ÖBB-Pensionen: Gewerkschaft weist "politisch motivierte Mengenlehre" zurück

Überalterung im ÖBB-Konzern durch Pensionsraubzüge - Eisenbahner zahlen höchsten Pensionssicherungsbeitrag in Österreich

Wien (OTS/ÖGB) - Die Kritik des Rechnungshofs (RH) am zu niedrigen Pensionsantrittsalter der EisenbahnerInnen weist ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzender und Vorsitzender der Sektion Verkehr in der Gewerkschaft vida, Roman Hebenstreit, zurück. Das durchschnittliche und altersbedingte Pensionsantrittsalter von ÖBB-MitarbeiterInnen habe 2012 fast 60 Jahre (ASVG rund 61 Jahre) betragen. "Der Rechnungshof hat ganz offensichtlich politisch motivierte Mengenlehre betrieben, indem er gesunde und kranke Eisenbahner in einen Topf geworfen hat. Das senkt den Durchschnitt beim Antrittsalter natürlich gewaltig", kritisiert Hebenstreit. Derart an den Haaren herbeigezogene und nicht objektive Vergleiche seien einer unabhängigen Kontrollinstanz, wie der Rechnungshof eine sein sollte, eigentlich unwürdig.++++

Bei den ÖBB gebe es in Relation zur Privatwirtschaft und den Bundesbeamten in Wahrheit den höchsten Altersdurchschnitt bei schwer arbeitenden Schichtbediensteten (rund 45 Jahre im Schnitt), so Hebenstreit. "Durch zahlreiche Pensionsraubzüge diverser Bundesregierungen gegen die EisenbahnerInnen in der Vergangenheit wird das Alter der Beschäftigten im ÖBB-Konzern in den kommenden Jahren weiter auf Rekordniveau ansteigen, während unter Beschäftigten in der Privatwirtschaft die Altersarbeitslosigkeit weiter steigt. Der ÖBB-Konzern wird in wenigen Jahren ein paar tausend 60-jährige Schichtarbeiter haben. Wo gibt es das sonst noch?", so der Gewerkschafter.

Wenn der Rechnungshof schon Vergleiche anstellen wolle, dann dürfe dabei nicht unerwähnt bleiben, dass die EisenbahnerInnen - auch Pensionisten, Witwen und Waisen - den höchsten Pensionssicherungsbeitrag aller Berufsgruppen in Österreich zahlten. Alleine definitiv gestellte aktive ÖBB-Beschäftigte führten pro Kopf und Monat im Schnitt 115 Euro für die Sicherung ihrer Pensionen ab. Zusammen mit den ÖBB-Pensionisten müssten sie jährlich fast 128 Millionen Euro an Sicherungsbeiträgen leisten. Dazu kämen noch über 6 Millionen Euro, die Eisenbahnerwitwen und -waisen entrichten müssten, zählt der vida-Gewerkschafter auf.

"Geht es nach der Höhe dieser Zahlungen, dann müssten die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner schon mit 50 Jahren regulär in Pension gehen können", schließt Hebenstreit.

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