ÖH zum Normentwurf ÖNORM A 1080

Rückschritt in geschlechtergerechter Sprache darf nicht akzeptiert werden!

Wien (OTS) - Ein aktueller Entwurf, zur Überarbeitung der ÖNORM A 1080 des Österreichischen Normungsinstitutes (ASI) sieht zur Zeit unter anderem vor, dass bei akademischen Titeln zukünftig nur mehr die männliche Bezeichnungsform angeführt werden soll. Die weibliche Form der Bezeichnungen wird vom ASI als "sprachlich nicht korrekt" bezeichnet. Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) lehnt diesen Normentwurf strikt ab und wird sich dafür einsetzen, dass Akademikerinnen bzw. Studentinnen dadurch keine Nachteile erwachsen. "Wir sind darüber enttäuscht, dass im 21. Jahrhundert versucht wird, in einer Norm auf weibliche Bezeichnungen zu verzichten. Die männlichen Bezeichnungen schließen die weiblichen ganz klar aus. Wir fordern eine Überarbeitung des Entwurfs in geschlechtergerechter Sprache!", so Julia Freidl vom Vorsitzteam der Österreichischen Hochschüler_innenschaft.

Gerade bei Normen und Gesetzen ist es besonders wichtig in der Formulierung gründlich und exakt zu sein. "Sprache regelt unser Zusammenleben und spiegelt unsere Realität wider. Bei wichtigen Texten wie Gesetzen und Normen weibliche Bezeichnungen wegzulassen, ist mehr als bedenklich und ist absolut unzeitgemäß!", so Freidl weiters. Viel mehr sollte die Norm noch erweitert werden. "Es gibt zahlreiche Menschen, die sich als trans*geschlechtlich oder intersexuell definieren. Diese Menschen definieren sich oftmals nicht in den Kategorien 'männlich' und 'weiblich'. Beim Gendern werden sie durch den Unterstrich signalisiert, z.b. Student_innen. Hier sollte Inklusion zukünftig zur Norm werden", so Freidl. Außerdem regeln in Österreich bereits unsere Staatsziele in der Verfassung ganz klar, dass Bund, Länder und Gemeinden sich zur Gleichberechtigung bekennen. "Wir fordern diese daher auch auf, sich zu diesen zu bekennen und bei der Norm die Einhaltung dieser Staatsziele zu fordern!", so Freidl abschließend.

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