Hakel ad Burgtheater: Transparenz und Aufklärung im Kulturausschuss

SPÖ-Kultursprecherin stellt Frage nach Verantwortung der Wirtschaftsprüfer

Wien (OTS/SK) - Mit den Geschehnissen im Burgtheater beschäftigte sich heute, Donnerstag, der Kulturausschuss im Nationalrat und leistete somit einen wesentlichen Beitrag zu Aufklärung und Transparenz in der Causa. "Eigentlich sollten wir lieber über die gestrige Premiere sprechen und nicht über das finanzielle Desaster, in dem sich das Burgtheater befindet", hob SPÖ-Kultursprecherin Elisabeth Hakel hervor, die betonte, dass Kulturminister Ostermayer bereits wesentliche Schritte zur Aufklärung der Lage gesetzt und mit der Entlassung von Matthias Hartmann eine wichtige Konsequenz gezogen habe. "Darüber hinaus beschäftigt mich aber eine Frage besonders: Das Burgtheater wird regelmäßig von Wirtschaftsprüfern geprüft. Warum ist es diesen nicht gelungen, das finanzielle Desaster früher aufzudecken? Ich sehe hier ganz deutlich eine Mitverantwortung", so Hakel. ****

In der Folge stellte die SPÖ-Abgeordnete detaillierte Fragen an die Auskunftspersonen von KPMG, die neben Bundestheater-Holding-Chef Georg Springer und Thomas Königstorfer, dem kaufmännischen Geschäftsführer des Burgtheaters, in den Kulturausschuss geladen waren. Der ebenfalls vorgesehene Matthias Hartmann hatte seine Teilnahme abgesagt. "Ich verstehe nicht, dass die KPMG noch im Februar 2013 dem Burgtheater einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt hat, wenn kurz darauf all diese Malversationen zu Tage gekommen sind", führte Hakel aus. So sei beispielsweise die Überprüfung des Internen Kontrollsystems eine Standardprüfungshandlung. "Seit dem forensischen Endbericht wissen wir, dass es erhebliche Mängel im Internen Kontrollsystem gab. Warum ist das nicht aufgefallen?"

Auch andere zentrale Fragen bleiben offen, führte die SPÖ-Kultursprecherin aus: etwa warum beispielsweise nicht stichtagsnahe Bewegungen geprüft wurden. "Warum ist der KPMG nicht aufgefallen, dass 70 Prozent aller Kassaeinzahlungen zwischen 28.8. und 31.8. erfolgt sind?", fragte Hakel. Weitere Fragen der SPÖ-Abgeordneten bezogen sich auf die Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips, die fehlende Trennung von Schlüsselfunktionen, die Höhe des Kassastandes zum Stichtag und steuerliche Angelegenheiten. "Ich verstehe, dass bei einer Jahresabschlussprüfung nicht jeder Beleg umgedreht werden kann, aber vor allem die Mängel im Internen Kontrollsystem waren offenbar gravierend und bei genauerem Hinsehen erkennbar. Hier muss sich der Auftraggeber mehr Sorgfalt erwarten können", betonte Hakel.

Abschließend stellte die SPÖ-Kultursprecherin an Kulturminister Ostermayer die Frage nach einer Überprüfung der Holding-Konstruktion. "Ich begrüße es, dass Kulturminister Ostermayer angekündigt hat, dass es auch hier keine Tabus gibt, dass der Aufklärungsprozess selbstverständlich weitergehen wird und dass auch die Frage nach der Ausgestaltung der Holding zur Diskussion steht. Abschließend hoffe ich, dass es nun gelingen wird, das Burgtheater in ein ruhigeres Fahrwasser zu geleiten, damit beim nächsten Kulturausschuss wieder die hervorragenden künstlerischen Leistungen diskutiert werden können und nicht die finanzielle Situation." (Schluss) sas/mo

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