Jank: Bildungsministerin soll Entscheidung für Aussetzen der Testungen nochmals überdenken

ÖVP-Bildungssprecherin in der Dringlichen Debatte des Nationalrats

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Die Diskussion über die Absage von Bildungstests und Standards ist keine angenehme. ÖVP-Bildungssprecherin Abg. Brigitte Jank regte heute, Dienstag, in der Dringlichen Debatte zum Datenleck im Bifie an, dass Ministerin Heinisch-Hosek die Entscheidung zur Aussetzung der Testungen nochmals einer vertiefenden Prüfung unterziehen sollte. Österreich war von Anfang an bei Pisa dabei und das Aussetzen habe weitreichende Folgen, unterstrich Jank.

Für die Bildungsstandard-Überprüfungen bedeute dies, dass es keine zusammengefassten Daten für den kommenden nationalen Bildungsbericht 2015 gebe. Eine Ableitung von Kriterien für erfolgreiche "gute" Schulen oder Brennpunkt-Schulen sei also erst viel später möglich. Für die PISA-Tests bedeute es, dass "wir erst am Ende dieser Gesetzgebungsperiode erfahren, wo wir bzw. unsere Kinder in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften im internationalen Vergleich liegen". Für die Fachwelt sei es in weiterer Folge unmöglich festzustellen, ob die Maßnahmen zur Verbesserung des naturwissenschaftlichen Unterrichts auch wirken, bedauerte Jank. Aber gerade in den Naturwissenschaften würden viele wirtschaftliche Chancen liegen.

Die ÖVP-Abgeordnete appellierte zudem an die Ministerin, auch den reibungslosen Ablauf der Zentralmatura sicherzustellen. "Die Maturantinnen und Maturanten sollen im kommenden Mai ihre Matura so ablegen können, wie sie über die letzten Jahre darauf vorbereitet wurden. Die Matura ist nicht nur Voraussetzung für den Besuch einer tertiären Ausbildung, sondern auch ein ganz wichtiger Moment im Leben eines jungen Menschen. Die Maturanten haben sich einen ordentlichen Abschluss ihrer Schullaufbahn sicher verdient", so Jank.

Die Diskussionen über das sogenannte Datenleck habe zudem leider wichtige Vorhaben dieser Bundesregierung in den Hintergrund gedrängt, verwies Jank auf die Volksschule bzw. den Übergang vom Kindergarten in die Volksschule. Dieser Bereich werde in der bildungspolitischen Debatte leider oft unter den Teppich gekehrt. Was hier versäumt werde, könne später in den Gymnasien oder Neuen Mittelschulen nicht oder nur mit viel Aufwand aufgeholt werden.

Der zweite Bereich betreffe die Berufs- und Bildungswegorientierung. "Nur die Wenigsten wissen schon von klein auf, was sie später einmal werden möchten." Die Verankerung der Berufs- und Bildungswegorientierung als verbindliche Übung in den AHS-Unterstufen und den Neuen Mittelschulen sieht Jank aus Sicht der Unternehmen daher als einen ersten wichtigen Schritt, dem weitere folgen müssten. Wenig bis gar keine Berücksichtigung finden laut Jank auch soziale und sozioökonomische Defizite bei Kindern. "Dieser Herausforderung müssen wir uns stellen. Und wir müssen dabei erkennen, dass es nicht Aufgabe der Lehrenden in den Schulen sein kann, Abhilfe zu schaffen. Dazu müssen Fachleute ans Werk, die es schaffen, den Kindern jene Wertschätzung erfahren zu lassen, die meines Erachtens Grundvoraussetzung für ein positives Selbstwertgefühl ist."

"Wettbewerb ist notwendig und wichtig. Stellen wir sicher, dass wir alle wichtigen Tests auch durchführen können", schloss Jank. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPK0005