KV-Startschuss für mehr als 120.000 Industriebeschäftigte

Wichtige Lohn- und Gehaltsrunden beginnen: Auftakt machen Textilindustrie und Elektro- und Elektronikindustrie

Wien (OTS/ÖGB) - Heute läutet die Textilindustrie den Frühjahrs-Reigen für die Kollektivvertragsverhandlungen der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE) und der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) für insgesamt mehr als 120.000 Beschäftigte in der Industrie ein. Morgen, Freitag, startet die KV-Runde für rund 47.000 ArbeitnehmerInnen in der Elektro- und Elektronikindustrie (EEI) mit der Forderungsübergabe und einem Wirtschaftsgespräch. Es folgen unter anderem Chemische Industrie, Papierindustrie und Glasindustrie. "Österreichs Industrie ist erfolgreich und angesichts der stagnierenden Inlandsnachfrage muss unbedingt die Kaufkraft gestärkt werden", fordern Rainer Wimmer, PRO-GE-Bundesvorsitzender, und Karl Proyer, stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp.++++

Für 2014 wird ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent erwartet, unter anderem gestützt durch die ausgezeichnete Exportbilanz. Allerdings könnte die Wirtschaftserholung auch besser sein, wenn nicht der gedämpfte Konsum die Wachstumschancen verringern würde. Die Devise für die Gewerkschaften steht daher fest: "Wenn die guten Wirtschaftsprognosen wahr werden sollen, muss die Kaufkraft der privaten Haushalte deutlich steigen. Die Beschäftigten müssen die Lohnerhöhungen im Geldbörsel spüren", betonen Wimmer und Proyer.

Hinzu kommt, dass die Inflationsrate in den letzten Monaten zwar stetig zurück geht, sich aber gerade die Preisspirale bei den Wohn-und Lebensmittelpreisen weiter nach oben dreht. Mieten und Lebensmittel sind fast doppelt so stark gestiegen wie die Gesamtteuerung. "Diesen Kosten kann man nicht ausweichen, darum muss die Kaufkraft der Menschen gestärkt werden und das geht wiederum nur mit ordentlichen Lohnerhöhungen", sagen Wimmer und Proyer.

In der Elektro- und Elektronikindustrie gelang im Vorjahr eine Innovation bei Kollektivvertragsverhandlungen: Mit der Freizeitoption wurde erstmals die Möglichkeit geschaffen, sich anstelle der Ist-Lohn-Erhöhung für mehr Freizeit zu entscheiden. Bergbau und Stahlindustrie sind diesem Beispiel im Herbst bereits gefolgt. Geprägt war die Frühjahrsrunde 2013 aber auch durch harte Auseinandersetzungen. In der Papier- und Pappenerzeugenden Industrie war eine Protestkundgebung nötig, um eine Einigung zu erzielen, ebenso in der Chemischen Industrie, wo erst unter dem Druck eines Streikbeschlusses ein Abschluss erreicht werden konnte.

Überblick: Beschäftigte nach Branchen und Verhandlungstermine

Textilindustrie: rund 8.000 Beschäftigte
1. Verhandlung am 13. März
Elektro- und Elektronikindustrie: rund 46.000 Beschäftigte
1. Verhandlung am 14. März
Chemische Industrie: rund 44.000 Beschäftigte
1. Verhandlung am 1. April
Papier- und Pappenerzeugenden Industrie: rund 8.000 Beschäftigte 1. Verhandlung am 3. April
Glashüttenindustrie: rund 6.400 Beschäftigte
1. Verhandlung am 21. Mai

Weitere KV-Verhandlungen im Frühjahr: Glasbearbeitende und Glasverarbeitende Industrie, Lederwaren- und Kofferindustrie, Schuhindustrie, Bekleidungsindustrie und einige Bereiche aus dem Agrar- und Nahrungssektor.

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