"profil": Angeblich höhere Barauszahlungen an Ex-Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann als bisher bekannt: 363.000 Euro statt 233.000 Euro

Burgtheater-Holding-Arbeitsrechtler: "In Wahrheit riecht das für mich nach einem Modell der Steuerhinterziehung."

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, soll Matthias Hartmann im Juli 2009 nicht 233.000 Euro, sondern 363.000 Euro bar von der damaligen kaufmännischen Geschäftsführerin Silvia Stantejsky erhalten haben -angeblich Honorare für die Vorbereitungsjahre, in denen der designierte Direktor noch kein Konto in Wien hatte. Der Arbeitsrechtler Bernhard Hainz, der für die Bundestheater-Holding tätig ist, belastet den Ex-Direktor schwer: "Hartmann war entgegen seiner Beteuerung, vom Schattenverrechnungssystem, das Stantejsky aufgezogen hatte, nichts gewusst zu haben, sogar selbst daran beteiligt. Er hat die Honorare, die er im Vorfeld seines Dienstantrittes bekam, von Stantejsky jahrelang verwalten lassen, wissentlich, dass dieser Betrag nicht in die Bücher eingeht." Hartmann könne daher nicht leugnen, dass sich "eine Bargeldverwaltung vorbei an der Buchhaltung etabliert hatte". Hainz weiter: "In Wahrheit riecht das für mich nach einem Modell der Steuerhinterziehung."

Es hätte durchaus Alternativen zu einer fristlosen Entlassung des Direktors gegeben, meint Hartmanns Anwalt Georg Schima im "profil"-Interview: Vorläufig gehe es nur um Belege, die von der kaufmännischen Geschäftsführung möglicherweise gefälscht wurden. Die für 6. April geplante Premiere, die Hartmann nach eigener Vorlage an der Burg inszenieren sollte, werde laut Schima kaum stattfinden können: "Seine Regie ist von jemand anderem schon urheberrechtlich nicht zu übernehmen." Und es seien auch jene Verträge gelöst worden, die Hartmanns Regiehonorare fixierten. "Man müsste sich daher vertraglich mit Hartmann neu einigen. Momentan ist alles gekappt."

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