Walser zu Zentralmatura und Teststopp beim BIFIE: SchülerInnen und Lehrkräfte werden verunsichert

Grüne fordern Durchführung der Testreihen für Bildungsstandards, PISA usw.

Wien (OTS) - "Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek agiert unprofessionell und kontraproduktiv. Durch die Absage der Testreihen für PISA, die Bildungsstandards etc. und womöglich sogar der Zentralmatura verunsichert sie die SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen", ärgert sich Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, über die Aussagen der Bildungsministerin.

"Es bleibt offen, warum durch einen Hackerangriff auf ein Übungs- und Evaluierungstool auf einem Server der Firma Kapsch BusinessCom die Sicherheit der erst zu erhebenden Daten von Bildungsstandards oder der Zentralmatura gefährdet sein soll", kündigt Walser entsprechende Nachfrage im heutigen Unterrichtsausschuss an. "Es handelt sich um gedruckte Testhefte, die von Hand ausgefüllt werden. Diese können auch aufbewahrt und erst dann elektronisch erfasst werden, wenn die Sicherheitsbedenken ausgeräumt werden konnten. Die Testabwicklung wäre auch zum geplanten Zeitpunkt völlig risikolos", wiederholt Walser seine Forderung nach einer vertrauenswürdigen Verwaltung der Daten aus Bildungsuntersuchungen.

Der Grüne Bildungssprecher verweist darauf, dass auch der internationale PISA-Koordinator Andreas Schleicher ausdrücklich festgehalten hat, dass es aus Sicht der OECD keinen Grund für die Absage der Testungen gibt und darauf hingewiesen, dass Österreich erst 2018 wieder in den PISA-Test einsteigen kann. "Damit ist gewährleistet, dass bis zu den nächsten Wahlen keine schlechten Ergebnisse mehr die biedermeierliche Selbstzufriedenheit in Österreich stören. Wir machen uns mit dieser Entscheidung international lächerlich", resümiert Walser bitter. Er verweist zudem darauf, dass man sich durch die Absage der Testungen zwar hinkünftig mehrere Millionen pro Jahr spart, dass aber allein für die fix und fertige Vorbereitung für die Bildungsstandards knapp zwei Millionen sinnlos investiert worden sind: "Die genauen Zahlen werde ich von der Ministerin in einer schriftlichen Anfrage einfordern."

"Mich erinnert die Vorgangsweise der Ministerin an das Desaster bei der Hypo-Alpe-Adria. Man verschließt die Augen vor dem Problem um dann in ein paar Jahren das Doppelte und Dreifache bezahlen zu müssen. Im Bildungsbereich zahlen wir in zehn bis 15 Jahren die Zeche dafür, dass jetzt die dringend notwendigen Reformen in unseren Schulen unterbleiben. Und diese Rechnung wird noch teurer als das Banken-Desaster", schüttelt Harald Walser den Kopf angesichts der abgesagten Bildungstestungen an unseren Schulen: "Ich fordere die Ministerin auf, den bereits entstandenen Schaden zu minimieren und umgehend sicherzustellen, dass die geplanten Testreihen ebenso wie die Zentralmatura stattfinden können."

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