Leitl: Internationale Studienabsolventen als wertvolles Potenzial für Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Rot-Weiß-Rot-Karte weiterentwickeln und Behördenwege vereinfachen

Wien (OTS/PWK167) - Die österreichische Hochschullandschaft ist stark international ausgerichtet: Im Wintersemester 2013 kam jeder 4. Studierende (86.764) aus dem Ausland, davon stammten 26.781 aus Drittstaaten. Laut aktueller Studierenden-Sozialerhebung möchten 28 % der internationalen Studierenden nach Abschluss ihres Studiums in Österreich bleiben, 49% sind noch unentschlossen. Gegen Ende des Studiums steigt der Wunsch in Österreich zu bleiben noch deutlich auf 34 % an.

"Gerade im Rahmen der Migrationspolitik sollten wir ein verstärktes Augenmerk auf diese hochqualifizierte Personengruppe legen. Diese jungen Menschen verfügen nicht nur über einen österreichischen Bildungsabschluss, sondern sind auch mit der Sprache und den Rahmenbedingungen in unserem Land bestens vertraut", unterstützt WKÖ-Präsident Christoph Leitl den heutigen Vorstoß der Uni Wien zur Vermeidung von "brain drain".

"Zudem stellt diese Personengruppe ein wertvolles Potenzial für die Wirtschaft dar", betont der WKÖ-Präsident und verweist auf eine aktuelle Prognos-Studie. Demnach generieren ausländische Studienabsolventen, die nach Abschluss ihres Studiums in Österreich bleiben und einer Erwerbstätigkeit nachgehen, jährlich durch ihre Konsumausgaben Bruttowertschöpfungseffekte von 73.913 Euro pro Person, leisten damit einen positiven Beitrag zum Arbeitsmarkt und verschaffen den öffentlichen Haushalten Einnahmen von rund 25.000 Euro pro Jahr.

Derzeit bleiben jedoch nur wenige Absolventen in Österreich: 2013 wurden nur 214 Rot-Weiß-Rot - Karten-Bewilligungen (positive AMS-Gutachten) in der Kategorie "ausländische Studienabsolventen" erteilt, das sind 11,2 % an allen Rot-Weiß-Rot-Karten.

Erweiterung der Rot-Weiß-Rot-Karte notwendig
Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass Bachelor-Absolventen noch immer von den günstigeren Bedingungen für Studienabsolventen ausgenommen sind. "Wir müssen das Bologna-System konsequent umsetzen und dürfen Bachelor-Absolventen, die sich durch ihre arbeitsmarktnahe Ausbildung auszeichnen, nicht die Türen zum österreichischen Arbeitsmarkt verschließen", betont Leitl.

Ebenso notwendig ist die Ausweitung des Zeitraums zur Jobsuche nach Abschluss des Studiums von derzeit 6 Monaten auf ein Jahr. Nachdem die Verfahrensdauer in den Zeitraum eingerechnet wird, stehen Studienabsolventen de facto maximal 4 Monate für die Jobsuche zur Verfügung. Dazu kommt, dass vor allem in Ostösterreich die maximale Verfahrensdauer von 8 Wochen vielfach überzogen wird. In Deutschland wird bereits jetzt ein Zeitraum von 18 Monaten gewährt.

"Wir müssen alles daran setzen, diese jungen Menschen, die an den österreichischen Universitäten ausgebildet wurden und ein enormes Potenzial für unsere Wirtschaft und den Arbeitsmarkt darstellen, im Land zu halten. Dazu gehört neben einer gezielten Informationspolitik für Studienabsolventen und einem besseren Behördenvollzug auch die Weiterentwicklung der Rot-Weiß-Rot-Karte", so Leitl. (PM)

Rückfragen & Kontakt:

Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
MMag. Margit Kreuzhuber
Telefon: +43 (0)5 90 900 4532
margit.kreuzhuber@wko.at
Internet: http://wko.at/sp

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0004