10 Jahre NAWI Graz: Bilanz und Ausblick einer steirischen Erfolgsgeschichte mit internationaler Strahlkraft

Graz (OTS) - Zwei Universitäten, eine Allianz: Mit dem Ziel Lehre und Forschung in den Naturwissenschaften am Wissenschaftsstandort Steiermark gemeinsam zu stärken, starteten Karl-Franzens-Universität und TU Graz 2004 die Initiative NAWI Graz. Zehn Jahre später kann sich die Erfolgsbilanz sehen lassen: Rund 4.600 Bachelor- und Masterstudierende nutzen das breite Studienangebot, dazu kommen 630 Doktorats-Studierende. Mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwirtschaften rund 26 Millionen Euro aus Forschungsaufträgen. Der künftige Fokus steht im Zeichen von Forschung und Internationalisierung.

"Mit NAWI Graz zeigt der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Steiermark einmal mehr eindrucksvoll, dass man mit Kooperation gemeinsam mehr erreichen kann", bekräftigen die beiden NAWI-Graz RektorInnen Christa Neuper (Universität Graz) und Harald Kainz (TU Graz) unisono. An ihren Universitäten ist gelungen, was österreichweit nach wie vor kein Pendant findet: "NAWI Graz schafft heute ein breites Spektrum an gemeinsamer Lehre und Forschung in den Naturwissenschaften, darüber hinaus gibt es eine gemeinsame Berufungs- und Infrastrukturpolitik", zeigen sich die RektorInnen stolz.

Gemeinsame Studien, gemeinsame Services

Gemeinsame Studien bildeten die Erfolgsbasis, seit Wintersemester 2013/2014 ist NAWI Graz "komplett": Insgesamt bieten die beiden Grazer Universitäten 6 Bachelor- und 12 Masterstudien von Chemie über Molekularbiologie, Mathematik und Erdwissenschaften bis hin zur Physik im Verbund an. Insgesamt nutzen rund 4.600 Studierende das umfassende Angebot - die Zahl hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht und entspricht mittlerweile rund zehn Prozent der Studierenden beider Universitäten. Überhaupt ist Zusammenarbeit Erfolgsrezept am Standort: Zwei Drittel aller universitätsübergreifenden Studien in Österreich werden in Graz angeboten.

Für NAWI Graz-Studierende und -Lehrende bieten die Bibliotheken auch ein gemeinsames Service: In der digitalen NAWI Graz-Bibliothek stehen rund 18 Millionen Seiten aus mehr als 600 ausgewählten Journals zur Verfügung.

Wo es gemeinsame Studien gibt, gibt es ab sofort auch ein gemeinsames Service für Absolventinnen und Absolventen: Morgen, Donnerstag, 13. März 2014, startet die gemeinsame NAWI Graz-Alumni-Sektion mit Angeboten beider Universitäten voll durch.

Die ersten Berufungsverfahren im Rahmen von NAWI Graz wurden 2010 durchgeführt, weitere folgten. Bislang wurden vier Professuren in den Bereichen Mathematik und Chemie gemeinsam berufen. Zwei weitere Verfahren - Biowissenschaften sowie Chemie - werden aktuell durchgeführt. Berufungskommissionen werden mit Mitgliedern beider Universitäten beschickt. Zudem wurden bislang vier Fulbright-Professuren - diese führen arrivierte US-amerikanische WissenschafterInnen zum Forschen und Lehren nach Graz - gemeinsam bestellt. Die fünfte NAWI Graz Fulbright-Professur startet im Herbst 2014.

Gemeinsame Forschung, gemeinsame Geräte

In universitätsübergreifende Forschungszentren wurden insgesamt mehr als fünf Millionen Euro investiert. In mittlerweile vier Central Labs arbeitet man gemeinsam an zukunftsweisenden Forschungsthemen zu definierten Schwerpunktthemen:

  • Water, Minerals and Rocks
  • Environmental, Plant & Microbial Metabolomics
  • Graz Cell Informatics & Analyses (Gracia)
  • Biobased Products

Beginnend mit der Förderung von kleineren interuniversitären Forschungsprojekten als Keimzellen laufen aktuell insgesamt 450 gemeinsame Forschungsprojekte. Insbesondere seit 2010 hat sich NAWI Graz auf die Unterstützung großer interuniversitärer Verbundprojekte wie Spezialforschungsbereiche und Doktoratskollegs konzentriert. Diese fassen disziplinenübergreifend Forschungsgruppen beider Universitäten zusammen. Das Engagement schlägt sich in Form erfolgreicher Anträge für Drittmittel nieder: Die an der Kooperation NAWI Graz beteiligten Institute werben mittlerweile jährlich rund 26 Millionen Euro an Drittmitteln ein - das entspricht in etwa einer Verdoppelung in den letzten zehn Jahren der Kooperation.

Digitale Infrastruktur-Landkarte

Interdisziplinäre Verbundforschungsprojekte sollen künftig weiter im Vordergrund stehen und auch mit Infrastrukturprojekten gekoppelt werden. Insgesamt wurden in den letzten zehn Jahren über hundert dringend benötigte und gemeinsam genutzte Geräte mit einem Kaufvolumen von mehr als fünf Millionen Euro gemeinsam finanziert.

Wichtige Großgeräte sind in einer digitalen Infrastruktur-Landkarte abgebildet. Als Pilotprojekte wurden bereits eine Übersicht für die Bereiche "Hochauflösende Massenspektroskopie" und "Kernspinresonanzspektroskopie (NMR)" erstellt. Interessierte Einrichtungen können online recherchieren und Bedarf anmelden - ein optimaler Ausgangspunkt für neue Forschungskooperationen.

Gemeinsam an die internationale Spitze

Die erfolgreiche Kooperation am Standort bietet die ideale Basis für mehr Sichtbarkeit im internationalen Kontext. Wichtige Voraussetzung dafür ist die Internationalisierung in der Lehre zu stärken: Im Doktorats-Bereich ist Englisch ohnehin nicht mehr wegzudenken. Auch in den Masterstudien werden Lehrveranstaltungen wie etwa in der Technischen Chemie oder in Chemical and Pharmaceutical Engineering bereits großteils auf Englisch angeboten, die Masterarbeiten werden ebenfalls schon überwiegend auf Englisch verfasst. Geplant ist, beide Masterstudien im Wintersemester 2014/2015 vollständig auf Englisch umzustellen.

Zehn Highlights aus zehn Jahren NAWI Graz

Juli 2004: Der Grundstein: Karl-Franzens-Universität und TU Graz unterzeichnen den Letter of Intent für NAWI Graz.

Juli 2005: Anerkennung aus Wien: Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) fördert NAWI Graz mit in Summe 5,4 Millionen Euro.

Mai/Juni 2006: Abschluss des Kooperationsvertrags Lehre: Die Satzungsteile Studienrecht beider Universitäten werden per Beschluss durch die Senate harmonisiert. Im Oktober starten die ersten NAWI Graz Bachelorstudien Chemie, Erdwissenschaften, Molekularbiologie sowie das Masterstudium Erdwissenschaften.

Dezember 2006: Erneut gefördert: NAWI Graz bekommt über die Leistungsvereinbarungen 2007-09 vom BMWF 8 Millionen Euro.

Oktober 2007: Gemeinsame Doktoratsausbildung: Die NAWI Graz Doctoral Schools werden eingerichtet.

Dezember 2009: Wieder Anerkennung vom Bund: NAWI Graz wird über die Leistungsvereinbarungen 2010-12 vom BMWF gefördert - das bedeutet 12 Millionen Euro mehr für die Kooperation.

Winter 2010: Ein neuer Meilenstein: Die ersten gemeinsamen Berufungsverfahren - Algebra, Mathematik/Computational Sciences und Differentialgleichungen - werden abgewickelt.

Winter 2011: Bestätigung von Außen: Ein externes GutachterInnen-Team evaluiert die Kooperation umfassend und stellt ein durchwegs positives Zeugnis aus.

Dezember 2012: Fast schon erfolgsverwöhnt: Neun Millionen Euro aus den Leistungsvereinbarungen 2013-15 gehen vom BMWF an NAWI Graz. Das Kooperationsprojekt ist in der bestehenden Form nach wie vor einzigartig in Österreich.

Oktober 2013: Flächendeckendes gemeinsames Studienangebot: Mit dem Start des NAWI Graz-Bachelorstudiums Physik bieten Karl-Franzens-Universität und TU Graz das gesamte Studienangebot im Rahmen von NAWI Graz gemeinsam an.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Alice Senarclens de Grancy, MSc
Pressesprecherin,
Teamleiterin Kommunikation
TU Graz
Rechbauerstraße 12/I, 8010 Graz
Tel.: +43 (0) 316 873 6006
Mobil: +43 (0) 664 60 873 6006
E-Mail alice.grancy@tugraz.at

Mag. Andreas Schweiger
Pressesprecher,
Leitung Presse + Kommunikation
Karl-Franzens-Universität Graz
Universitätsplatz 3, 8010 Graz
Tel. +43 (0) 316/380-1018
Mobil +43 (0) 664 333 60 23
E-Mail: andreas.schweiger@uni-graz.at
www.nawigraz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0007