Greenpeace: EFSA-Report zeigt massive Wissenslücken bei Risiken für Bienen

Weg in Richtung bienenfreundlicher, biologischer Landwirtschaft muss konsequent umgesetzt werden

Wien (OTS) - Um Bienen und andere bestäubende Insekten, wie Wildbienen oder Hummeln in Europa nachhaltig schützen zu können, müssen massive Wissenslücken geschlossen und verbesserte Risikobewertungen für Pestizide umgesetzt werden. Speziell wie einzelne Risikofaktoren für Bienen zusammenwirken, beispielsweise Pestizid-Cocktails mit Parasiten oder Krankheiten wurde in Europa nicht ausreichend untersucht. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einem vergangene Woche veröffentlichten Report. Europaweit wurden 220 Projekte zum Thema Bienengesundheit unter die Lupe genommen. "Das Besorgniserregende an dem EFSA Report ist, wie wenig wir eigentlich über die Risiken für unsere Bienen und andere Bestäuber wissen. Während Bienen täglich einem sprichwörtlichen Cocktail an Giften ausgesetzt sind, ist die Zahl der Studien die sich damit beschäftigen, erschreckend gering. Synergieeffekten zwischen verschiedenen Pestiziden wurde bisher kaum Beachtung geschenkt", so Greenpeace-Sprecherin Christine Gebeneter.

Die EFSA spricht aufgrund der identifizierten Datenlücken vielseitige Empfehlungen aus. Neben besserer Vernetzung und Koordination von europäischen Forschungsprojekten, wird auch dringend vermehrte Forschung zum Zusammenwirken verschiedener Wirkstoffe gefordert. Synergieeffekte von verschiedenen Pestiziden, sowie deren Kombination mit Krankheiten oder Parasiten, wie der Varroa Milbe, sollten in zukünftige Risikobewertungen miteinbezogen werden. Bisher wurde immer nur ein Faktor für sich allein betrachtet, aber die gerade die Wechselwirkungen könnten das Risiko für Bienen um ein Vielfaches erhöhen. Enorme Wissenslücken zeigen sich auch bei Wildbienen und Hummeln, die ebenfalls eine wichtige Rolle für die Lebensmittelproduktion und Biodiversität spielen. Von 220 Studien, die von der EFSA analysiert wurden, findet sich keine einzige, die Auswirkungen von Pestiziden auf Solitärbienen oder Hummel untersuchte.

"Die EU muss die Erforschung der potentiell für Bienen gefährlichen Pestizide in Europa im Zusammenhang mit dem Bienensterben und dem Rückgang von anderen Bestäubern, wie Wildbienen und Hummeln dringend verstärken. Darüber hinaus muss eine Umverteilung von Förderungen, weg von chemieintensiver Landwirtschaft mit Monokulturen, hin zu biologischen, bienenfreundlichen landwirtschaftlichen Praktiken erfolgen", so Gebeneter abschließend.

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Christine Gebeneter, Greenpeace-Sprecherin, Tel.: +43 (0)664 857 45 98

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