Dramatisch erhöhte Gesundheitskosten durch Fluglärm

Sind Steuerzahler und Fluglärmopfer die politisch verordnete "Bad Bank der Flugverkehrslobby"?

Wien (OTS) - Die geplante 3. Piste am Flughafen Wien zielt in Richtung Wiener Zentralraum und dessen dicht besiedelten Süden. Das bedeutet eine massive Steigerung der Anzahl der Fluglärmbetroffenen gepaart mit einer noch höheren Intensität der Belastung.

Was macht die Verkehrsministerin? Sie erlässt dazu die sogenannte "Luftverkehr-Lärmimmissionsschutzverordnung", die um Größenordnungen zu hohe Fluglärmgrenzwerte vorsieht. Diese erhöhten Grenzwerte bilden die Basis für das Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren und führen zu einer unzulässigen Verharmlosung der Gesundheitsfolgen des Fluglärms. Damit können die negativen Auswirkungen der geplanten 3. Piste elegant verschleiert werden.

Die Fakten liegen mit den Studien von Prof. Greiser am Flughafen Köln-Bonn am Tisch. Sie zeigen nämlich, dass Fluglärm bereits ab einem Dauerschallpegel von 40 dBA das Risiko für eine Reihe von schweren Erkrankungen signifikant erhöht. Überträgt man diese Erkenntnisse auf die Fluglärmsituation im Großraum Wien, so zeigt eine - naturgemäß nur grobe - Abschätzung, dass die dort durch Fluglärm verursachten Gesundheitskosten zu Lasten der Allgemeinheit mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr ausmachen.

Diese Kosten wären zu einem guten Teil vermeidbar! Die Verkehrsministerin müsste nur endlich dafür sorgen, dass Wien und seine Siedlungsachsen großräumig umflogen werden. In anderen Großstädten mit mehr Bürgernähe ist dies gang und gäbe. Dazu gibt es auch bereits die parlamentarische Bürgerinitiative SOS-Fluglärm -http://sos.fluglaerm.at

Wie spart man sofort etwa 18 Millionen Euro an Fluglärm-Gesundheitskosten pro Jahr? Z.B. durch die Einstellung der Windstille-Abflugroute Liesing. Dafür gibt es bereits jetzt eine alternative Flugroute mit um Größenordnungen weniger Betroffenen, die derzeit nur bei Nordwestwind verwendet wird. Die Mehrkosten durch den etwas längeren Weg sind mit rund 15 Cent pro Ticket im Vergleich zu anderen Kosten (Kerosinzuschlag, Sicherheitszuschlag, etc. etc.) völlig vernachlässigbar. Gleichzeitig könnte man mit dieser Lösung die Nordeinflugsschneise deutlich entlasten.

Rückfragen & Kontakt:

BI "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste"
liesing@fluglaerm.at

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