NEOS: Ostermayer muss auch Holding Chef Springer in die Pflicht nehmen

Beate Meinl-Reisinger: "Geschäftsführer der Bundestheater ist hauptverantwortlich für Kontrolle, Finanzplanung und Budgetierung"

Wien (OTS) - Die Argumentation Georg Springers, er ziehe sich als Aufsichtsrat zurück, bleibe aber Holding-Chef, ist für Beate Meinl-Reisinger, NEOS-Kultursprecherin und Vorsitzende des Kulturausschusses, nicht nachvollziehbar. Zum Neustart in der Bundestheater-Holding fehle noch viel.

Die Aufgaben der Bundestheater-Holding bestehen vor allem in der Finanz- und Budgetplanung, Beratung und Kontrolle der Bundestheater. Die Holding hatte laut Kulturbericht des BMUKK dafür zuletzt ein Jahresbudget von 5,6 Millionen Euro. Diese Kernaufgaben der Holding können selbstverständlich nicht durch die Jahresabschlussprüfungen der KPMG ersetzt werden.

"Für circa 7.000 bis 10.000 Euro prüften KPMG und vorher PwC jährlich den Jahresabschluss des Burgtheaters. Mit diesen Ressourcen kann die Geschäftsführung des Burgtheaters natürlich nicht ausreichend kontrolliert werden. Dafür gibt es eigentlich die Bundestheater-Holding. Wir müssen zwar rechtlich akzeptieren, dass der Aufsichtsrat des Burgtheaters seine Verantwortung auf die Berichte der Wirtschaftsprüfer schiebt, Springer war jedoch nicht nur Aufsichtsratsvorsitzender, sondern auch Chef der Bundestheater-Holding - und muss vor allem in dieser Funktion die Konsequenzen tragen", so Meinl-Reisinger.

So bitter es sei, dass sich Matthias Hartmann seiner kaufmännischen Verantwortung offenbar nur zum Teil bewusst war, so liege die Verantwortung für die nachhaltige Misswirtschaft trotzdem vor allem bei der Bundestheater-Holding.

"Springers Überraschung und Bestürzung ist eine schauspielerische Leistung, die wahrlich bühnenreif ist. Entweder Springer hat nicht aufgepasst oder er wollte nicht genauer schauen. Beides ist fahrlässig und hat dem Burgtheater und dessen Ruf enormen Schaden zugefügt. BM Ostermayer fürchtet sich offenbar davor, die Holding und ihren Geschäftsführer zu hinterfragen. Der Bundesminister muss Springer in die Pflicht nehmen", kritisiert Beate Meinl-Reisinger.

Martin Wagner, Wirtschaftsprüfer von der KPMG, hat in einem bemerkenswerten Interview in der Zeitung "Die Presse" bereits festgestellt, dass die Probleme der Geschäftsführung im Burgtheater dem Aufsichtrat schon länger bekannt waren. Heute haben Aufsichtsrat, die Burgtheater Geschäftsführung und Georg Springer, stellvertretend für die KPMG Harald Podoschek von seiner Verschwiegenheitspflicht entbunden, damit dieser im Kulturausschuss sprechen kann - nicht aber Martin Wagner. "Es deutet nicht auf tatsächlichen Aufklärungswillen hin, wenn der unter persönlichem Risiko an die Öffentlichkeit getretene Martin Wagner nicht vor den Ausschuss treten kann," so Meinl-Reisinger abschließend.

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