Neues Volksblatt: "Kontinuität?" von Herbert Schicho

Ausgabe vom 13. März 2014

Linz (OTS) - Der Grad ist schmal zwischen Hüftschuss und Untätigkeit, zwischen unüberlegtem Handeln und dauerhaftem Zaudern. Die SPÖ-Minister haben in dieser Woche Machtwörter gesprochen, doch unter Umständen etwas vorlaut. Es wäre auf jeden Fall ein Zeichen politischer Verantwortung, dass - sollte der geschasste Burgtheater-Direktor vor Gericht Recht und damit Geld bekommen - dies der Kulturminister aus seiner Privatschatulle zahlt. Komplizierter ist der Sachverhalt bei den Bildungstestungen. Hier hat die Unterrichtsministerin die Reißleine gezogen, ohne einen Fallschirm zu haben. Ihre Begründung, dass der Stopp von PISA, TIMMS & Co. eine alternativlose Konsequenz des Datenklaus ist, bleibt fragwürdig. Erstens kann man illegale Handlungen nie ausschließen, davon sollte man die Entscheidung nicht abhängig machen. Zweitens gäbe es durchaus Möglichkeiten, die Teilnahme nicht abzublasen und trotzdem dem Datenschutz Rechnung zu tragen.
Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek hat ja Recht, wenn sie die Datensammlungsflut bekrittelt und es macht durchaus Sinn, die verschiedensten Testungen kritisch zu hinterfragen. Aber durch die Totalabsage nimmt sie jegliche Möglichkeit, die bereits gesammelten Informationen für die Zukunft zu nutzen. Vergleichbarkeit setzt Kontinuität voraus und gerade Kontinuität scheint in der SPÖ-Bildungspolitik leider keine Kategorie zu sein - oder leider doch?

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001