Lunacek: "Unverantwortliche Entscheidung für gefährliche Schiefergasförderung"

Grüne: Europaparlament macht Weg frei für Fracking ohne Umweltverträglichkeitsprüfungen

Straßburg (OTS) - "Die Gefahren des Frackings für Umwelt, Klima, Trinkwasser und Gesundheit sind hinlänglich bekannt. Trotzdem hat heute die Mehrheit des Europaparlaments in völlig unverantwortlicher Weise und gegen unseren Grünen Widerstand den Weg zur Schiefergasförderung ohne verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfungen frei gemacht. Damit können jetzt derartige Hochrisiko-Projekte gegen den Willen der Bürgerinnen und Bürger und gegen Umweltschutzinteressen durchgedrückt werden, ohne dass Mindeststandards für die Prüfung und öffentliche Beteiligung sichergestellt werden. Nach den Vorschlägen, die die Kommission im Januar zur Schiefergasförderung vorgelegt hat, die keinerlei verbindliche Vorgaben machten, ist das ein weiterer Schlag für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger und für die Umwelt, den wir Grüne nicht akzeptieren können", erklärt Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin der Grünen im Europaparlament, nach der heutigen Zustimmung im Straßburger Plenum für die Einigung in erster Lesung zwischen dem Parlament und dem Rat zur Richtlinie für Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP).

Lunacek: "Angesichts der längst vorliegenden Erkenntnisse zu den Umwelt- und Gesundheitsrisiken und des wachsenden Widerstands in der Bevölkerung sollte Fracking in der EU grundsätzlich verboten werden. Die Gefahr der Belastung des Grundwassers durch die Anwendung giftiger Chemikalien ist mittlerweile gut dokumentiert. Sogar die EU-Kommission selbst hatte in verschiedenen Studien die zahlreichen Risiken benannt. Dass die Kommission, so wie jetzt auch noch das Europaparlament, die Hände in den Schoß legt und keine verbindlichen Vorgaben macht, ist eine Pflichtverletzung mit möglicherweise katastrophalen Folgen."

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