Khol: Manche Versicherungen verunsichern bei staatlichen Pensionen weiter!

Jahrelange hochdotierte Lobbyingarbeit der Versicherungen zeigt leider Wirkung. Politik hat die Pflicht zu Klarstellung und Reform der zweiten und dritten Pensionssäule!

Wien (OTS) - Zur heute präsentierten Studie einer großen Versicherung hält Dr. Andreas Khol, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes und amtsführender Präsident des Österreichischen Seniorenrates, fest:

"Eine Versicherung teilt uns heute also mit, dass so und so viele Menschen jüngeren Alters nicht daran glauben, später eine staatliche Pension zu erhalten. Damit zeigt sich leider, dass die jahrelange hochdotierte Lobbyingarbeit der Versicherungen ihre Wirkung nicht verfehlt. Die Versicherungen verunsichern weiter. Die Politik hat die Pflicht, diesen Tendenzen entgegen zu wirken und klarzustellen: Wir haben in Österreich bei den staatlichen Pensionen ein umlagefinanziertes System. Das heißt: Wenn Menschen im Erwerbsalter, also zwischen 15 und 65, einer Arbeit nachgehen können und für diese Arbeit auch ordentlich bezahlt werden, so leisten sie ausreichende Beiträge zum Lebenserhalt, somit zu den Pensionen, der Älteren. Die entsprechenden Reformen zur Absicherung des staatlichen Pensionssystems wurden gesetzt und beginnen nachweislich zu wirken."

"Die Frage, wie hoch die Pension der heute 20- oder 30jährigen im Alter von 65 (dieses Alter gilt lt. Verfassung dann für beide Geschlechter als Pensionsantrittsalter) - also in 45 (!) oder 35 (!) Jahren - ausfallen wird, hängt daher von diesen Punkten ab: Wie viele Beitragsmonate werden diese heute 20- oder 30jährigen bis dahin leisten? In welcher Höhe werden sie in dieser Zeit Beiträge leisten? Und vor allem: Wie viele Erwerbsfähige mit welchen Gehältern wird es dann - also in 45 (!) oder 35 (!) Jahren - geben? Fest steht dazu schon eines: Trotz begonnener Reformen, wie der jährlich steigenden Zahl der Durchrechnungsjahre (es zählen längst in keinem System mehr die "besten 15 Jahre"), steigen die Pensionen der Neuzugänge jährlich. Es ist zu erwarten, dass sich dies auch weiterhin nicht ändert, weil heute Junge längst verstanden haben: nur mit 45 Jahren Einzahlungszeit und einem Pensionsantritt erst mit 65 kann man 80 Prozent Nettoersatzrate erreichen. Diese Systematik verstehen immer mehr Menschen, die ersten Auszüge des staatlichen Pensionskontos werden dies mit individuellen Zahlen belegen", so Khol weiter.

"Der Auftrag an die Politik ist klar: Sachliche Information zu aktuellen Entwicklungen, offensive Darstellung laufender Reformerfolge und im Mittelpunkt der Arbeit familienfreundliche Politik, die allen im erwerbstätigen Alter größtmögliche Chancen eröffnet. Nur so kann das Vertrauen in unser sicheres Umlagesystem generationenübergreifend gestärkt werden", betont Khol weiter zu den staatlichen Pensionen.

Reformen bei zweiter und dritter Säule stehen aus!

Khol geht abschließend auch auf die zweite und dritte Säule des Pensionssystems ein:

"Mit meinen klaren Worten für das staatliche Pensionssystem im Umlageverfahren, will ich ausdrücklich nicht empfehlen, auf zusätzliche private Absicherung zu verzichten! Sparen war immer eine Tugend - Vorsorgen für schwierigere Lebenszeiten bleibt für jede Generation wichtig. Daher ist es auch die Pflicht verantwortungsvoller Politik, die Reformen zur zweiten und dritten Säule des Pensionssystems endlich vorzulegen: Bei den Betriebspensionen waren die beschlossenen Reformen nicht weitreichend genug! Die Seniorenratsforderungen dazu bleiben uneingeschränkt aufrecht und sind endlich zu erledigen. Hinzu kommt, dass es bis heute zur nachweislich gescheiterten 'Grasser-Pension' kein erfolgreiches Nachfolgemodell gibt. Auch dazu sind dringend umfassende Reformpläne zu erarbeiten. Was wir bei den staatlichen Pensionen an Reformen schon geschafft haben, steht bei den privaten Säulen leider noch aus. Darauf müssen wir unsere Aufmerksamkeit dringend lenken!"

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