Gefäßforum Österreich fordert Ultraschalluntersuchung von Bauchaortenaneurysmen als Gesundenvorsorge für alle über 65-Jährigen

Wien (OTS) - Seit seiner Gründung 2011 setzt sich das Gefäßforum Österreich (GFÖ) gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Gefäßchirurgie verstärkt für eine flächendeckende Screening-Untersuchung der Bauchaorta von über 65-Jährigen ein. Bis dato ist die Ultraschalluntersuchung von Bauchaortenaneurysmen keine kassenabrechenbare Leistung in Österreich. Das Gefäßforum Österreich fordert nun die Gesundheitspolitik auf, dem Beispiel von Deutschland, den USA, den skandinavischen Ländern sowie Großbritannien zu folgen. In Deutschland ist das flächendeckende Screening der Bauchaorta von über 65-Jährigen nun in der Endphase der landesweiten Umsetzung, in den anderen Ländern ist es bereits seit Jahren Teil der Gesundenvorsorge. Das GFÖ veranstaltet auch dieses Jahr von 20.-24. Oktober 2014 wieder Bauchaortenaneurysma Info- und Screening-Tage an mehreren Gefäßambulanzen in Österreich.

Mehr Informationen: www.gefaessforum.at

Das Screening dient dazu, die gefährdete Population von über 65-jährigen Männern und Frauen mittels einer einmaligen Ultraschalluntersuchung auf mögliche Bauchaortenaneurysmen zu detektieren und dadurch unnötige Todesfälle durch geplatzte Bauchaortenaneurysmen zu vermeiden. "Es sei dargestellt, dass nur 200 Menschen in der Zielpopulation der über 65-Jährigen mit erhöhtem Blutdruck und einer Raucheranamnese untersucht werden müssen, um einen Todesfall pro Jahr zu vermeiden. Im Vergleich dazu müssen im Jahr 2.000 Menschen koloskopiert und 2.000 Frauen mammografiert werden, um vergleichsweise einen Todesfall pro Jahr an Dickdarmkrebs oder Mammakarzinom zu verhindern", erklärt Prim. PD Dr. Afshin Assadian, Wissenschaftlicher Sprecher des Gefäßforums Österreich und Leiter der Gefäßchirurgie des Wilhelminenspitals Wien, die Dringlichkeit der Etablierung eines Bauchaorten-Screenings. "Die Sinnhaftigkeit ist ohne Zweifel gegeben. Die Ultraschalluntersuchung zum Screening von Bauchaortenaneurysmen ist in Österreich keine verrechenbare Leistung bei den Kassen. Somit ist dies in der Gesundenuntersuchung nicht etabliert", so Assadian.

Ein Ziel des Gefäßforums Österreich ist es, die Ultraschalluntersuchung der Bauchaorta als kassenabrechenbare Leistung zu etablieren, sodass der Weg zur flächendeckenden Screening-Untersuchung für das Bauchaortenaneurysma geebnet werden kann. "Durch diese Maßnahme können viele unnötige Todesfälle und viel Leid von Betroffenen vermieden werden", so Assadian.

2011 startete das Gefäßforum Österreich eine österreichweite Gesundheitskampagne zum Bauchaortenaneurysma. Neben kostenlosen Infobroschüren zum Thema organisiert das Gefäßforum Österreich auch dieses Jahr bereits zum vierten Mal an mehreren Gefäßambulanzen in den Bundesländern Bauchaortenaneurysma Info- und Screening-Tage für Betroffene. Heuer findet die Info- und Screening-Woche von 20. bis 24. Oktober 2014 statt.

Nähere Informationen unter: www.gefaessforum.at
Bestellung der kostenlosen Bauchaortenaneurysma-Infobroschüre unter der Telefonnummer: 0676 417 3888 oder unter office@gefaessforum.at Download der Broschüre unter www.gefaessforum.at

Über das Bauchaortenaneurysma

Das Bauchaortenaneurysma zählt zu den schwerwiegendsten Gefäßerkrankungen in der über 65-jährigen Bevölkerung. Geschätzte 70.000 ÖsterreicherInnen sind davon betroffen. Wird das Aneurysma nicht rechtzeitig behandelt, kann die Erkrankung tödlich enden. Durch eine einfache Bauchultraschalluntersuchung kann das Bauchaortenaneurysma sehr gut erkannt und rechtzeitig therapiert werden. Das Risiko, an einem ernsten Bauchaortenaneurysma zu erkranken, steigt ab dem 65. Lebensjahr drastisch an. Dabei handelt es sich um eine gefährlich erweiterte Bauchschlagader, die im Falle einer Ruptur (Platzen) in den meisten Fällen sogar tödlich endet. Umso wichtiger ist es, Betroffene - in Österreich ist dies jede/r Zwanzigste über 65 - auf die Gefahr aufmerksam zu machen und Vorsorgemaßnahmen wie die Bauchultraschalluntersuchung zu verstärken. Dabei lässt sich leicht und schmerzfrei feststellen, ob das Bauchaortenaneurysma sofort behandelt oder nur beobachtet werden muss. Bei Frauen sind Bauchschlagadern mit einem Durchmesser ab fünf Zentimeter, bei Männern ab fünfeinhalb Zentimeter behandlungsnotwendig. Bei der Behandlung des Bauchaortenaneurysmas stehen zwei Operationsmöglichkeiten zur Wahl: eine offene Operation und eine endovaskuläre Therapie mittels Stent.

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Prim. Priv.-Doz. Dr. Afshin Assadian
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