt es viele Mischformen bei den Plattformen, also Anbieter, die Investing und Spenden anbieten. In der Schweiz gibt es auch Anbieter, die Kredite von privat zu privat vermitteln. Die Veranlagungsprodukte haben durchwegs Risikocharakter, etwa Aktien oder Genussrechte. Ein Spezifikum ist, dass britische Plattformen kein Impressum enthalten. Name und Anschrift der Betreiber sind etwa in Nutzungsbedingungen enthalten.

Die AK verlangt mehr Sicherheit und Schutz für die Anlegerinnen und Anleger:

+ Informationsstandards festlegen: Infostandards zu zentralen Punkten wie Impressumpflichten, klaren Geschäftsbedingungen, Risikohinweisen, Rücktrittsrechten, Kostendarstellung und Kündigungsmöglichkeiten sind nötig. Deutliche Darstellung, ob es sich um Spenden, Beteiligungen, Darlehen, ... handelt. Es müssen auch Verbraucherrechte sichergestellt sein, vor allem zum Rücktritt von Verträgen über den Fernabsatz.

+ Verpflichtende und deutliche Risikohinweise: Risikohinweise sollen verpflichtend und deutlich ersichtlich bei allen Projekten platziert werden.

+ Konzessionspflichten und Gewerbevoraussetzungen sicherstellen: Die Tätigkeiten der Plattform-Betreiber müssen die Konzessionspflichten bei Kredit- und Wertpapiergeschäften und/oder die gewerberechtlichen Voraussetzungen bei der Vermittlung von Veranlagungen erfüllen.

+ Verpflichtende Registrierung: Crowdfunding-Plattformen müssen durch Aufsichtsbehörden registriert und in einem öffentlichen Register (Internet) veröffentlicht werden.

+ Konzessionspflicht nicht aufweichen: Die Konzessionspflicht darf nicht durch eine Änderung des Einlagengeschäfts im Bankwesengesetz aufgeweicht werden.

+ Prospektrecht nicht durchlöchern: Die Prospektpflicht bei Crowdfunding-Plattformen darf nicht aufgeweicht werden. Das Prospektrecht legt fest, dass alle wesentlichen Informationen schriftlich darzulegen sind, die AnlegerInnen für ihre Anlageentscheidung brauchen. Die Prospektverantwortlichen (Emittenten, Prospektkontroller und Abschlussprüfer) haften für die Richtigkeit und Vollständigkeit.

SERVICE: Die AK Analyse "Crowdfunding unter dem Aspekt des Verbraucherschutzes" finden Sie unter wien.arbeiterkammer.at

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien Kommunikation
Doris Strecker
Tel.: (+43-1) 501 65-2677, mobil: (+43) 664 845 41 52
doris.strecker@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0002