VSStÖ/AKS/SJ: Entwurf zur Abschaffung geschlechtergerechter Sprache per ÖNORM ist ein Angriff auf die Gleichberechtigung der Frauen!

Fassungslos sind die roten Jugendorganisationen über den Entwurf des Österreichischen Normierungsinstituts, die männliche Formulierung als Standard zu etablieren.

Wien (OTS) - "Der Entwurf ist ein Angriff auf den Feminismus und schlicht untragbar! Das angebliche 'Mitmeinen' macht Frauen und somit weibliches Handeln unsichtbar", betont Jessica Müller, Vorsitzende des Verbands Sozialistischer Student_innen. "Wer sich auf Generalklauseln beruft, hat den Sinn einer geschlechtergerechten Sprache nicht verstanden. Und das ist eben nicht nur die explizite Nennung beider Geschlechter, sondern auch das Bestreben, Rollenbilder, die in unserer aller Köpfe feststecken, aufzubrechen. Wenn dann jedoch per ÖNORM nur von 'dem Unternehmer' oder 'dem Manager' die Rede ist, passiert eben genau dies nicht", führt Müller weiter aus.

Sprache wandelt sich mit der Gesellschaft. "Die Idee des Normierungsinstituts ist auf allen Ebenen rückschrittlich und kleingeistig. 'Mann' ist längst nicht mehr das Pendant für 'Mensch' und das ist gut so! Im wissenschaftlichen Diskurs hat sich die Verwendung von geschlechtergerechter Sprache bereits längst etabliert, dieser positiven Entwicklung soll durch die Normierung nun ein Riegel vorgeschoben werden", argumentiert Claudia Satler, Vorsitzende der AKS.

"Besonders widerwärtig ist der Vorstoß, die weibliche Form akademischer Titel (Magistra, Doktorin) als "sprachlich nicht korrekt" abzutun. Dies würde einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Frauenrechte rückgängig machen. Man denke an Johanna Dohnal, die sich 1968, dank einer Verfassungsänderung, endlich StaatsekretärIN für allgemeine Frauenfragen nennen durfte", kritisiert Naomi Dutzi, Frauensprecherin der SJ.

"Angesichts dieses rückschrittlichen Entwurfs des Normierungsinstituts würde Johanna Dohnal sich im Grab umdrehen", zeigen sich Müller, Satler und Dutzi fassungslos.

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