Wurm warnt vor Abschaffung der geschlechtergerechten Sprache

Österreichisches Normungsinstitut will auf weibliche Formen verzichten

Wien (OTS/SK) - SPÖ-Frauen-und Gleichbehandlungssprecherin Gisela Wurm zeigt sich verärgert über Pläne des österreichischen Normungsinstituts (Austrian Standards Institute), auf weibliche Formen zu verzichten, im speziellen auch auf die weiblichen Formen von akademischen Titeln. Auf weibliche Formen könne in schriftlichen Texten verzichtet werden, denn männliche Formen würden für beide Geschlechter gelten, so die Empfehlung. "Wer Frauen nicht nennt, ignoriert sie. Sprache muss ganz einfach gesellschaftliche Realitäten abbilden beziehungsweise eine gesellschaftspolitische Wertehaltung", so Wurm am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Sprache ist neben vielen anderen Maßnahmen ein wesentliches Instrument, um die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern voranzutreiben. "Eine geschlechterneutrale Sprache ist nicht neutral, sondern bildet nur männliche Realitäten ab und wird von RezipientInnen auch so wahrgenommen", so Wurm, die daher den Entwurf des Austrian Standards Institut ablehnt. Sprache müsse präzise sein. "Nur eine präzise Sprache ist auch eine verständliche", betont Wurm, außerdem sei eine geschlechtergerechte Sprache mittlerweile an mehreren nationalen und europäischen Stellen verankert. "Davon abzugehen, wäre ein wesentlicher Rückschritt", so Wurm. Denn mit der gleichen Argumentation für eine geschlechterneutrale Sprache könnte man nur die weibliche Form verwenden. "Ob das Austrian Standard Institute das unterstützen würde?", fragt die SPÖ-Gleichbehandlungssprecherin. (Schluss) sc/rm/mp

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