"Am Schauplatz" am 13. März: "Schule fürs Leben - Die Chancen"

Auftakt der ORF-Initiative "Schule fürs Leben"

Wien (OTS) - Die ORF-Initiative "Schule fürs Leben" gibt von März bis Juni 2014 Ein- und Ausblicke zum Thema Schule - in Reportagen, Dokus und Projekten. Auftakt der Initiative ist die von Robert Gordon gestaltete "Am Schauplatz"-Reportage "Schule fürs Leben - Die Chancen", die am Beispiel eines einzigen Wiener Bezirks am Donnerstag, dem 13. März, um 21.05 Uhr in ORF 2 zeigt, wie sehr noch immer der familiäre Hintergrund für Bildungschancen in Österreich ausschlaggebend ist. "Am Schauplatz" porträtiert Lehrer und Schüler, ihre Schulen, aber auch Eltern, die alles unternehmen, damit ihre Kinder weiterkommen. Und damit sind nicht nur die Eltern von Privatschülern gemeint.

Ob ein Kind in der Schule erfolgreich ist, die Matura schafft und danach vielleicht auch noch ein Studium abschließt, hängt in Österreich zuallererst davon ab, in welche Familie es hineingeboren wurde. Mit der Vererbung besonderer Gene hat das nichts zu tun. Bildung wird weitergegeben. Wo sie bereits vorhanden ist, besteht eine wesentlich bessere Chance, dass sich auch der Nachwuchs bilden kann. Die anderen, die in unserem Schulsystem oft auf der Strecke bleiben, werden von Politik und Boulevard gern den sogenannten bildungsfernen Schichten zugezählt. Der Kreis der Betroffenen deckt sich stark mit jenen Bevölkerungsschichten, deren Eltern oder Großeltern einmal als Zuwanderer nach Österreich gekommen sind.

Die Schopenhauerstraße im 18. Wiener Gemeindebezirk durchschneidet die größte Ansammlung verschiedenster Schulen in ganz Europa. Hier konkurrieren allein zwölf Volksschulen um Schüler. Sechs davon Privatschulen, die derzeit einen regelrechten Ansturm erleben. Während die Direktorin der DeLaSalle-Schule im nächsten Jahr vier erste Klassen füllen kann, gelingt es ihrer Kollegin an der öffentlichen Schule, zwei Gassen weiter, kaum, eine erste Klasse zu füllen. Dabei gibt die Direktorin der Privatschule freimütig zu, dass ihre Schule nicht mehr kann als die öffentliche. Der große Unterschied: In der öffentlichen Schule tummeln sich mit wenigen Ausnahmen nur noch Kinder mit einer anderen Muttersprache als Deutsch. Nach der vierten Klasse wechseln fast alle Schüler aus der Privatschule ins Gymnasium, während von der öffentlichen Volksschule nur ein Drittel diesen Schritt schafft.

Warum das so ist, hat viele Ursachen. Bildungsexperten kritisieren, dass das Bildungssystem nicht auf die veränderten Lebensbedingungen reagiert hat. So ist ungeklärt, wo Kinder mit einer anderen Erstsprache als die Unterrichtssprache überhaupt Deutsch lernen sollen. In den Kindergärten treffen sie kaum mehr auf deutschsprachige Kinder, dafür immer öfter auf Betreuer/innen, deren Muttersprache auch nicht Deutsch ist. Unter solchen Umständen sind gelungene Bildungskarrieren Glückssache, hängen manchmal von freundlichen Nachbarn ab, die beim Lernen helfen.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten. Nähere Informationen zur ORF-Initiative "Schule fürs Leben" sind unter http://presse.ORF.at abrufbar.

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