Diabetes: Wissen über die Erkrankung und ihre Folgen stärken

Aktuelle Zahlen - Diabetes-Folgen sind weithin unbekannt

Wien (OTS) - MSD in Österreich präsentiert aktuelle Zahlen über das Wissen zum Thema Diabetes in der österreichischen Bevölkerung und stellt eine von SPECTRA Marktforschung im Spätherbst 2013 durchgeführte Umfrage unter 500 Menschen in Österreich, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 15 Jahren, vor. "Neun von zehn Befragten halten Diabetes für eine ernste bis sehr ernste Erkrankung, wissen aber offenbar nicht warum. Denn drei von vier Befragten bringen Diabetes nicht mit den wirklich häufigen Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall in Verbindung", erklärte Univ. Prof. Dr. Thomas C. Wascher, Präsident der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) am Donnerstag im Rahmen eines Pressegesprächs in Wien. Nervenschäden, Wundheilungsstörungen bis hin zu Amputationen oder Nierenerkrankungen als Folge von Diabetes seien praktisch unbekannt. Die nähere Befassung mit den Daten macht außerdem klar:
Männer können deutlich häufiger keine einzige Folge von Diabetes nennen (22 Prozent) als Frauen (9 Prozent). Für Fragen der JournalistInnen standen auch Jazz Gitti, Dr. Walter Wintersberger von SPECTRA Marktforschung und Mag.a Gabriele Grom, Geschäftsführerin von MSD (Merck Sharp & Dohme Ges.m.b.H.) in Österreich, zur Verfügung.

Neun von zehn ÖsterreicherInnen halten Diabetes für eine ernste Erkrankung (88 Prozent), kennen aber die Gründe nur unzureichend

Als Folge von Diabetes werden Augenschäden von Personen mit einem Alter von über 50 Jahren deutlich häufiger genannt als von jüngeren Personen. 52 Prozent der Befragten über 50 gaben "Augenschäden" zur Antwort auf die Frage "Zu welchen Komplikationen und gesundheitlichen Folgen kann eine unbehandelte Diabetes-Erkrankung führen?". Die Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren nannten Augenschäden nur zu 38 Prozent als Folge, jene zwischen 15 und 29 Jahren nur zu 30 Prozent.

Jazz Gitti appelliert, Diabetes ernst zu nehmen

"Ich bin seit über 25 Jahren Typ-2-Diabetikerin. Am Anfang ignorierte ich Diabetes einfach bzw. nahm ich deswegen die damals üblichen Medikamente. Dann war ich wieder bei einer Untersuchung und mein Langzeit-Blutzuckerwert lag über 9. Im Gespräch mit meiner Ärztin wurde klar, dass ich nun mein Leben völlig umstellen musste. Jetzt half nur mehr Insulin zu spritzen, und das mache ich mit äußerster Genauigkeit", wies Jazz Gitti auf die Folgen ihres zunächst leichtfertigen Umgangs mit Diabetes für ihr persönliches Leben hin.

Weiter: "Ich muss täglich Buch führen, messe vor jeder Mahlzeit, rechne mir akribisch die Speisen aus und spritze genau die Einheiten. Ich muss darauf achten, was ich esse und vermeide die unnötigen Kohlenhydrate." Der Genuss von viel Gemüse sei für sie heute selbstverständlich. "Auf meiner Tagesordnung steht auch häufig Sport - schwimmen, walken, Muskelaufbautraining und Vieles mehr. Würde ich das nicht machen, dann könnte ich meinen Beruf wahrscheinlich nicht mehr ausüben."

Jazz Gitti appellierte: "Diabetes muss man von Anfang an ernst nehmen. Es geht darum, auf die eigene Ernährung, auf genügend Bewegung und auf richtige und regelmäßige Medikamenteneinnahme zu achten."

Gefühltes Wissen über Diabetes ist gut

"Die Österreicherinnen und Österreicher fühlen sich mehrheitlich gut über Diabetes informiert, tendieren aber dazu, ihr persönliches Diabetes-Risiko zu unterschätzen", stellte Walter Wintersberger klar.

Wintersberger skizzierte die Größenordnung des "gefühlten Wissens" über Diabetes: "Mehr als zwei Drittel, also 64 Prozent der Befragten, fühlen sich gut über Diabetes informiert. 45 Prozent sagen sogar, sie kennen den eigenen Blutzuckerwert." Die Älteren (50+) kennen häufiger den eigenen Blutzuckerwert (65 Prozent) als die Jüngeren. Nur 35 Prozent der 30- bis 49-Jährigen bzw. nur 23 Prozent der 15- bis 29-Jährigen geben an, diesbezüglich informiert zu sein.

5,4 Prozent der Befragten (27 Personen von 500) sind diagnostizierte DiabetikerInnen, davon lebt der überwiegende Großteil mit Typ-2-Diabetes. In der Altersgruppe 50+ steigt dieser Wert auf 10 Prozent. 5 Prozent (25 Personen von 500) wissen, dass sie Typ-2-DiabetikerInnen sind, 2 Personen oder 0,4 Prozent geben an, Typ-1-DiabetikerInnen zu sein.

89 Prozent sind unbesorgt, jemals an Diabetes zu erkranken

Differenzierter wird die Analyse, sieht man sich die Sorge an, irgendwann im Leben an Diabetes zu erkranken. "89 Prozent jener, die angeben, nicht an Diabetes erkrankt zu sein, "haben überhaupt keine Sorge, dass Diabetes eines Tages für sie ein Thema werden könnte", so Wintersberger. Diese Sorglosigkeit ziehe sich durch alle Altersgruppen, Bevölkerungsschichten und Regionen.

Wintersberger: "Das ist insbesondere überraschend, da fast ein Drittel bzw. 32 Prozent der Befragten angeben, dass nähere Angehörige in der eigenen Familie von Diabetes betroffen seien." Hier zeigt sich darüber hinaus eine Ungleichverteilung in Österreich: In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland geben dies mit über 40 Prozent deutlich mehr Befragte an als in Westösterreich. Der Vergleichswert in Salzburg, Tirol und Vorarlberg liegt bei nur 17 Prozent.

32 Prozent der ÖsterreicherInnen nennen spontan Vererbung als eine Ursache für die Entstehung von Diabetes. 54 Prozent nennen falsche Ernährung, 45 Prozent sprechen von "zu viel Zucker, zuckerhaltige Ernährung, zu viel Süßes" oder von "zu viel Zucker im Blut". 35 Prozent nennen Bewegungsmangel, 31 Prozent Übergewicht. 20 Prozent nennen "Falscher Lebensstil". "Wir sehen also, dass die Bevölkerung über die Ursachen von Diabetes relativ gut informiert ist, aber häufig kein Zusammenhang mit der eigenen Person erkannt wird", so Wintersberger. 29 Prozent der Nennungen sind aber falsch oder "Weiß nicht".

57 Prozent informieren sich bei der Ärztin oder beim Arzt

Auf die Frage, welche Informationsquellen bevorzugt werden, um sich über Gesundheitsthemen wie Diabetes zu informieren, geben 57 Prozent ihre Ärztin oder ihren Arzt an. 36 Prozent informieren sich via Internet, wenngleich mit steigendem Alter die Internet-Affinität abnimmt. Über-50-Jährige informieren sich nur zu 18 Prozent im Netz. Sie bevorzugen mit 37 Prozent Zeitungen und Zeitschriften stärker als Jüngere. 18 Prozent der 15- bis 29-Jährigen bevorzugen Zeitungen und Zeitschriften, 26 Prozent der 30- bis 49-Jährigen.

Diabetes-Kompetenz sollte ein Thema für alle Player im Gesundheitswesen werden

ÖDG-Präsident Wascher: "In Fachkreisen ist ständig und viel über die Zunahme des Diabetes mellitus und die damit verbundenen Folgekrankheiten, die Belastungen für die Betroffenen und auch die Bedeutung und Kosten für unser Gesundheitssystem und unsere Gesellschaft zu lesen. In der Öffentlichkeit und besonders im politischen Leben wird die tatsächliche Bedeutung von Diabetes offenbar nicht wirklich wahrgenommen."

"Für uns als MSD in Österreich ist es von zentraler Bedeutung, die Gesundheitskompetenz der Menschen in Österreich zum Thema zu machen. Um mit dem eigenen Körper richtig und möglichst gesund umgehen zu können, braucht es Wissen. Im Diabetes-Bereich heißt das: Gut gemachte Patienteninformationen können dabei unterstützen, Diabetes dauerhaft und richtig zu therapieren", konstatierte MSD-Geschäftsführerin Gabriele Grom. Um das Diabetes-Wissen in der Bevölkerung nachhaltig zu steigern, brauche es aber zusätzlich zu den Maßnahmen der pharmazeutischen Industrie auch eine Anstrengung aller anderen Player im Gesundheitswesen - etwa beim Bund, in den Ländern und in der Sozialversicherung. "Ein Schritt in diese Richtung könnte eine klare Verankerung von Diabetes in den Rahmen-Gesundheitszielen der Republik sein", so Grom weiter.

Diabetes-Zahlen müssen genauer interpretiert werden

Auch die aktuell vorliegenden Zahlen bedürfen einer noch genaueren Interpretation. In Österreich wird die Gruppe der DiabetikerInnen derzeit auf rund 573.000 bis 645.000 Menschen geschätzt, bzw. 8 bis 9 Prozent der Bevölkerung. Die Summe inkludiert dabei rund 430.000 ärztlich diagnostizierte Diabetes-Fälle (rund 6 Prozent) sowie geschätzte 143.000 bis 215.000 undiagnostizierte DiabetikerInnen (rund 2 bis 3 Prozent). (Vgl.: Griebler, Robert; Geißler, Wolfgang; Winkler, Petra (Hrsg.) (2013): Zivilisationskrankheit Diabetes:
Ausprägungen - Lösungsansätze - Herausforderungen. Österreichischer Diabetesbericht 2013. Wien: Bundesministerium für Gesundheit).

"Im Jahr 2012, so kann man in den Berichten der Statistik Austria nachlesen, sind 2.972 Menschen (Todesfälle gesamt 79.436) an Diabetes mellitus verstorben. Im Vergleich dazu sind 33.931 Menschen an Herzkreislaufkrankheiten verstorben bzw. kam es zu 20.266 Todesfällen durch bösartige Neubildungen bzw. Krebs. Die Todesfälle durch Diabetes erscheinen also als vergleichsweise geringe Zahl", so Wascher. Das liege allerdings daran, dass die Menschen nicht mehr an Diabetes per se versterben, "sondern auf Grund von Diabetes an den Folgeerkrankungen".

Der ÖDG-Präsident: "Die Ketoazidose oder die Hypoglykämie -unmittelbare Folgen von Diabetes - sind als Todesursachen, zum Glück vergleichsweise selten. Unsere Patientinnen und Patienten versterben an Herzkreislaufkrankheiten, bösartigen Neubildungen, Infektionen oder Ähnlichem - an Erkrankungen, die direkt oder indirekt auf ihre Grunderkrankung zurückzuführen sind."

Seriöse wissenschaftliche Arbeiten legen nahe, dass in Industrienationen zumindest 12,5 Prozent (in den USA sogar >15 Prozent) aller Todesfälle auf Diabetes mellitus zurückgeführt werden können (Vgl.: Roglic et al, Diabetes Care 2005 bzw. Diab Res Clin Pract 2010). Das wären in Österreich rund 10.000 Todesfälle im Jahr 2012 gewesen. "Das ist eine viel zu hohe Zahl von Todesfällen, die überdies in vielen Fällen vermeidbar gewesen wären. Diese Zahl wird in den nächsten Jahren noch weiter steigen, wenn nicht präventive Strategien auf vielen Ebenen etabliert werden", stellte Wascher klar.

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft ÖDG

Die Österreichische Diabetesgesellschaft sieht es als ihre Aufgabe, nicht nur das Wissen um das tatsächliche Ausmaß der Krankheitsbelastung durch Diabetes mellitus für die Betroffenen, das Gesundheitssystem und die Gesellschaft zu kommunizieren, sondern vor allem aktiv daran mitzuwirken, diese dramatische Situation zu verbessern.

Über SPECTRA Marktforschung

SPECTRA (gegründet 1992) ist ein Marktforschungsinstitut, das mit seinen Leistungen das gesamte Spektrum der klassischen Markt- und Meinungsforschung abdeckt. Einer der Forschungsschwerpunkte liegt im Gesundheitsbereich. Die Expertise im Gesundheitsbereich basiert auf 20 Jahren intensivster Forschungserfahrung und rund 1.300 durchgeführten Studien zu mehr als 150 Erkrankungen und Therapiegebieten.

MSD weltweit für die Gesundheit

MSD ist ein führendes globales Gesundheitsunternehmen, das sich dafür einsetzt, das Wohl der Menschen weltweit zu verbessern. MSD ist eine Unternehmensgruppe der weltweit agierenden Merck & Co., Inc. mit Hauptsitz in Whitehouse Station, New Jersey, USA. Über unsere Medikamente, Impfstoffe, biologischen Therapeutika sowie Pflege- und Tiergesundheitsprodukte arbeiten wir eng mit unseren Kunden zusammen. In 140 Ländern bieten wir breit angelegte Lösungen für das Gesundheitswesen an. Wir setzen uns durch umfangreiche Initiativen, Programme und Partnerschaften gezielt dafür ein, den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu verbessern. In Österreich ist MSD seit 1971 präsent. Unsere rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich Tag für Tag für die Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher ein.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Michael Eipeldauer
E-Mail: michael.eipeldauer@merck.com
Telefon: +43 (0)1 260 44 - 253

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